Weniger, aber besser

Wenn es um erst­klas­si­ges Pro­dukt­de­sign geht, den­ken vie­le heu­te auto­ma­tisch an Apple. Hin­ter den groß­ar­ti­gen Ent­wür­fen von Jona­than Ive ste­hen aber die Ideen und Prin­zi­pi­en eines der ein­fluss­reichs­ten Desi­gner des 20. Jahr­hun­derts: Die­ter Rams schuf im Wirt­schafts­wun­der­land als Chef­de­si­gner von Braun zah­lose Design­klas­si­ker, die auch Ste­ve Jobs sehr schätz­te. Sein mini­ma­lis­ti­sches Design­ver­ständ­nis fass­te er schon 1970 in zehn The­sen für gutes Design zusam­men, die heu­te aktu­el­ler denn je sind. »Weni­ger, aber bes­ser« ist einer sei­ner prä­gnan­ten Leit­sät­ze, die für mich nicht nur im Design, son­dern gera­de in der Füh­rung und im Pro­jekt­ma­nage­ment eine ent­schei­den­de Rol­le spielen.

The­re is not­hing so useless as doing effi­ci­ent­ly that which should not be done at all.
Peter F. Drucker

Was in den Lehr­bü­chern über Pro­jekt­ma­nage­ment steht ist alles rich­tig und äußerst voll­stän­dig. Ganz so wie die Rega­le in einem Bau­markt: unglaub­lich vie­le, unglaub­lich effi­zi­en­te und unglaub­lich prak­tisch anmu­ten­de Werk­zeu­ge. Ent­schei­dend für die Effek­ti­vi­tät ist aber letz­lich nur, was in der jewei­li­gen Situa­ti­on am bes­ten hilft. Im Bau­markt wie im Pro­jekt. Der effi­zi­en­te Umgang mit den Werk­zeu­gen und Metho­den ist das eine, ihre effek­ti­ve Anwen­dung aber etwas ganz ande­res. Weni­ger For­ma­lis­mus, bes­se­re Fokussierung.

Per­fek­ti­on ist nicht dann erreicht, wenn man nichts mehr hin­zu­fü­gen, son­dern nichts mehr weg­las­sen kann.
Antoi­ne de Saint-Exupéry

Vie­le Metho­den des Pro­jekt­ma­nage­ment kön­nen ihren Ursprung im tay­lo­ris­ti­schen Manage­ment kaum ver­ber­gen. Es wird geplant, doku­men­tiert, abge­si­chert und kon­trol­liert ohne rech­tes Maß. Mit einer för­der­li­che­ren Hal­tung des Ver­trau­ens gelingt Füh­rung heut­zu­ta­ge aber deut­lich rei­bungs­frei­er und ein­fa­cher für alle Betei­lig­ten. Weni­ger Kon­trol­le, bes­se­re Führung.

Sim­pli­ci­ty is the ulti­ma­te sophistication.
Leo­nar­do da Vinci

Natür­lich ist es ein­fa­cher den vor­ge­ge­be­nen Metho­den­ka­non blind im Pro­jekt umzu­set­zen. In vie­len Unter­neh­men wird genau das durch soge­nann­te Stan­dards geför­dert und gefor­dert. Das Ergeb­nis ist immer Mit­tel­maß. Wirk­lich effek­tiv sind näm­lich im jewei­li­gen Pro­jekt in der jewei­li­gen Situa­ti­on nach dem Pare­to-Prin­zip nur ein klei­ner Teil der mög­li­chen Auf­ga­ben und Tätig­kei­ten des Pro­jekt­lei­ters. Um die­se klug aus­zu­wäh­len und dann fokus­siert umzu­set­zen, braucht es Erfah­rung und Mut. Wie bei gutem Design: Weni­ger, aber bes­ser.

Arti­kel­bild: Nite_Owl bei flickr.com (CC BY-SA 2.0)

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Von Marcus Raitner

Hi, ich bin Marcus. Ich bin der festen Überzeugung, dass Elefanten tanzen können. Daher begleite ich Organisationen auf ihrem Weg zu mehr Agilität. Über die Themen Führung, Digitalisierung, Neue Arbeit, Agilität und vieles mehr schreibe ich seit 2010 in diesem Blog. Mehr über mich.

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