Die graue Eminenz

Erfolg­rei­che Füh­rungs­kräf­te haben oft einen engen Ver­trau­ten, der im Hin­ter­grund die Fäden zieht, eine graue Eminenz.[1. Als Graue Emi­nenz (fran­zö­sisch: émi­nence gri­se) wird eine ein­fluss­rei­che Per­son ver­stan­den, die nach außen kaum in Erschei­nung tritt. (Quel­le: Wiki­pe­dia)] Dafür gibt es vie­le gute Grün­de. Die Erhö­hung der eige­nen Manage­ment-Kapa­zi­tät ist dabei nur der gerings­te.

Oil painting of the Grey Eminence, François Leclerc du Tremblay, the right-hand man of Cardinal Richelieu

Füh­rung hat immer zwei Rich­tun­gen: einer­seits nach innen gewandt als Füh­rung des Teams und ande­rer­seits nach außen gerich­tet als Schnitt­stel­le zur Umwelt. Die­se bei­den Tätig­kei­ten sind so ver­schie­den, dass sich eine per­so­nel­le Tren­nung in Außen- und Innen­mi­nis­ter auf­drängt.

Neben der Erhö­hung der Kapa­zi­tät und der Auf­tei­lung der Füh­rungs­tä­tig­keit in innen und außen, ist die wich­tigs­te Funk­ti­on einer grau­en Emi­nenz aber das Spar­ring: Die Dis­kus­si­on von Ideen, Pro­ble­men und Lösun­gen in einer ver­trau­ens­vol­len Rah­men mit einem Men­schen der for­dert, aber nicht ver­letzt und damit auf die eigent­li­che Her­aus­for­de­rung vor­be­rei­tet.

Wel­che Eigen­schaf­ten muss ein sol­cher Ver­trau­ter haben? Ers­tens, er muss sich auf Augen­hö­he mit der Füh­rungs­kraft bewe­gen, d.h. er müss­te in der Lage sein, den Job der Füh­rungs­kraft zu machen. Zwei­tens, er muss Ver­trau­ens­per­son der Füh­rungs­kraft sein, nur so kön­nen deren Schwä­chen offen dis­ku­tiert und aus­ge­gli­chen wer­den. Drit­tens, er muss bereit sein in die zwei­te Rei­he zu tre­ten und im Hin­ter­grund zu arbei­ten. Vier­tens, er muss mit Men­schen umge­hen kön­nen, zuhö­ren kön­nen und Men­schen füh­ren kön­nen auch ohne for­ma­les Man­dat.

Nicht gera­de ein­fach zu fin­den, da Men­schen mit die­sen Fer­tig­kei­ten ger­ne selbst an vor­ders­ter Front ste­hen. Ande­rer­seits aber gut durch einen exter­nen Coach zu beset­zen. Was dann wie­der­um eine sehr gute Kon­stel­la­ti­on ist, um Nach­wuchs­kräf­te Erfah­rung sam­meln zu las­sen.

PS. Das Bild von Jean-Léon Gérô­me aus dem Jah­re 1873 zeigt Fran­çois Leclerc du Trem­blay, die rech­te Hand von Kar­di­nal Richelieu.[2. Gefun­den bei Wiki­me­dia Com­mons.]

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4 Kommentare

Sehr geehr­ter Dr. Rait­ner,

das ist ein sehr gut gelun­ge­ner Arti­kel. Sie haben es geschafft eines der schwie­rigs­ten psy­cho­lo­gi­schen The­men her­vor­ra­gend dar zu legen.

Ein Sprich­wort sagt: Hin­ter jedem erfolg­rei­chen Mann steht eine star­ke Frau.

Eben­so ver­hält es sich in der Bezie­hung zwi­schen einer erfolg­rei­chen Füh­rungs­kraft und der dahin­ter ste­hen­den bera­ten­den Per­son.

Mei­ner Mei­nung nach bil­det die Bezie­hung zwi­schen einer erfolg­rei­chen Füh­rungs­kraft und der dahin­ter ste­hen­den grau­en Emi­nenz eine per­fek­te Sym­bio­se zum bei­der­sei­ti­gen Vor­teil.

Auch die wich­tigs­te Pro­ble­ma­tik einer sol­chen Bezie­hung haben Sie sehr schön dar gelegt. Einer­seits muss eine Füh­rungs­kraft bereit sein jeman­den auf Augen­hö­he zu akzep­tie­ren, ande­rer­seits muss die graue Emi­nenz bereits sein sich im Hin­ter­grund zu hal­ten.

Mit net­tem Gruß aus Dort­mund

Pie­ro Zed­da

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