Monate: August 2014

Projektaudits richtig einsetzen

Mit Projektaudits ist das so eine Sache. In regelmäßigen Abständen eine Überprüfung des Projekts durch eine neutrale Instanz vorzunehmen ist an sich eine gute Idee. Wie bei so vielen guten Ideen hapert es in der Praxis leider bei der Umsetzung. Nicht selten wird aus einer sinnvollen Standortbestimmung mit wertvollen Hinweisen zur Verbesserung ein wertloses und formales Abhaken von Checklisten ohne Berücksichtigung der speziellen Projektsituation mit einem starkem Beigeschmack der Kontrolle und Überwachung.

Vorsicht bei der Vermischung von Rollen

Am Rande der Diskussion zum letzten Artikel über die Rolle des Chefarchitekten beschrieb Thilo Niewöhner eine nützliche Leitlinie für die Besetzung von Projektrollen, die nicht in den Kommentaren untergehen sollte: Besser dieselbe Expertenrolle in verschiedenen Projekten ausüben als mehrere verschiedene Rollen im selben Projekt. Insbesondere wenn es um die Vermischung von Rollen auf Führungs- mit Rollen auf Arbeitsebene geht, möchte ich diese Leitlinie dick unterstreichen.

Der Blick für die Gesamtlösung

In meinen Softwareprojekten gibt es immer mindestens eine Person, die einen Blick auf die technische Gesamtlösung hat. Dieser technische Chefdesigner ist dafür verantwortlich, das die Software am Ende ein in sich stimmiges Gesamtbild ergibt. Keine leichte Aufgabe, die zudem nicht immer explizit so als Rolle benannt und besetzt wird, sondern irgendwie nebenbei erledigt werden soll. Ich halte aber genau das für einen entscheidenden Erfolgsfaktor in Softwareprojekten.

Vom Nutzen eines Vorschlags

Die Anekdote über meine erste Aufgabe als Projektmanager könnte den Schluss nahelegen, dass man am besten gar nicht alleine planen sollte, sondern nur zusammen mit dem Team und anderen Stakeholdern. Der gemeinsamen Planungsprozess und der dabei entstehende Dialog über das Projekt, seine Ziele und Inhalte und das Vorgehen ist zwar von ganz entscheidender Bedeutung, dennoch heißt das nicht, dass der Projektmanager nicht vorausdenken und -planen soll. Im Gegenteil, ein guter Vorschlag oder eine Menge von Alternativvorschlägen als Diskussionsgrundlage sorgen für eine zielgerichtete Diskussion. Eine Taktik, die sich übrigens auch in vielen anderen Situationen des Beraterlebens bestens bewährt hat.