Die Umverteilung der Arbeitsmittel

Arbeitsmittel

Irgendwann in den letzten fünf bis zehn Jahren muss es passiert sein. Die Arbeitsmittel der Wissensarbeiter wurden umverteilt. Vor dieser schleichenden Revolution waren große Organisationen notwendig, um Menschen Zugang zu Computern und Software wirtschaftlich sinnvoll zur Verfügung stellen zu können. Heute gibt es alles im Internet preiswert zu mieten oder sogar kostenlos zu nutzen. Auf Knopfdruck und innerhalb kürzester Zeit. Jedenfalls für Privatpersonen. In den Organisationen und Konzernen geht das nicht, ist verboten und gesperrt aus Gründen der Geheimhaltung. Entsprechende interne Dienste rechnen sich nicht, entstehen viel zu langsam und können bei der Weiterentwicklung nicht mithalten. So wird die Kluft zwischen dem, was im Internet für Wissensarbeiter an erstklassigen Arbeitsmitteln verfügbar ist und dem, was zur Arbeit innerhalb der Organisationen benutzt werden kann, täglich tiefer.

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Kulturwandel und Cargo-Kulte

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Viele über lange Jahre erfolgreiche Unternehmen spüren plötzlich großen Veränderungsdruck. Von Disruption ist die Rede. So viel, dass manche „Disruption“ schon zum Unwort des Jahres erklären. Disruptive Technologien mischen die Karten neu. In unserem hochvernetzten Zeitalter zudem in nie dagewesener Geschwindigkeit. Und so schielen die etablierten Unternehmen ein wenig neidisch auf ihre neuen und historisch unbelasteten Herausforderer. Um dann festzustellen, dass diese neuen Unternehmen ganz anders ticken, dass sie ganz anders arbeiten und dass sie eine völlig andere Unternehmenskultur haben. Und dann beginnt das ganze Theater des Changemanagements zu laufen: Neue Werte werden ausgelobt und die neue Kultur schmackhaft gemacht. Freilich ohne die Strukturen und Arbeitsweisen, die die alte Kultur hervorgebracht haben, anzutasten und damit letztlich ohne nachhaltige Wirkung.

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Wie viel Agilität und wenn ja, wozu?

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Auch Wasserfall ist agil. Die Schleifen in denen ein Produkt entsteht sind nur viel länger. Nach jeder Schleife trifft ein Ergebnis auf einen Kunden. Dann zeigt sich der Nutzen oder eben nicht und es kann der Kurs korrigiert werden. Bei Scrum alle zwei bis vier Wochen, bei klassisch Wasserfall eher nur zweimal im Jahr mit entsprechend höherem Aufwand und Risiko. Beides kann je nach Projekt und Kontext angemessen sein. Es kommt einfach darauf an, wie anpassungsfähig und reaktionsfähig ein Projekt sein will und muss.

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Freiräume schaffen

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Wir leben in einer Zeit und Welt, die sich sehr treffend mit dem Akronym VUCA (kurz für volatility, uncertainty, complexity und ambiguity) beschreiben lässt. Unter diesen veränderten und deutlich schwierigeren Markt- und Umfeldbedingungen muss die Zusammenarbeit in Organisationen nach neuen Paradigmen gestaltet werden. Anstelle der im Industriezeitalter vorherrschenden Effizienz muss in einer VUCA-Welt Anpassungsfähigkeit treten. Die vorherrschende hierarchische Organisationsform des Industriezeitalters ist auf Stabilität ausgelegt und auf Effizienz getrimmt, aber dadurch in ihrer Anpassungsfähigkeit prinzipiell beschränkt. Ein entscheidender Schritt zu mehr Anpassungsfähigkeit ist die Erhöhung der Freiräume der Mitarbeiter, so dass sich wieder alle oder jedenfalls viele für die Kultur, die Abläufe und die Strategie verantwortlich fühlen können und dürfen anstatt nur als Rädchen im Getriebe Dienst nach Vorschrift zu verrichten.

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Digitalisierung: Eine Frage des Blickwinkels

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Die Durchschlagskraft der Digitalisierung kann kaum überschätzt werden. In unserem stark industriell geprägten Land verharmlosen wir das allerdings im Moment indem wir von Industrie 4.0 reden. Aus der digitalen Revolution wurde ein reiner Evolutionsschritt, eine irgendwie digitalere Fortsetzung der Industrie 3.0. Tatsächlich bedeutet Digitalisierung aber in erster Linie eine oftmals radikale Veränderung bestehender Geschäftsmodelle. Eine Digitalisierung der Produktion und anderer Kernprozesse ist dann eher der zweite Schritt und Mittel zum Zweck.

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