Monate: Juli 2014

Das erste Projekt

An meine erste Projektmanagement-Aufgabe erinnere ich mich noch wie gestern. Frisch zertifiziert nach fünf Mal drei Tagen Kurs und ähnlich intensiver Arbeit am Transfernachweis hatte ich es endlich geschafft, ich war Projektleiter und trug die Verantwortung für mein erstes Projekt. Ich brannte darauf das Gelernte in die Praxis umzusetzen. Also zog ich mich zurück und plante, optimierte die Auslastung der Mitarbeiter, analysierte Umfeld und Stakeholder und nicht zuletzt die Risiken, ausführlich und mustergültig. Als ich meiner Meinung nach fertig war, schrieb ich allen Beteiligten in einer längeren E-Mail meine Erkenntnisse und natürlich meinen detaillierten Plan. Jetzt wussten alle was zu tun war, ich fühlte mich klasse und lehnte mich entspannt zurück.

Klare Anforderungen

Am Ende eines erfolgreichen Projektes stehen Ergebnisse. Welche Ergebnisse das sind, wird vorab in Form von Zielen und Anforderungen beschrieben. Theoretisch jedenfalls. Obwohl also Anforderungen von so zentraler Bedeutung im Projektmanagement sind, wird in der Praxis genau in dieser zentralen Disziplin leider allzu oft nicht präzise und ordentlich gearbeitet. Warum das so ist und was Sie dagegen tun können ist Inhalt dieses etwas längeren Exkurses in die Kunst des Anforderungsmanagements.

Qualität im Projekt

Drei wesentliche Dimensionen gibt es bekanntlich im Projektmanagement: Termine, Kosten und Ergebnisse. Sie bilden als das sogenannte magische Dreieck des Projektmanagements die Randbedingungen des Projekts: bis wann soll mit welchen Mitteleinsatz was genau in welcher Qualität erreicht werden. Während Termin und Kosten einfach messbar sind, brauchen die Ergebnisse zusätzlich eine Definition der angestrebten Qualität. In vielen Projekten wird genau das aber gerne vergessen oder implizit angenommen, dass die Erreichung der Ergebnisse genauso offensichtlich und leicht messbar ist wie Termine und Kosten. Ein folgenschwerer Fehler.