PM-Forum 2012: openPM – Mission und Ausblick


Wie berichtet durfte ich auf dem PM-Forum der GPM in Nürnberg am 24.10.2012 openPM vorstellen. Für diese Offenheit der GPM unserer Initiative gegenüber, die man ja auch als Konkurrenz oder Gefahr verstehen könnte, und insbesondere für die sehr freundliche und neugierig-aufgeschlossene Moderation meines Vortrags durch Prof. Dr. Heinz Schelle möchte ich mich an dieser Stelle nochmals herzlich bedanken. Der Vortrag war gut besucht und ich konnte gleich zu Beginn feststellen, dass nur wenige openPM kannten und noch weniger aktiv Social-Media nutzen. Das legt den Schluss nahe, dass wir mit unserer Marketingstrategie, die fast ausschließlich auf Social-Media setzt, viele Interessierte bisher nicht erreichen konnten. Insofern werden wir künftig versuchen openPM auch in klassischen Medien unterzubringen. Für alle die den Vortrag verpasst haben, hat die GPM mir freundlicherweise das Video des Vortrag (mit integriertem Screencast der Folien!) inklusive der anschließenden Diskussion zur Verfügung gestellt.

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Dekonstruktion und Projektmanagement Canvas

Kein Projekt gleicht dem anderen. Projekte sind einmalige Vorhaben. Im Laufe der Jahre haben sich Muster in der Durchführung von Projekten herauskristallisiert und aus diesen Mustern wiederum Standards. Jeder Standard bringt seine eigenen Begriffe und seine eigene Systematik mit. Die Dekonstruktion des Projektmanagements sieht in den Standards und ihren Methoden lediglich verschiedene Ausprägungen oder Umsetzungen derselben grundlegenden Anforderungen (vgl. auch Jens Hoffmann: Von Äpfeln und Birnen, oder der Notwendigkeit der Dekonstruktion des Managements). Um die Gräben zwischen verschiedenen Glaubensrichtungen des Projektmanagements, insbesondere zwischen agil und klassisch, überbrücken zu können, braucht es eine Rückbesinnung auf diese abstrakte Ebene der Anforderungen. Und dort braucht es eine gemeinsame Sprache. Als vielversprechendstes Hilfsmittel dafür erscheinen mir im Moment die von Alexander Osterwalders Business Model Canvas inspirierten Arbeiten an einer Projektmanagement Canvas – unter anderem auf openPM.

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Projekte scheitern zu Beginn

Projekte scheitern nicht am Ende, Projekte scheitern zu Beginn. Der Projektstart erfordert die ganze Führungserfahrung des Projektleiters. Anstatt aber das Projekt mit seinem Umfeld aktiv zu gestalten, anstatt also am System zu arbeiten, wird sofort losgelegt, einfach mal gemacht, also im System gearbeitet. Selbst wenn die Ziele und der Umfang noch gar nicht so genau bekannt sind. Einige wenige Tage Projektinitialisierung bringen erstaunlichen Nutzen: unausgesprochene Annahmen kommen frühzeitig auf den Tisch anstatt sich in der Tiefe des Projekts gärend anzustauen. Die folgenden Vorgehensweise hat sich für mich bewährt.

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Entwicklung von Mitarbeitern in Projekten

Wenn zunehmend in Projekten und immer weniger in der Linie gearbeitet wird, findet auch die Weiterentwicklung von Mitarbeitern immer mehr im Kontext von Projekten statt. Der Projekteinsatz ist dann auch eine Aus- und Weiterbildungsmaßnahme, die der Projektleiter zusammen mit dem Mitarbeiter und dem disziplinarisch Vorgesetzten bewusst planen muss.

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Video: Postindustrielles Projektmanagement

Am 25.9.2012 fand, wie bereits berichtet bei der InterFace AG in Unterhaching das fachliche IF-Forum unter dem Motto „Das Beste vom PM-Camp“ statt. Mein Beitrag dazu war ein Vortrag zu meinen Überlegungen zum postindustriellen Projektmanagement. Für alle die nicht dabei sein konnten oder den Vortrag nochmals hören möchten, gibt es ihn nun als Video.

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Paradigmen postindustriellen Projektmanagements

Projektmanagement ist geprägt vom Geist der jeweiligen Zeit. Der Einfluss der wissenschaftlichen Betriebsführung von Frederick Winslow Taylor hat das Projektmanagement seit Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die heutige Zeit zuletzt deutlich geprägt. Was heute gemeinhin als Projektmanagement beschrieben und zertifiziert wird ist meist nur diese eine industriell geprägte Mode in einer viel weiter zurückreichenden Disziplin Projektmanagement. Mit der Abkehr – oder wenigstens mit der kritischen Auseinandersetzung – mit klassischem Management im Zeitalter der Wissensarbeit, bricht nun auch für das Projektmanagement das postindustrielle Zeitalter an. Nicht zuletzt geht damit einher ein radikaler Wechsel der Paradigmen. An Stelle von Hierarchie tritt Selbstverwaltung, Umgang mit Komplexität geht vor Effizienz und strikte funktionale Teilung weicht vielfältigen Teams.

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Projekt-Management: Ein Widerspruch?

In seinem lesenswerten Kursbuch „Kaputtoptimieren und Totverbessern. Eine kurze Geschichte des Managements als Scharlatanerie“ (Amazon Affiliate Link) brandmarkt Niels Pfläging die gängigen Praktiken des modernen Managements als Kurpfuscherei und stellt sie auf eine Stufe mit dem vorwissenschaftlichen Entwicklungsstand der Medizin im Mittelalter. Zwar hatten die Methoden zu Beginn des Industriezeitalters aufgrund der speziellen historischen Situation großen Erfolg, aber man muss sich fragen ob die Methoden noch ins heutige Umfeld der Wissensarbeit passen. Insbesondere sollte man sich fragen, ob dieses Management zu Projekten passt und je gepasst hat und ob Projekt-Management nicht schon ein Widerspruch in sich ist.

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Der Projektleiter: Vom Aussterben bedroht?

Noch steht der klassische Projektleiter nicht auf der roten Liste der gefährdeten Arten. Aber auch für den Projektleiter gilt die Warnung Gunter Duecks: Wesentliche Teile klassischer Berufsbilder sind schon oder werden demnächst zur Commodity, also einem standardisierten Gebrauchsgut. Wer sich heute auf die in den Standards und Büchern beschriebenen Prozesse und Normen beschränkt, könnte morgen schon Bildschirmrückseitenberater sein, wie Gunter Dueck die Bediener mehr oder weniger intelligenter Software nennt, die diese Standardprozesse abbildet. In diesem Sinne wird industrielles Projektmanagement zur Commodity und darauf beschränkte Projektleiter werden tatsächlich „aussterben“.

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bansky bobby

Postindustrielles Projektmanagement

Es könnte alles so einfach sein: Wer macht Was bis Wann. Das ist klassisches Projektmanagement. Das Ziel des Projekts ist einigermaßen bekannt und stabil; der Weg dorthin ausreichend beschildert. Wenige Projektleiter planen, koordinieren und kontrollieren; viele Mitarbeiter führen aus: Planungsapartheid. Was aber wenn Ziele sich verändern oder sich erst im Laufe des Projekts formen, wenn der Weg sich als Sackgasse herausstellt oder erst ein Weg gefunden werden muss? Dann sind Kreativität und Innovation gefragt und zwar nicht nur die der Projektleiter.

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Stechuhr

Projektinflation

Menschen machen Projekte. Immer schon. Das zeitlich begrenzte, einmalige, komplexe, arbeitsteilige Vorhaben ist die Normalität. Oder besser: war die Normalität der Erwerbsarbeit vor der Lohnsklaverei des Industriezeitalters. Es brachte standardisierte, höchst-effiziente, aber langweilige Arbeitsprozesse, die schließlich besser durch Roboter ausgeführt werden konnten. Projekte wurden die störende Ausnahme oder waren beschränkt auf Privatangelegenheiten. In den letzten Jahrzehnten nahm die projektorientierte Arbeitsweise aber wieder zu. Manche sprechen sogar warnend von einer Projektinflation. Ich sehe darin aber eher eine Rückkehr zur „normalen“, menschlichen Arbeitsweise nach einem Jahrhundert Taylorismus.

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