Monate: Juli 2012

Projekt-Management: Ein Widerspruch?

In seinem lesenswerten Kursbuch „Kaputtoptimieren und Totverbessern. Eine kurze Geschichte des Managements als Scharlatanerie“ (Amazon Affiliate Link) brandmarkt Niels Pfläging die gängigen Praktiken des modernen Managements als Kurpfuscherei und stellt sie auf eine Stufe mit dem vorwissenschaftlichen Entwicklungsstand der Medizin im Mittelalter. Zwar hatten die Methoden zu Beginn des Industriezeitalters aufgrund der speziellen historischen Situation großen Erfolg, aber man muss sich fragen ob die Methoden noch ins heutige Umfeld der Wissensarbeit passen. Insbesondere sollte man sich fragen, ob dieses Management zu Projekten passt und je gepasst hat und ob Projekt-Management nicht schon ein Widerspruch in sich ist.

Der Projektleiter: Vom Aussterben bedroht?

Noch steht der klassische Projektleiter nicht auf der roten Liste der gefährdeten Arten. Aber auch für den Projektleiter gilt die Warnung Gunter Duecks: Wesentliche Teile klassischer Berufsbilder sind schon oder werden demnächst zur Commodity, also einem standardisierten Gebrauchsgut. Wer sich heute auf die in den Standards und Büchern beschriebenen Prozesse und Normen beschränkt, könnte morgen schon Bildschirmrückseitenberater sein, wie Gunter Dueck die Bediener mehr oder weniger intelligenter Software nennt, die diese Standardprozesse abbildet. In diesem Sinne wird industrielles Projektmanagement zur Commodity und darauf beschränkte Projektleiter werden tatsächlich „aussterben“.

PM Camp 2012: Anmeldung gestartet

Nach dem großartigen ersten PM Camp letzten November in Dornbirn und dem PM Camp in Wien, freue ich mich außerordentlich erneut Mitorganisator des PM Camps in Dornbirn sein zu können. Vom 8. bis 10. November 2012 wird das Thema Projektmanagement wieder an der FH Vorarlberg in Dornbirn aus ganz verschiedenen Richtungen beleuchtet und diskutiert. Das erfolgreiche Konzept haben wir weitestgehend beibehalten: es gibt wenige feste Vorträge und viel Open-Space, wir haben noch bessere Räume als im letzten Jahr und es gibt wieder eine Abendveranstaltung. Unverändert geblieben ist natürlich auch der unschlagbar günstige Preis von 119,– €. Ich freue mich jetzt schon auf viele bekannte und neue Gesichter, die vielen Impulse die ich bei PM Camps bisher immer erhalten habe und auf die vielen Ideen die dort entstehen (nicht zuletzt openPM). Seit heute läuft die Anmeldung um PM Camp 2012. Bitte rechtzeitig anmelden, da die Plätze begrenzt sind.

Rezertifizierung IPMA Level D: Money for Nothing

Nun bin ich also rezertifiziert. Nicht, dass ich mein IPMA Level D Zertifikat in den letzten fünf Jahren jemals gebraucht hätte. Aber verfallen lassen wollte ich es auch nicht als ich im März die Aufforderung zur Rezertifizierung erhielt. Also nahm ich den lästigen bürokratischen Aufwand von „Zertifizierungsantrag – F01“ über „Selbstbewertungsbogen – F02“ bis zu „Nachweis von PM-Tätigkeit und Zertifikatsbewertung – F05D“ auf mich. Immerhin im Internet und nicht schriftlich. Ein paar Wochen später erhielt ich dann eine E-Mail, dass mein Rezertifizierungsverfahren erfolgreich abgeschlossen sei und ich alsbald mein neues Zertifikat erhalten würde. Toll! Gestern kam das Zertifikat an mit einer Rechnung über 250,– Rezertifizierungsgebühr. Meiner Meinung nach völlig ungerechtfertigt.