Rezertifizierung IPMA Level D: Money for Nothing

Nun bin ich also rezer­ti­fi­ziert. Nicht, dass ich mein IPMA Level D Zer­ti­fi­kat in den letz­ten fünf Jah­ren jemals gebraucht hät­te. Aber ver­fal­len las­sen woll­te ich es auch nicht als ich im März die Auf­for­de­rung zur Rezer­ti­fi­zie­rung erhielt. Also nahm ich den läs­ti­gen büro­kra­ti­schen Auf­wand von „Zer­ti­fi­zie­rungs­an­trag – F01“ über „Selbst­be­wer­tungs­bo­gen – F02“ bis zu „Nach­weis von PM-Tätig­keit und Zer­ti­fi­kats­be­wer­tung – F05D“ auf mich. Immer­hin im Inter­net und nicht schrift­lich. Ein paar Wochen spä­ter erhielt ich dann eine E‑Mail, dass mein Rezer­ti­fi­zie­rungs­ver­fah­ren erfolg­reich abge­schlos­sen sei und ich als­bald mein neu­es Zer­ti­fi­kat erhal­ten wür­de. Toll! Ges­tern kam das Zer­ti­fi­kat an mit einer Rech­nung über 250,– Rezer­ti­fi­zie­rungs­ge­bühr. Mei­ner Mei­nung nach völ­lig ungerechtfertigt.

Zunächst war ich ja der Mei­nung, Level D Zer­ti­fi­ka­te wür­den nicht ver­fal­len. Mitt­ler­wei­le habe ich her­aus­ge­fun­den, dass dem wohl seit 01.04.2006 nicht mehr so ist. Seit­her haben alle Zer­ti­fi­ka­te eine Gül­tig­keit von 5 Jah­ren. Laut GPM (die Zah­len fin­den sich bei den Beschrei­bun­gen der ein­zel­nen Level) sind in Deutsch­land ca. 85% aller Zer­ti­fi­ka­te Level D (ca. 11% Level C, ca. 4% Level B und deut­lich unter einem hal­ben Pro­zent Level A). Rezer­ti­fi­zie­rung für Level D ist also eine Ein­nah­me­quel­le, die man nicht ver­nach­läs­si­gen sollte.

Zunächst aber: In dubio pro reo. Neh­men wir also für den Moment noch an, es gäbe nicht-mate­ri­el­le Grün­de, war­um eine Rezer­ti­fi­zie­rung für Level D sinn­voll sein könn­te. Laut GPM ist Kern­kom­pe­tenz für Level D:

Hat Pro­jekt­ma­nage­ment­kennt­nis­se in allen Kompetenzelementen.
Quel­le: GPM

Man kennt also sein Hand­werks­zeug, kann Ham­mer und Säge unter­schei­den und ohne grö­ße­ren Scha­den für sich und die Umwelt anwen­den. Was im Gegen­satz zu allen höhe­ren Level nicht gefor­dert ist für Level D, ist Erfah­rung im Projektmanagement:

Erfah­rung in den Kom­pe­tenz­ele­men­ten des Pro­jekt­ma­nage­ments wird nicht not­wen­di­ger­wei­se vor­aus­ge­setzt, es ist aber von Vor­teil, wenn der Kan­di­dat sein PM-Wis­sen schon in einem gewis­sen Rah­men zur Anwen­dung gebracht hat.
Quel­le: GPM

Was will die PM-Zert nun also rezer­ti­fi­zie­ren auf Level D? Wären es nur mei­ne Kennt­nis­se, dann hät­te ich eine erneu­te Prü­fung able­gen müs­sen. Muss­te ich aber nicht. Statt­des­sen wur­den im Bogen „Nach­weis von PM-Tätig­keit und Zer­ti­fi­kats­be­wer­tung – F05D“ Pro­jekt­ma­nage­ment-Tätig­kei­ten abge­fragt (min­des­tens 12 Mona­te in den letz­ten 5 Jah­ren). Um rezer­ti­fi­ziert zu wer­den muss ich also Erfah­rung nach­wei­sen. Dar­aus folgt, dass es nun also zwei Klas­sen von Level D gibt: die Erst­zer­ti­fi­zier­ten ohne Erfah­rung und die Rezer­ti­fi­zier­ten mit Erfahrung.

Gera­de weil Zer­ti­fi­ka­te Ori­en­tie­rung geben sol­len, hal­te ich die­se erfah­rungs­ba­sier­te Rezer­ti­fi­zie­rung auf Level D für eine schlech­te Idee. Für mich als Inha­ber des Zer­ti­fi­kats bringt die Rezer­ti­fi­zie­rung kei­ner­lei Nut­zen, denn auf dem Papier bin ich nicht von einem Erst­zer­ti­fi­zier­ten unter­scheid­bar. Es hat daher den Anschein, als wäre die­se Rezer­ti­fi­zie­rung haupt­säch­lich als Ein­nah­me­quel­le gedacht. Ver­mut­lich gelang es in der Ver­gan­gen­heit nicht, genü­gend Level D für das erfah­rungs­ba­sier­te und damit auch sinn­voll rezer­ti­fi­zier­ba­re Level C zu begeistern.

Viel­leicht schämt man sich dafür ja auch ein wenig und ver­steckt des­halb die Gebüh­ren für die Rezer­ti­fi­zie­rung im gan­zen Pro­zess sehr gut. Ich hät­te mir von Anfang einen kla­ren Hin­weis auf die Gebüh­ren gewünscht. Weder in der Auf­for­de­rung zur Rezer­ti­fi­zie­rung noch bei der Anmel­dung im Inter­net bin ich mei­ner Mei­nung nach dar­auf hin­ge­wie­sen wor­den. (Ich kann es lei­der nicht bewei­sen, weil ich die E‑Mail schon gelöscht habe.) Die ein­zi­ge Stel­le wo ich jetzt beim genau­en Nach­le­sen auf einen Hin­weis gesto­ßen bin ist im Antrag zur Rezertifizierung:

Beim sechs­ten(!) Spie­gel­strich wird dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die „Zer­ti­fi­zie­rung durch PM-ZERT ent­gelt­pflich­tig ist“. Ohne Link auf die Gebüh­ren, wohl­ge­merkt. Die­se muss man sich erst auf der Sei­te der GPM suchen und auch dort sind sie in einem PDF ver­steckt und nicht direkt auf der Sei­te sicht­bar. Nach Ein­rei­chen mei­nes Antrags auf Rezer­ti­fi­zie­rung habe ich mei­ner Mei­nung nach kei­ner­lei E‑Mail mit einem Hin­weis auf die Gebüh­ren bekom­men. Ent­spre­chend über­rascht war ich über die Rech­nung. Jeder noch so klei­ne Ver­sand­händ­ler macht das bes­ser: da bekom­me ich vor der Lie­fe­rung eine Bestä­ti­gung mei­ner Bestel­lung mit den Kos­ten dafür!

Fazit: Inhalt­lich ist die Rezer­ti­fi­zie­rung auf Level D nicht begründ­bar und man­gels Unter­scheid­bar­keit ohne Mehr­wert. Money for nothing.

Bildnachweis

Das Arti­kel­bild wur­de von 401K 2012 unter dem Titel „Money“ auf Flickr unter einer Crea­ti­ve-Com­mons Lizenz (CC BY-SA 2.0) ver­öf­fent­licht.

Manifest für menschliche Führung – Reloaded 

Die ers­te Auf­la­ge des Mani­fest für mensch­li­che Füh­rung war ein Über­ra­schungs­er­folg. Mit sei­nen 50 Sei­ten ist es aber eigent­lich mehr ein White­pa­per als ein Buch. Vie­len Lesern gefällt gera­de die Kür­ze. Ande­re wün­schen sich mehr Tie­fe. Das kann ich nach­voll­zie­hen und will die­sem Wunsch ger­ne mit einer deut­lich erwei­ter­ten Auf­la­ge nach­kom­men. Wenn ihr das wollt! Mehr dazu auf der Kam­pangnen-Sei­te bei Start­next. Dan­ke für eure Unterstützung. Unterstützen

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18 Kommentare

Marc Widmann 1. Juli 2012 Antworten

Hal­lo Mar­cus, ich bin nicht der typi­sche Blog-Ant­wor­ter. Aber heu­te wer­de ich mich mal dran machen. Emp­fin­de gera­de, dass Gutes aus­ein­an­der drif­tet, was eigent­lich zusam­men­ge­hört. OpenPM und GPM wol­len mit unter­schied­li­chen Mit­teln ein und das­sel­be. PM zugäng­lich machen, lei­ten und inspi­rie­ren. Letzt­end­lich auch mei­nungs­bil­dend sein. Und beim letz­ten möch­te ich anknüp­fen. Bei­de haben Ver­ant­wor­tung für die PM-Gesellschaft.

Kurz dazu, dass Du sagst, dass Du das Zer­ti­fi­kat die letz­ten 5 Jah­re nicht gebraucht hät­test. Da hast Du in jedem Fal­le recht, dass kei­ne PM-Poli­zei Dich in Dei­ner Pro­jekt­ar­beit anhält und nach Dei­nem Zer­ti­fi­kat fragt. Wobei, wenn ich mich es recht über­le­ge, wenn gro­ße Fir­men Aus­schrei­bun­gen machen und Level D, C, B, A ver­lan­gen ver­trau­en Sie dar­auf, dass Du auch ehr­lich bist beim Ein­rei­chen Dei­nes Ange­bo­tes mit der Refe­ren­zie­rung auf das Zer­ti­fi­kat. Immer mehr Fir­men machen dies und das ist mei­ner Mei­nung nach rich­tig so. Viel wich­ti­ger aber fin­de ich, dass vie­le Ihr Zer­ti­fi­kat in Ihrem Lebens­lauf auf­füh­ren, auf Ihrer XING-Sei­te, Lin­kedIn etc. By the way Du auch. Auch das ist rich­tig und wich­tig. Wirk­lich „brau­chen“ tut man es nicht, aber zum Gesamt­bild gehört es dazu.

Und den Nut­zen des Durch­ackerns durch die Fach­ter­mi­ni für den Level D, haben wir ja vor kur­zem cora publi­kum auf Twit­ter, als gute Basis zur Ent­wick­lung hin zur nächs­ten „PM-Rei­fe­stu­fe“ – mit der Wei­ter­ent­wick­lung der Ver­hal­tens- und Sozi­al­kom­pe­tenz – bestätigt.

Soweit ich es rich­tig ver­stan­den habe, hat die GPM die Rezer­ti­fi­zie­rung auch für Level D ein­ge­führt auf­grund des Markt­drucks, Damit die Zert­fi­kan­ten sich auch nach dem Erhalt des Zer­ti­fi­kats mit PM beschäf­ti­gen müs­sen um auch wei­ter­hin zer­ti­fi­ziert zu blei­ben. Der Nach­weis der durch Dich erwähn­ten F05 (Pro­jekt­lis­te) ist ein Bau­stein neben der Wei­ter­bil­dung F02. Wir alle wis­sen, dass wenn man Wis­sen nicht frisch hält es nicht mehr prä­sent ist. Als dies begut­ach­tet die GPM und zwei Asses­so­ren unab­hän­gig voneinander.

Nun zu dem Aspekt, dass Du sagst es gibt Level D mit und ohne Erfah­rung. Ja die gibt es, aber nicht bezo­gen auf das Zer­ti­fi­kat. Wis­sen kann man unter­schied­lich „frisch hal­ten“. Durch ler­nen und reflek­tie­ren und/oder durch regel­mä­ßi­ge Anwen­dung der Fach­ter­mi­ni, der Metho­den etc.. Und das geschieht bei PM Wis­sen nun ein­mal in Pro­jek­ten. Und durch die bei der Rezer­ti­fi­zie­rung ein­ge­for­der­te Weiterbildung. 

Nun kom­me ich eigent­lich zum Anlass mei­ner Ant­wort. Es war nicht der Sach­in­for­ma­ti­on die­ses Bei­tra­ges, son­dern die Kom­mu­ni­ka­ti­on auf der Bezie­hungs­ebe­ne in Dei­nen Tweets.
Bezüg­lich der man­geln­den Sicht­bar­keit der Kos­ten kann ich Dein #fail aus den Tweets nach­voll­zie­hen. Man kann nicht davon aus­ge­hen, dass jeder sich die Infor­ma­tio­nen auf der Web­sei­te der GPM detail­liert anschaut und sich infor­miert. Das muss in den Mails ste­hen. Selbst wenn es dort erwähnt gewe­sen war, ist Dir das offen­sicht­lich ent­gan­gen. Also kann man hart for­mu­lie­ren, dass die Infor­ma­ti­on nicht aus­rei­chend prä­sen­tiert wur­de. Hier muss die GPM in jedem Fall was machen. Hät­te aber ver­mu­tet, dass auf der Zer­ti­fi­ka­te-Sei­te die Unter­sei­te im Haupt­me­nü „Gebüh­ren“ sofort ins Auge stos­sen muss.
http://www.gpm-ipma.de/qualifizierung_zertifizierung/ipma_4_l_c_zertifikate_fuer_projektmanager.html
Mir zumin­dest ist es vor ein paar Wochen bei mei­ner Rezert für Level B sofort prä­sent gewe­sen. Aber any­how. Es muss bewusst sein. Wenn es das bei Dir nicht war, dann muss die GPM was machen. Ich habe der GPM par­al­lel den Link die­ses Posts zuge­stellt und mal schau­en was dazu gesagt wird.

Aber zurück zum Anlass.
Das Inter­net bringt nun mal einen ande­ren Sprach­stil mit sich. Ich mer­ke das ja auch an mir. Man ver­wen­det die ein oder ande­re Abkür­zung oder gar neue bis­her unge­nutz­te oder anders ver­an­ker­te Ant­wor­ten. Zurück zu den Tweets. #wtf ist in auch im Inter­net nicht inte­grie­rend und schafft Distanz.
Und das wol­len wir alle nicht. Du hast freu­de­strah­lend vor kur­zem get­wee­tet, dass Du auf dem PM Forum der GPM OpenPM vor­stellst. Das schafft längst fäl­li­ge Brü­cken zwi­schen der PM 1.0 und PM 2.0 wie Du und ein paar Kol­le­gen es bezeich­net. Wobei ich das nicht für eine gelun­ge­ne Klas­si­fi­zie­rung hal­te, da 1.0 als alt und aus­ge­dient gese­hen wird und 2.0 mit Neu­em und Bes­se­ren ver­bun­den wird. Ich sehe das klas­si­sche und das agi­le PM (so scheint es mir in den bei­den „Clubs“ gesplit­tet zu sein – zumin­dest bis­her) viel inte­grie­ren­der und wech­sel­sei­ti­ger. Bei­des wird benö­tigt und ist sinnvoll.
Du siehst ich woll­te also gar nicht vor­nehm­lich fach­lich, inhalt­lich reagie­ren, son­dern der Anlass war was ande­res. Lei­der kann ich gar nicht so aktiv sein in OpenPM und im Web wie ich es mir wün­schen wür­de um mei­ne fach­li­chen Mei­nung kund zu tun. Ich ver­su­che das PM in der GPM und in mei­ner Fir­ma vor­an­zu­brin­gen – letzt­end­lich wol­len wir das­sel­be: PM vor­an­zu­brin­gen und zu pro­fes­sio­na­li­sie­ren. Und ich unter­stüt­ze das nach mei­nen Mög­lich­kei­ten in bei­den „Clubs“.

Ach noch etwas Wich­ti­ges zum Schluss: Die­ser Bei­trag ist mei­ne ganz per­sön­li­che sub­jek­ti­ve Meinung.

Marcus Raitner 1. Juli 2012 Antworten

Hal­lo Marc,

vie­len Dank für Dei­nen aus­führ­li­chen Kommentar. 

Das Wich­tigs­tes zuerst: ich woll­te und will weder mit die­sem Post noch mit mei­nen Tweets einen Keil zwi­schen die Frak­tio­nen trei­ben. Ich fin­de die GPM immer noch extrem offen und schät­ze das Zuge­hen auf openPM sehr (ich hat­te zwi­schen­durch auf dem PM-Camp Wien den direk­ten Ver­gleich zu PMI …). Auf das PM-Forum freue ich mich sehr. Unein­ge­schränkt stim­me ich Dir zu:

OpenPM und GPM wol­len mit unter­schied­li­chen Mit­teln ein und das­sel­be. PM zugäng­lich machen, lei­ten und inspi­rie­ren. Letzt­end­lich auch mei­nungs­bil­dend sein. Und beim letz­ten möch­te ich anknüp­fen. Bei­de haben Ver­ant­wor­tung für die PM-Gesellschaft. 

Kom­men wir zunächst zur Sach­ebe­ne und damit zu mei­ner Kri­tik an der Rezer­ti­fi­zie­rung von Level D. Level D bestä­tigt Grund­la­gen­wis­sen, aber kei­ne Erfah­rung. Ich gebe Dir recht: Wis­sen muss ange­wen­det wer­den und reflek­tiert wer­den um frisch zu blei­ben. Wenn das für Level D not­wen­dig ist, lie­bend ger­ne, dann aber auch bei der Erst­zer­ti­fi­zie­rung. Mit zwei­er­lei Maß zu mes­sen und dann doch das glei­che Eti­kett zu ver­ge­ben ist Unsinn. Jeden­falls für mich als Trä­ger des Zer­ti­fi­kats und für die Kun­den die einen Level D ein­kau­fen. Für die PM-Zert sehe ich den Sinn schon.

Zum Schluss noch ein paar Wor­te zu Dei­ner Stil­kri­tik. Sozia­le Medi­en, ins­be­son­de­re Twit­ter prä­gen eine ande­ren Stil: knap­per, direk­ter, undi­plo­ma­ti­scher, rau­er, authen­ti­scher, pro­vo­kan­ter und kon­fron­ta­ti­ver. Für mich hat das nichts mit Distanz schaf­fen zu tun, son­dern jedes #fail und #wtf ist eine Ein­la­dung zur Diskussion.

Herz­li­che Grüße,
Marcus

PS. Auf eine Dis­kus­si­on zu PM 1.0 / 2.0, agil / klas­sisch und so wei­ter freue ich mich auf openPM, PM-Forum oder dem PM-Camp in Wien. Oder eben auf Twitter.

rainwebs 2. Juli 2012 Antworten

Mitt­ler­wei­le wird bereits bei den Level D Schu­lun­gen auf den Preis der Zer­ti­fi­zie­rung hin­ge­wie­sen. Trotz­dem hat es den Hauch von Geldmacherei ;-).

Ann-Katrin Gremmel 10. Juli 2012 Antworten

Hal­lo Herr Raitner,

auch ich möch­te mich stell­ver­tre­tend für PM-ZERT zu Ihrem Bei­trag äußern.

Die PM-ZERT geht sehr offen mit ihren Gebüh­ren um, damit sich jeder Inter­es­sent und auch die bereits Zer­ti­fi­zier­ten recht­zei­tig auf etwai­ge Kos­ten vor­be­rei­ten kön­nen. Die­se Offen­heit ist Teil unse­rer Firmenphilosophie.
In unse­rem Anschrei­ben, wel­ches stan­dard­mä­ßig an Rezer­ti­fi­kan­ten für Level D her­aus­geht, steht fol­gen­der Satz: „Wei­te­re Infor­ma­tio­nen über den Inhalt des Ver­fah­rens und die Rezer­ti­fi­zie­rungs­ge­bühr fin­den Sie in den Doku­men­ten Z01 und A01 unter
http://www.gpm-ipma.de/qualifizierung_zertifizierung/ipma_4_l_c_zertifikate_fuer_projektmanager
Wäh­len Sie dort am lin­ken Bild­rand „Level D“ und dann am rech­ten Bild­rand den Down­load zur Rezer­ti­fi­zie­rung.“ Die­ses Schrei­ben ist auch an Sie herausgegangen.
Unter fol­gen­dem Pfad sind die Gebüh­ren eben­falls zu fin­den: http://www.gpm-ipma.de/fileadmin/user_upload/Qualifizierung___Zertifizierung/Zertifikate_fuer_PM/Termine_und_Gebuehren_A01_2012.pdf

Natür­lich habe ich mal neu­gie­rig bei ande­ren Zer­ti­fi­zie­rungs­stel­len nach­ge­schaut, aber güns­ti­ge­re Prei­se für die Rezer­ti­fi­zie­rung für ein Zer­ti­fi­kat von die­ser Bedeu­tung habe ich nicht gefun­den – teil­wei­se kom­mu­ni­ziert man dort die Prei­se über­haupt nicht öffent­lich. Von Zer­ti­fi­kan­ten, die auch ande­re Rezer­ti­fi­zie­rungs­pro­zes­se ken­nen, haben wir erfah­ren, dass unser Ver­fah­ren im Ver­gleich trans­pa­rent und ein­fach ist.

Das IPMA 4‑Le­vel-Cer­ti­fi­ca­ti­on-Sys­tem ist auf Basis der Norm ISO/IEC 17024, die 2003 ver­ab­schie­det wur­de, akkre­di­tiert. Die­se Norm setzt Stan­dards für Unter­neh­men, die sich mit der Zer­ti­fi­zie­rung von Per­so­nen beschäf­ti­gen. Sie macht natio­na­le Stan­dards ver­gleich­bar und sorgt für die inter­na­tio­na­le Aner­ken­nung der Zer­ti­fi­ka­te. Die Norm for­dert die Über­prü­fung des Wis­sens in regel­mä­ßi­gen Abstän­den. Die Rezer­ti­fi­zie­rung ist in gewis­ser Hin­sicht eine Garan­tie für den Inha­ber, Arbeit­ge­ber oder Kun­den, dass die Kom­pe­ten­zen auf dem neu­es­ten Stand gehal­ten wer­den. Sie ist also ein wich­ti­ger Bestand­teil des Systems. 

Für die Erst­zer­ti­fi­zie­rung wird ein Trans­fer­nach­weis auf Basis eines fik­ti­ven oder rea­len Pro­jek­tes ver­langt, eben­so ein schrift­li­cher Test und eine münd­li­che Prü­fung. Durch den Trans­fer­nach­weis wird bereits eine reflek­tie­ren­de Metho­de ange­wen­det. Die­se Metho­de steckt auch in der Rezer­ti­fi­zie­rung. In unse­rem Leit­fa­den ste­hen zur Rezer­ti­fi­zie­rung fol­gen­de Sätze: 

Für die Rezer­ti­fi­zie­rung die­ses Per­so­nen­krei­ses ist eine halb­stün­di­ge münd­li­che Rezer­ti­fi­zie­rungs­prü­fung vor­ge­se­hen, die ent­spre­chend den Rege­lun­gen der münd­li­chen Prü­fung für die Erst­zer­ti­fi­zie­rung durch­ge­führt und bewer­tet wird. „Die münd­li­che Prü­fung kann jedoch erlas­sen wer­den, wenn der Zer­ti­fi­kats­in­ha­ber wäh­rend der Gül­tig­keits­dau­er des Zer­ti­fi­ka­tes min­des­tens 12 Mona­te Pro­jekt­ma­nage­ment-Tätig­keit nach­wei­sen kann.“ Die­se Doku­men­te wer­den von uns geprüft.

Mit die­sem Hin­ter­grund lässt sich zwi­schen der Erst­zer­ti­fi­zie­rung und der Rezer­ti­fi­zie­rung kein Wider­spruch erkennen.

Durch die Refle­xi­on des Gelern­ten und der Erfah­rung in schrift­li­cher Form kann das Wis­sen eben­so geprüft wer­den, wie durch ein münd­li­ches Inter­view, wie es in unse­rem Rezer­ti­fi­zie­rungs­pro­zess für den Level D vor­ge­se­hen ist. Es steckt also etwas mehr Ana­ly­se­ar­beit von unse­rer Sei­te in unse­rem Zer­ti­fi­zie­rungs­kon­zept, als es auf den ers­ten Blick erschei­nen mag. 

Vie­le herz­li­che Grüße

Ann-Kat­rin Gremmel

Marcus Raitner 10. Juli 2012 Antworten

Hal­lo Frau Gremmel,

herz­li­chen Dank für Ihre aus­führ­li­che Antwort.

Unter offe­nem Umgang mit den Gebüh­ren ver­ste­he ich etwas ande­res. Dass in der E‑Mail auf die Doku­men­te Z01 und und A01 ver­wie­sen wird, ist das min­des­te. War­um kann dort nicht ein­fach ste­hen, dass es 250 Euro kos­tet. Oder war­um kann ich nicht nach Ein­rei­chen der Zer­ti­fi­zie­rung eine Auf­trags­be­stä­ti­gung bekom­men, wo klar her­vor­geht, dass ich jetzt die Rezer­ti­fi­zie­rung für 250 Euro beauf­tragt habe. Das wür­de ich als offe­nen Umgang bezeich­nen. (Dass es ande­ren noch schlech­ter machen, ist kein Argument.)

Auch wenn es mög­lich ist die münd­li­che Prü­fung erlas­sen zu bekom­men wenn man aus­rei­chend Erfah­rung nach­wei­sen kann, heißt das nicht, dass Level D Erfah­rung zer­ti­fi­ziert. Im Gegen­teil: „Erfah­rung in den Kom­pe­tenz­ele­men­ten des Pro­jekt­ma­nage­ments wird nicht not­wen­di­ger­wei­se vor­aus­ge­setzt (…)“. Wenn ein Kun­de einen Pro­jekt­ma­nage­ment-Fach­mann ein­kauft kann er also grund­sätz­lich kei­ne Erfah­rung erwarten. 

War­um muss (nicht „kann“, wie bei der Erst­zer­ti­fi­zie­rung) ich bei der Rezer­ti­fi­zie­rung nun Erfah­rung nach­wei­sen? Für den Kun­den bin ich nun immer noch Level D, d.h. der wird von mir immer noch kei­ne Erfah­rung erwar­ten kön­nen. Das passt nicht. Ent­we­der Level D basiert nicht auf Erfah­rung, dann aber auch nicht bei einer Rezer­ti­fi­zie­rung, oder es basiert auf Erfah­rung, dann aber auch bei der Erst­zer­ti­fi­zie­rung. Und zwar immer und nicht nur optio­nal als Alter­na­ti­ve zur münd­li­chen Prü­fung. Schließ­lich soll der Kun­de doch wis­sen was er erwar­ten kann: Erfah­rung oder nicht.

Herz­li­che Grüße,
Mar­cus Raitner

Ann-Katrin Gremmel 13. Juli 2012 Antworten

Hal­lo Herr Raitner,

wie bereits gesagt, unse­re Gebüh­ren sind auf unse­rer Web­site ver­öf­fent­licht und wir ver­schi­cken hier­zu den Hin­weis auf die Rezer­ti­fi­zie­rungs­ge­bühr. Auf Grund Ihres Feed­backs sind wir in der Über­le­gung eine Direkt­ver­lin­kung auf die Gebüh­ren vor­zu­neh­men. Das wäre dann ein Klick in die E‑Mail und dann ste­hen dort die 250 Euro. Das soll­te nicht schwer sein.

Sie stel­len die Fra­ge: War­um muss ich bei der Rezer­ti­fi­zie­rung Erfah­rung nach­wei­sen? Sowohl für die Level D Erst­zer­ti­fi­zie­rung als auch für die Level D Rezer­ti­fi­zie­rung wird die Erfah­rung nicht not­wen­di­ger­wei­se vor­aus­ge­setzt. Die­ses ist für bei­des ein kann und wird nicht gefordert.

Wenn ein Kun­de eine/n Zer­ti­fi­zier­ten Projektfachmann/Fachfrau (GPM) ein­kauft ist das Zer­ti­fi­kat ein Beleg dafür, dass der Zer­ti­fi­kats­trä­ger Kom­pe­tenz­ele­men­te anwen­den kann und ein umfas­sen­des Wis­sen dar­über besitzt.

Das Level D Kan­di­da­ten trotz­dem Erfah­rung haben kön­nen ist nicht aus­zu­schlie­ßen. Es gibt auf dem Markt die unter­schied­lichs­ten Lebensläufe.

Wir machen regel­mä­ßi­ge bench­marks um Ver­glei­che zu zie­hen, wo wir ste­hen. Wenn wir in ein­zel­nen Berei­chen fest­stel­len, dass wir hier und da bes­ser sind, bedeu­tet dies nicht zwangs­läu­fig, dass es die Kon­kur­renz schlecht macht. Wir haben har­te Kon­kur­renz aber auch net­te. Es gibt sehr vie­le Berüh­rungs­punk­te und Gesprä­che. An die­ser Stel­le möch­te ich die Kon­kur­renz wert­schät­zend betrach­tet wissen.

Ich per­sön­lich sehe das als Moti­va­ti­on. Hier ist Bewe­gung gefor­dert und das hält fit. 

Vie­le herz­li­che Grüße

Ann-Kat­rin Gremmel

Marcus Raitner 13. Juli 2012 Antworten

Hal­lo Frau Gremmel,

ja, ich fän­de es gut wenn die Gebüh­ren bes­ser sicht­bar wären. 

Sowohl für die Level D Erst­zer­ti­fi­zie­rung als auch für die Level D Rezer­ti­fi­zie­rung wird die Erfah­rung nicht not­wen­di­ger­wei­se vor­aus­ge­setzt. Die­ses ist für bei­des ein kann und wird nicht gefordert.

Und war­um muss ich dann zur Rezer­ti­fi­zie­rung den Bogen „Nach­weis der PM-Tätig­keit und Zer­ti­fi­kats­be­wer­tung (F05D)“ ein­rei­chen? Da geht es doch um Erfah­rung? Ich muss nach­wei­sen als PM-Tätig­kei­ten aus­ge­führt zu haben. Das muss ich bei der Erst­zer­ti­fi­zie­rung nicht. Inso­fern ist das, obwohl das­sel­be Eti­kett dar­auf klebt, nicht inhaltsgleich.

Herz­li­che Grüße,
Mar­cus Raitner

Ann-Katrin Gremmel 13. Juli 2012 Antworten

Hal­lo Herr Raitner,

Sie müs­sen die­sen Bogen ein­rei­chen, weil bis­her hier das Feed­back inte­griert ist. Die­ses soll aber in Zukunft getrennt wer­den und ist in Über­ar­bei­tung. Wenn jemand kei­ne Erfah­rung hat, trägt er oben nichts ein und gibt uns unten sein Feed­back an, wel­ches von uns aus­ge­wer­tet wird. Prak­tisch muß er dann das Inter­view machen, dass nach den glei­chen Prä­mis­sen erfolgt, wie für die Erst­zer­ti­fi­zie­rung. Das Befül­len der Tätig­kei­ten ist kein Muß! Wenn er jedoch die­ses Befül­len kann, kann Ihm das Inter­view erlas­sen wer­den und die Unter­la­gen wer­den geprüft.

Herz­li­che Grüße

Ann-Kat­rin Gremmel

Marcus Raitner 13. Juli 2012 Antworten

Hal­lo Frau Gremmel,

inter­es­sant: das Aus­fül­len des Erfah­rungs­teils im Bogen F05D ist also optio­nal. Wo genau hät­te ich das im Vor­feld lesen kön­nen? Auf dem Bogen selbst ist online jeden­falls kein Hin­weis dar­auf und die Über­schrift „Tätig­kei­ten im Pro­jekt­ma­nage­ment (min­des­tens 12 Mona­te in den letz­ten 5 Jah­ren)“ legt nicht wirk­lich nahe, dass ich das nicht aus­fül­len muss, fin­den Sie nicht auch?

Herz­li­che Grüße,
Mar­cus Raitner

Ann-Katrin Gremmel 13. Juli 2012 Antworten

Hal­lo Herr Raitner,

die­ses fin­den Sie in unse­rem Leit­fa­den im Kapi­tel Rezer­ti­fi­zie­rung für Level D:

Für Zer­ti­fi­kats­in­ha­ber des Level D gilt:
Von den Zer­ti­fi­kats­in­ha­bern des Level D wird grund­sätz­lich kein Nach­weis von PM-Tätig­keit ver­langt. Für die Rezer­ti­zie­rung die­ses Per­so­nen­krei­ses ist eine halb­stün­di­ge münd­li­che Rezer­ti­fi­zie­rungs­prü­fung vor­ge­se­hen, die ent­spre­chend den Rege­lun­gen der münd­li­chen Prü­fung für die Erst­zer­ti­fi­zie­rung durch­ge­führt und bewer­tet wird. .…. Die münd­li­che Prü­fung kann jedoch erlas­sen wer­den, wenn der Zer­ti­fi­kats­in­ha­ber wäh­rend der Gül­tig­keits­dau­er des Zer­ti­fi­ka­tes min­des­tens 12 Mona­te Pro­jekt­ma­nage­ment-Tätig­keit nach­wei­sen kann.

Hier­mit haben Sie die Brü­cke für den Umgang mit der F05D. Wenn wir alle Erklä­run­gen in die Doku­men­te auf­neh­men, wür­den die­se zu Umfang­reich. Die meis­ten Hin­wei­se fin­den Sie in unse­ren Leit­fä­den und Anlei­tun­gen. Die­se sind sozu­sa­gen der Schlüssel.

Herz­li­che Grüße

Ann-Kat­rin Gremmel

Marcus Raitner 13. Juli 2012 Antworten

Hal­lo Frau Gremmel,

ich gebe zu die­sen Leit­fa­den nicht genau gele­sen zu haben. Jetzt bin ich und sind mei­ne Leser schlau­er. Trotz­dem fin­de ich, dass ein dies­be­züg­li­cher Hin­weis im FD05 nicht scha­den wür­de. Oder wenigs­tens ein Link auf den Leit­fa­den; wir sind hier schließ­lich im Inter­net. (Rand­no­tiz: für mei­nen Geschmack „ver­steckt“ die PMZERT zu vie­le Details in PDF-Doku­men­ten anstatt sie auf Web­sei­ten zugäng­lich zu machen.)

Grund­sätz­lich erschließt sich mir der Nut­zen einer Level‑D Rezer­ti­fi­zie­rung nicht. Mein Abitur muss ich ja auch nicht 5 Jah­re nach Abschluss erneut nach­wei­sen (sei es durch erfolg­rei­chen Berufs­ein­stieg, Stu­di­um oder erneu­te Prü­fung). Aber gut: es sind ihre Zer­ti­fi­ka­te und sie kön­nen die Regeln defi­nie­ren. Zum Glück haben wir ja, im Gegen­satz zum Abitur, Wahl­mög­lich­kei­ten. Es wird sich zei­gen, ob der Markt ihr Ange­bot annimmt.

Ich begrü­ße es jeden­falls sehr, dass Sie hier mit mir und mei­nen Lesern so offen und aus­führ­lich dis­ku­tie­ren. Danke.

Herz­li­che Grüße,
Mar­cus Raitner

Ann-Katrin Gremmel 13. Juli 2012 Antworten

Hal­lo Herr Raitner,

die Leit­fä­den und Anlei­tun­gen fin­den Sie eben­falls auf unse­rer Web­site im Down­load­pa­ket. Wir ver­fol­gen einen kon­ti­nu­ier­li­chen Ver­bes­se­rungs­pro­zess und damit wer­den alle Doku­men­te in regel­mä­ßi­gen Abstän­den über­ar­bei­tet, wenn es denn not­wen­dig ist. Die Leit­fä­den wer­den im Durch­schnitt ein­mal im Quar­tal aktua­li­siert. Hier­bei fließt auch das Feed­back ein.

An die­ser Stel­le noch ein Hin­weis an die Inter­es­sier­ten. Bit­te laden Sie für eine neue Akti­on immer die neu­es­ten Doku­ment aus dem Down­load her­un­ter. Die FD05 ist bereits in der Überarbeitung.

Es ist für mich sehr inter­es­sant zu wis­sen, wo wir Ver­ständ­nis­fra­gen stär­ker nach­ge­hen kön­nen. Das schafft wie­der Potential.

Vie­len herz­li­chen Dank

Ann-Kat­rin Gremmel

Marco Jacob 21. Dezember 2012 Antworten

Die­ses The­ma ist ja nun schon etwas älter. Fest­hal­ten möch­te ich aber doch, dass es bei ande­ren Orga­ni­sa­tio­nen ähn­lich läuft, viel­leicht hier etwas offen­sicht­li­cher bei den Kos­ten (bei mir das Zer­ti­fi­kat PMP von PMI). Bei PMI muss man Fort­bil­dungs­punk­te (PDU) nach­wei­sen, die stich­pro­ben­ar­tig durch PMI kon­trol­liert wer­den. Ich habe aller­dings aus mei­nem Netz­werk nie etwas von einer Kon­trol­le gehört. Aller­dings wäre das bei der Anzahl von Zer­ti­fi­kats­in­ha­ber auch eine logis­ti­sche Meisterleistung.

Vor­teil­haft fin­de ich bei PMI den Zusatz PMP „in good stan­ding“, was auf die Rezer­ti­fi­zie­rung hin­weist. Es wäre viel­leicht auch bei GPM eine gute Idee, das Level D mit einem Attri­but zu ver­se­hen. Ohne ent­spre­chen­de Kon­trol­le stellt sich aber z.B. für Auf­trag­neh­mer die Fra­ge, was der Zusatz wert ist.

Ich sehe die Kos­ten für die Rezer­ti­fi­zie­rung so:
Die Orga­ni­sa­ti­on benö­tigt Geld. Wenn man das nur aus neu­en Zer­ti­fi­ka­ten zieht, braucht man ein Schnee­ball­sys­tem, das frü­her oder spä­ter die Orga­ni­sa­ti­on zer­stört. Durch die Rezer­ti­fi­zie­rungs­ge­bühr braucht man das nicht. Außer­dem zah­le ich für das Zer­ti­fi­kat, weil es mei­ner Fir­ma einen Vor­teil im Wett­be­werb bietet.

Fazit:
Die PM-Orga­ni­sa­tio­nen brau­chen das Geld. Trans­pa­renz soll­te es dabei geben. Es ist pri­ma, wenn sich durch die­sen BLOG etwas in die­ser Hin­sicht verbessert.

Dr. Herbert Beckert 19. August 2013 Antworten

Hal­lo @all,
die­sen Aus­tausch fand ich sehr span­nend und möch­te hier noch einen Bei­trag ein­brin­gen. Die Inter­na­tio­nal Asso­cia­ti­on of Pro­ject Mana­gers (IAPMTM) bie­tet ihre Zer­ti­fi­zie­run­gen in eng­li­scher und seit 2010 in deut­scher Spra­che an. Im Ver­gleich zu PMI deckt die IAPM auch die Soft Skills ab. Die IAPM bie­tet neben den Zer­ti­fi­kats­gra­den Cer­ti­fied Pro­ject Mana­ger (IAPM) und Cer­ti­fied Seni­or Pro­ject Mana­ger (IAPM) auch noch den Cer­ti­fied Agi­le Pro­ject Mana­ger (IAPM) und Cer­ti­fied Seni­or Agi­le Pro­ject Mana­ger (IAPM) an.

Die IAPM ist m.W. die ein­zi­ge PM-Orga­ni­sa­ti­on, die ihre Zer­ti­fi­ka­te, vglb. Uni­ver­si­täts­di­plo­men, dau­er­haft ver­gibt. Die Sache läuft also nicht in Rich­tung „Geld­druck­ma­schi­ne“. Außer­dem aner­kennt die IAPM die bereits abge­leg­ten und bestan­de­nen Prü­fun­gen ande­rer Orga­ni­sa­tio­nen an, was ich sehr fin­de. Gegen eine Bear­bei­tungs­ge­bühr kann man sein (auch bereits abge­lau­fe­nes) Zer­ti­fi­kat prü­fen und aner­ken­nen las­sen (dazu setz­te ich mich ein­fach mit einem Trai­nings­part­ner der IAPM in Ver­bin­dung). Die Gebühr belief sich auf ca. 100 €, bei einem vor­han­de­nem Zer­ti­fi­kat, mit Aner­ken­nung zum Cer­ti­fied Pro­ject Mana­ger (IAPM). Die­se Ver­wal­tungs­ge­bühr ist aus mei­ner Sicht gerecht­fer­tigt gewesen.

Jeder poten­zi­el­le Auf­trag- oder Arbeit­ge­ber kann nun mein Zer­tif­kat auf der http://www.iapm.net veri­fi­zie­ren und auch die umfas­sen­den Leit­fä­den PM-Gui­de 2.0 und Agi­le PM-Gui­de 2.0 anse­hen und kos­ten­los her­un­ter­la­den! Damit ist gewähr­leis­tet, dass auch bekannt ist, auf wel­ches Wis­sen die IAPM prüft.

Dr. Her­bert Beckert

René Kuechler 24. Oktober 2013 Antworten

Guten Tag Herr Raitner
Bin gera­de auf Ihren Bei­trag hier gestos­sen, da mich das The­ma grund­sätz­lich inter­es­siert. Ihre Aus­sa­gen kann ich nicht ganz nach­voll­zie­hen – weni­ger wegen den inhalt­li­chen Details son­dern viel mehr ganz grund­sätz­lich. Ich fra­ge mich, war­um Sie als so erfah­re­ner Pro­jekt­ma­na­ger denn über­haupt im Level D zer­ti­fi­zie­ren las­sen. Wäre nicht eher Level B oder gar A das Rich­ti­ge für Sie? Dann wäre auch Ihr Anspruch bzgl. Erfah­rungs­nach­weis gestillt. Schö­ne Grüs­se aus der Schweiz…

Marcus Raitner 24. Oktober 2013 Antworten

Hal­lo Herr Kuech­ler, die Level‑D Zer­ti­fi­zie­rung liegt ja nun auch schon eini­ge Jah­re zurück bei mir, wes­halb auch die Rezer­ti­fi­zie­rung anstand. Und eben die­se fand ich nicht beson­ders sinn­voll gestal­tet und habe das dar­ge­legt. Natür­lich könn­te ich mich höher zer­ti­fi­zie­ren las­sen, aber ehr­lich gesagt inter­es­sie­ren mich die­se Zer­ti­fi­ka­te nicht mehr. Ich hal­te nichts davon und sie brin­gen mir nichts. Mehr dazu in mei­ner Pro­jekt­ma­nage­ment-Phi­lo­so­phie und in der aus­führ­li­chen Dis­kus­si­on auf openPM.

Roland Spengler 20. März 2014 Antworten

Die Dis­kus­si­on ist berech­tigt und man kann sich dar­an rei­ben. Jedem, der sich ein­mal über­legt was ein­ge­reicht wird und dass ech­te Per­so­nen das nicht nur abhef­ten son­dern über­prü­fen, wird klar, dass 250 € eigent­lich nicht viel Geld für den Auf­wand sind, der betrie­ben wird. Vor allem auch bei den höhe­ren Leveln.
Die Not­wen­dig­keit ist aber nicht durch „Geld­schnei­de­rei“ ent­stan­den. Am Anfang der 4‑Le­vel-Zer­ti­fi­ka­te war die unend­li­che Gül­tig­keit (ich habe Level d Ende 2005 gemacht, die­ses Zer­ti­fi­kat gilt unend­lich lang und ver­fällt nicht!), dann kamen die Groß­kon­zer­ne (allen vor­an Sie­mens und Luft­han­sa, aber auch ande­re) und stell­ten fest, dass man ja gar nicht wis­se, ob das Wis­sen des zer­ti­fi­zier­ten auch noch aktu­ell sei und übten über ihre Mit­glied­schaft im Ver­band Druck aus, dass ein Ver­falls­da­tum kommt. Dann wur­de die­se Rezer­ti­fi­zie­rung ein­ge­führt und alle muss­ten alle 5 Jah­re erneut zur Rezer­ti­fi­zie­rung (das gilt dann für mei­nen Level A – erwor­ben Ende 2008, rezer­ti­fi­ziert Ende 2013).
Nun ist die Rezer­ti­fi­zie­rung eines Level A wesent­lich teu­rer, aber die Prü­fung der Doku­men­te, die ich ein­ge­reicht habe auch wesent­lich auf­wen­di­ger und daher passt m.E. Preis-Leistung.

Nun kommt aber der Trep­pen­witz. Gera­de die Groß­kon­zer­ne, die uns das alles ein­ge­brockt haben, haben irgend­wann fest­ge­stellt, dass die Rezer­ti­fi­zie­rung ihrer ange­stell­ten Pro­jekt­lei­ter rich­tig Geld kos­tet und nur den Fri­sche­grad über­prüft, aber kein zusätz­li­ches Wis­sen bringt und fin­den das daher nicht mehr ok. Des­we­gen hat sich IAPM gegrün­det. Und gera­de die Groß­kon­zer­ne nut­zen das jetzt.

Aber mal ehr­lich: Wen inter­es­siert das Datum auf mei­ner Zer­ti­fi­zie­rungs­ur­kun­de? Ich habe für das Zer­ti­fi­kat nach­ge­wie­sen, dass ich zu einem Zeit­punkt X einen gewis­sen Grad an Wis­sen und Erfah­rung erreicht habe und las­se mir das von einer neu­tra­len (Schwei­zer Modell) Insti­tu­ti­on nach­wei­sen. Das ver­fällt doch nicht. Auch wenn das Zer­ti­fi­kat abge­lau­fen ist, bestä­tigt es immer noch, dass ich in dem ent­spre­chen­den Jahr nach­ge­wie­se­ner­ma­ßen das Wis­sen und die Erfah­rung hatte!
Und das Rezer­ti­fi­kat: Es beweist, dass die glei­che neu­tra­le Insti­tu­ti­on zu einem ande­ren Zeit­punkt Y geprüft hat, dass ich mich wei­ter­hin mit dem The­ma beschäf­tigt habe und mich zu den Kom­pe­tenz­ele­men­ten wei­ter­ge­bil­det habe und auch neue­re Strö­mun­gen und wei­te­re Kom­pe­ten­zen erwor­ben habe.

Wer mehr von den Zer­ti­fi­ka­ten erwar­tet, ist selbst Schuld. Wenn unse­re Fir­ma das macht, dann weil wir wis­sen, dass unse­re Zer­ti­fi­ka­ten (auch die die schon Erfah­rung haben) sich unter dem Druck einer Prü­fung Mühe gege­ben haben das Wis­sen zu ler­nen und in den Kur­sen und in den Prü­fun­gen viel dazu gelernt haben. Des­we­gen machen wir absicht­lich auch bei In-House-Kur­sen, Kur­se bei denen von außen ande­re Teil­neh­mer dazu kom­men, damit wir von­ein­an­der ler­nen. Wir neh­men einen Kurs­an­bie­ter, der nicht nur auf die Prü­fung vor­be­rei­tet, son­dern den Anspruch hat das Wis­sen zu ver­mit­teln. Der stammt auch nicht aus unse­rer Bran­che, damit wir viel reflektieren …
Und die Rezer­ti­fi­zie­rung gibt uns und dem Mit­ar­bei­ter auch ein wenig die Erin­ne­rung und ein wenig Druck in den nächs­ten 5 Jah­ren Inter­es­se an Wei­ter­bil­dung und vor allem Inter­es­se am „Sich-die-Zeit-neh­men“ zu haben. Denn eins ist sicher: Im Tages­ge­schäft ist es oft eine Kraft­an­stren­gung den Kun­den und uns zu über­zeu­gen einen Pro­jekt­lei­ter nicht wei­ter am Pro­jekt wer­keln zu las­sen, son­dern ihm die Aus­zeit zu geben, dass er mal 1 Woche etwas für sich tut und sich metho­disch weiterentwickelt.

Marcus Raitner 21. März 2014 Antworten

Dan­ke, Roland, für Dei­nen aus­führ­li­chen Kom­men­tar. Über Zer­ti­fi­zie­run­gen und Rezer­ti­fi­zie­run­gen der höhe­ren Level kann ich aus eige­ner Erfah­rung nichts sagen, aber dort war ja von Anfang an der Aspekt der Erfah­rung berück­sich­tigt. Inso­fern fin­de ich es ok, nach eini­ger Zeit wie­der zu prü­fen ob der Inha­ber des Zer­ti­fi­kats wei­te­re Erfah­run­gen gemacht hat. Level D war und ist immer noch unab­hän­gig von der Erfah­rung, ein wenig so wie mein Abitur oder mein Diplom. Dar­um ver­ste­he ich es immer noch nicht, was eine Rezer­ti­fi­zie­rung so wie sie bei mir durch­ge­führt wur­de brin­gen soll außer Umsatz für die Zertifizierungsstellen. 

Bezüg­lich kon­ti­nu­ier­li­cher Wei­ter­bil­dung bin ich voll­kom­men bei Dir. Dafür muss in jedem Unter­neh­men der Frei­raum zur Ver­fü­gung ste­hen. Scha­de fän­de ich es aller­dings, wenn man dazu den Druck einer Rezer­ti­fi­zie­rung bräuch­te. Ich gehe davon aus, dass Mit­ar­bei­ter grund­sätz­lich wil­lens sind sich zu ent­wi­ckeln. Als Unter­neh­men müs­sen wir ihnen nur die Mög­lich­kei­ten und den Raum bie­ten. Eigent­lich einfach.

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