Monate: Mai 2015

Der Kennzahlen-Reflex

Wo immer eine Kennzahl auftaucht, löst sie eine Art Pawlowschen Reflex bei Managern aus. Sofort wird die Kennzahl für Vergleiche eingesetzt, weil sich Zahlen ja so schön vergleichen lassen. Was aber wenn der Maßstab gar nicht der gleiche ist? In der Physik ist es uns klar, dass wir Zahlen nicht ohne Einheit verwenden dürfen, denn 42 Grad (Fahrenheit) kann deutlich kälter sein als 20 Grad (Celsius). Wenn es um die Zusammenarbeit von Menschen in Organisationen geht, ist man froh überhaupt irgendwas numerisch erfassen zu können und verliert schnell das Gefühl für die nicht vorhandene Vergleichbarkeit.

Die Teile und das Ganze

Sobald ein Projekt aus mehreren Teilprojekten besteht, stellt sich die Frage, wie über diese Teilprojekte hinweg konsistentes Projektmanagement aussehen kann. Egal ob Riskiomanagement, Stakeholderanalyse, Budgetplanung oder Projektplanung, die naheliegende Antwort lautet fast immer: Jedes Teilprojekt für sich und dann schnell zusammenfügen. Selbst mit ein paar Leitlinien ausgestattet führt dieser Prozess immer zu maximaler Heterogenität in den gemeinsamen Artefakten, die damit oft wertlos werden.

Status? Wassermelonengrün!

Einfache Konzepte haben in der praktischen Umsetzung durchaus so manche Tücke. Beim Berichtswesen im Projekt ist das nicht anders. In regelmäßigen Abständen einen Vordruck inklusive der beliebten Statusampel ausfüllen und verschicken ist das eine, ehrlich und offen über den Stand des Projekts berichten aber etwas ganz anderes. Oft ist der Projektstatus dann wie eine Wassermelone: außen grün und innen schön rot mit einigen dunklen Flecken.