Monate: März 2014

Wie ich arbeite

Im Zusammenhang mit meinem Plädoyer für mehr Spielräume im Projektmanagement erreichte mich die Frage nach meinem konkreten Tages- und Wochenablauf als Projektleiter, um diese Spielräume zu gewährleisten. Nun glaube ich zwar nicht, dass sich meine Arbeitsweise auch nur ansatzweise als Blaupause eignet, verstehe das Interesse aber und beantworte die Frage daher ein wenig ausführlicher im Sinne der unterliegenden Paradigmen und weniger als konkreten Tages- und Wochenplan oder in Form von schlauen Ratschlägen zur Zeitplanung.

Klare Verhältnisse

Als Projektleiter wird man immer wieder in Versuchung geführt. Indem man beispielsweise die Ärmel hochkrempelt und sich in die operative Hektik der Arbeitsebene stürzt: es gibt ja immer mehr als genug zu tun. Oder indem man wenigstens alles auf Arbeitsebene kontrolliert und überwacht: man kann sich ja auf niemand verlassen. Auch seitens des Auftraggebers droht eine vielfach unterschätzte Gefahr, nämlich das bereitwillige Ausfüllen nicht ausreichend besetzter Rollen des Auftraggebers durch den Projektleiter.

Fehlerkultur in Projekten

Der Umgang mit Fehlern ist nie einfach. Eine entspannte und konstruktive Haltung gegenüber Fehlern ist allerdings der Schlüssel zu guten Ergebnissen. Wer nicht wagt, gewinnt nicht. Gopi Kallayil, Chief Evangelist bei Google, fasst die Fehlerkultur bei Google deshalb so zusammen: „There is a belief in the company that if you don’t fail often enough, you’re not trying hard enough.“ Projekte als Unternehmungen unter starken zeitlichen und finanziellen Beschränkungen auf unbekanntem Terrain sollten daher dem Umgang mit Fehlern ganz besonders pflegen. Theoretisch jedenfalls. In der Praxis wird gelogen, beschönigt und vertuscht auf allen Ebenen. Wer aber immer alle Fehler vermeiden will, verhindert zwar kurzfristig Verstimmungen, erreicht aber langfristig nur unbefriedigende Ergebnisse.

Sich entbehrlich machen

Viele Projektleiter halten sich selbst für die wichtigste Person im Projekt. Meist sind sie das auch tatsächlich. Nicht weil sie wirklich so wichtig und gut wären. Vielmehr ist es ihnen nicht gelungen oder sie haben es sogar unbewusst vermieden, das Projekt so zu gestalten, dass sie entbehrlich wären. Das Bestreben eines jeden Projektleiters sollte aber ein Projektteam sein, das ohne sein Eingreifen die vereinbarten Ergebnisse liefern kann.