Monate: Juni 2014

Handwerkszeug: Notwendig, aber nicht hinreichend

Von verschiedenen Seiten wird gerne suggeriert, dass erfolgreiches Projektmanagement hauptsächlich eine Frage des richtigen Gebrauchs von Methoden und Werkzeugen sei. Hinter solchen Behauptungen steckt dann praktischerweise gleich ein konkretes Angebot für Training und Zertifizierung. Professionelle Beherrschung der eingesetzten Methoden und Werkzeuge ist ohne Frage notwendig. Aber eben nur notwendig und nicht hinreichend. Ein kurzer Exkurs in die Abgründe der praktischen Aussagenlogik.

Stärken stärken

Ob zur Beurteilung, als Feedback oder zur Zielvereinbarung, in den Gesprächen zwischen Führungskraft und Mitarbeiter geht es viel um die individuellen Schwächen des Mitarbeiters und wie daran gearbeitet werden kann und muss. Natürlich werden auch die Stärken erwähnt, aber nur, um die Kritik an den Schwächen besser verdaulich zu machen. Wozu auch, schließlich ist der Mitarbeiter in dem Bereich seiner Stärken ja schon gut, aber bei seinen Schwächen da muss unbedingt etwas passieren. Soweit die bestehend einfache wie falsche Logik. Das Ergebnis sind verpasste Chancen auf Vortrefflichkeit zugunsten breiter Mittelmäßigkeit.

Zielvereinbarungen: Ein Spiel mit dem Feuer

Die regelmäßigen Leser wissen, dass ich kein großer Freund von Motivation mittels monetärer Anreize bin. Ich halte Menschen für prinzipiell leistungsbereit und motiviert, falls sie ihren Beitrag und das Gesamtvorhaben für sinnvoll halten. Zur Klärung der Frage, wie die individuelle Motivation des Mitarbeiters sinnvoll in den größeren Kontext des Projekts oder des Unternehmens passt und was daraus abgeleitet die Aufgaben des Mitarbeiters sein sollten, sind Zielvereinbarungen tatsächlich ein gutes Führungsinstrument. Wie jedes Werkzeug können und werden Zielvereinbarungen aber oft missbraucht durch daran gekoppelte Anreizsysteme, um dem Mitarbeiter Sinn von außen aufzuzwingen. Ein Spiel mit dem Feuer.