Monate: Juni 2015

Die Frösche fragen

Unsere Sprache entlarvt uns oftmals. Projektbüros die als War-Rooms bezeichnet werden lassen tief blicken in die Seele des Projektleiters und seine Art Projekte durchzuführen. Es geht aber noch schlimmer. Beispielsweise im Veränderungsmanagement mit dem markigen Spruch: „Wenn Du einen Teich trocken legen willst, darfst Du nicht die Frösche fragen!“ Was bei Fröschen in Teichen stimmen mag, zeugt bei der Übertragung auf Menschen und die Veränderung der Zusammenarbeit im Unternehmen von einem falschen aber immer noch weit verbreiteten Menschenbild.

Führung in bewegten Zeiten

Da ich mich auf openPM, in der PM Camp Bewegung und nicht zuletzt in diesem Blog auch intensiv ehrenamtlich um das Thema Projektmanagement kümmere, war es mir eine Freude die Dinner Speech beim diesjährigen PMI Volunteer Event des PMI Chapters Munich am 19. Juni 2015 halten zu dürfen. Mit dem Thema „Führung in bewegten Zeiten“ geht es mir um die Frage, wie wir als Projektmanager führen können und sollten in einer Zeit der Wissensarbeit, in der es „normal ist, dass vieles anders ist und immer schneller anders wird“ (Karl-Heinz Geißler).

Lernen aus Projekten

Projekte sind Veränderung. Mit Projekten betreten wir Neuland. Inhaltlich sowieso, aber ganz oft auch methodisch. Niemand sollte also annehmen, dass Projekte ohne kleinere oder größere Irrwege ablaufen. Keine einfache Erkenntnis gerade für Unternehmen, deren Wertschöpfung zu einem großen Teil auf möglichst fehlerfreier Produktion basiert. Wer Projekte in ein Null-Fehler-Korsett zwängt, darf sich nicht wundern, dass sowohl die Ergebnisse als auch der Weg zu diesen wenig innovativ sind. Eine positive Fehlerkultur ist zwingend notwendig für innovative Ergebnisse und innovatives Vorgehen, muss aber unbedingt ein institutionaliertes Lernen aus diesen Fehlern beinhalten.

Fünf Jahre allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Schreiben

Fünf Jahre sind eine lange Zeit, im Internet aber eine kleine Ewigkeit. Umso mehr freut mich am heutigen Tag das fünfjährige Bestehen meines Blogs. Anfangs war ich mir noch unsicher, ob ich überhaupt genug Themen finden würde, dann entwickelte sich aber aus der Freude am Schreiben ein öffentliches Nachdenken über meine Erfahrungen. Überrascht hat mich, dass so viele Menschen überhaupt Interesse an dieser allmählichen Verfertigung der Gedanken beim Schreiben (frei nach Kleist) haben. Nie gerechnet hätte ich aber mit so vielen interessanten Begegnungen und so vielen spannenden Entwicklungen, die sich letztlich alle irgendwie daraus ergeben haben. Ein kleiner persönlicher Rückblick auf fünf Jahre „Führung erfahren!“.