Führungsphilosophie

Menschenbild

Wenn wir, sagtest du, die Menschen nur nehmen, wie sie sind, so machen wir sie schlechter. Wenn wir sie behandeln, als wären sie, was sie sein sollten, so bringen wir sie dahin, wohin sie zu bringen sind.
Johann Wolfgang von Goethe, Wilhelm Meisters Lehrjahre VIII, 4

Führung ist zunächst eine Frage der eigenen Haltung und des zugrunde liegenden Menschenbilds: Muss der prinzipiell arbeitsscheue Mensch angeleitet, geführt und kontrolliert werden (Theorie X) oder ist der Mensch prinzipiell leistungsbereit, von innen motiviert und übernimmt bereitwillig Verantwortung für ein Projekt mit dem er oder sie sich identifizieren kann (Theorie Y)? Ich glaube an die intrinsische Motivation aller Menschen und verstehe es als meine Aufgabe, Rahmenbedingungen und Kultur so zu gestalten, dass diese Motivation wirksam werden kann.

Führung zur Selbstführung

One does not ‚manage‘ people. The task is to lead people.
Peter F. Drucker

Auch und gerade in Zeiten der Wissensarbeit muss Führung Orientierung geben. Ob es für diese Führungsfunktion tatsächlich Führungskräfte geben muss oder ob sie von selbstorganisierten Einheiten anderweitig umgesetzt werden kann, ist dann eine andere Frage, auf die der dm-Gründer Götz W. Werner eine klare Antwort hat: „Führung ist heute nur noch legitim, wenn sie die Selbstführung der anvertrauten Mitmenschen zum Ziel hat.“ Führung gibt es für Götz W. Werner also nur noch dienend und unterstützend mit dem Ziel der Selbstführung der anvertrauten Mitmenschen. Führungskräfte braucht es dafür allenfalls temporär, um Selbstführung zu ermöglichen und den Weg zu begleiten.

Führen mit Auftrag

So much of what we call management consists in making it difficult for people to work.
Peter Drucker

Nicht zuletzt Reinhard K. Sprenger attestiert vielen Unternehmen eine fatale Tendenz zur Entmündigung und Infantilisierung der Mitarbeiter. Diese Kultur äußert sich insbesondere in Form von Mikromanagement. Dieser Hang das Wie eines Auftrag nicht dem Ausführenden zu überlassen, sondern als Manager vorzugeben, ist Gift für die Motivation und Produktivität der Wissensarbeiter. Von der Produktivität, Motivation und Kreativität der Wissensarbeiter wird aber das Überleben vieler Unternehmen angesichts der komplexen Herausforderungen des digitalen Wandels in einer global vernetzten Welt abhängen. Wie Führung in komplexen Situationen ohne Mirkomanagement geht, macht das Militär schon seit langem vor mit dem Prinzip des Führens mit Auftrag: Warum statt Wie.

Meine Aufgabe ist es, die Zusammenarbeit und damit die Menschen erfolgreich zu machen.