Monate: Juni 2012

Postindustrielles Projektmanagement

Es könnte alles so einfach sein: Wer macht Was bis Wann. Das ist klassisches Projektmanagement. Das Ziel des Projekts ist einigermaßen bekannt und stabil; der Weg dorthin ausreichend beschildert. Wenige Projektleiter planen, koordinieren und kontrollieren; viele Mitarbeiter führen aus: Planungsapartheid. Was aber wenn Ziele sich verändern oder sich erst im Laufe des Projekts formen, wenn der Weg sich als Sackgasse herausstellt oder erst ein Weg gefunden werden muss? Dann sind Kreativität und Innovation gefragt und zwar nicht nur die der Projektleiter.

Wettbewerb der Ideen auf openPM

Auf openPM startet heute ein kleiner Wettbewerb. Es geht um ein reales Projekt und konkrete, schwierige Situationen bei denen wir helfen wollen. Besonders spannend finde ich die Aktion, weil es ein Projekt aus dem Bereich des Bürgerschaftlichen Engagements ist und ich denke, dass wir aus der Führung von ehrenamtlichen Mitarbeitern sehr viel lernen können. Peter F. Drucker sah in gemeinnützigen Organisationen jedenfalls die Vorreiter im Management von Wissensarbeitern: The Girl Scouts, the Red Cross, the pastoral churches—non-profit organizations—are becoming America’s management leaders. […] in the most crucial area—the motivation and productivity of knowledge workers—they are truly pioneers, working out the policies and practices that business will have to learn tomorrow.“ Peter F. Drucker, Management Rev Ed. S. 142 Es geht bei dem Projekt um die schwierige Koordination von ehrenamtlichen Mitarbeitern bei der Organisation eines historischen Stadtfests. In diesem Stadtfest Es sollen Szenen aus der Stadtgeschichte ab dem 13. Jh. bis zum Ende der Reichsstadt im Jahre 1803 geplant und durchgeführt werden. Die örtliche Bevölkerung und zahlreiche Vereine sollen mitmachen (insgesamt 300 – 400 Beteiligte!). Neben vielfältigen …

Operation Monkey Business

Gebhard Borck’s „Affenmärchen: Arbeit frei von Lack & Leder“ ist ein besonderes Buch in zweierlei Hinsicht. Einerseits weil Gebhard Borck an etwas rüttelt, das die meisten von uns als unverrückbar hinnehmen: Im Zentrum steht nämlich die Frage, ob Arbeit in Unternehmen so organisiert und Menschen so gemanaged werden müssen wie es heute mehrheitlich der Fall ist oder ob es Alternativen es gibt. Und andererseits, weil Gebhard Borck das Buch auf ganz besondere Art geschrieben und veröffentlicht hat: Das gesamte Buch kann online in ca. 100 Blogposts kostenlos gelesen werden. Nach dem großen Erfolg des deutschen Affenmärchens geht Gebhard Borck zur Übersetzung seines Buches wieder einen ungewöhnlichen Weg: Crowdfunding heißt das Stichwort und Operation Monkey Business seine Initiative. Das Affenmärchen hat mir sehr gefallen. Deshalb unterstütze ich die Übersetzung.

PM-Camp Wien: Blitzlicht

Das PM-Camp in Dornbirn ist als Gegenentwurf zu klassischen Konferenzen und Formaten im Bereich Projektmanagement gedacht: Eine Un-Konferenz als Mischung aus Vorträgen und Open-Space Barcamp. Dieses Format war bei der Premiere im November 2011 in Dornbirn ein riesiger Erfolg. Den Geist von Dornbirn haben nun die Kollegen Michael Laussegger, Michael Leber und Michael Horvath in Wien aufgegriffen und ein sehr inspirierendes PM-Camp in Wien veranstaltet.

Projektinflation

Menschen machen Projekte. Immer schon. Das zeitlich begrenzte, einmalige, komplexe, arbeitsteilige Vorhaben ist die Normalität. Oder besser: war die Normalität der Erwerbsarbeit vor der Lohnsklaverei des Industriezeitalters. Es brachte standardisierte, höchst-effiziente, aber langweilige Arbeitsprozesse, die schließlich besser durch Roboter ausgeführt werden konnten. Projekte wurden die störende Ausnahme oder waren beschränkt auf Privatangelegenheiten. In den letzten Jahrzehnten nahm die projektorientierte Arbeitsweise aber wieder zu. Manche sprechen sogar warnend von einer Projektinflation. Ich sehe darin aber eher eine Rückkehr zur „normalen“, menschlichen Arbeitsweise nach einem Jahrhundert Taylorismus.