Monate: Juli 2015

Die ach so böse Komplexität

Komplexität ist in aller Munde. Ein wissenschaftlicher Begriff, der letztlich nur beschreibt, dass wir eine Situation nur unzureichend verstehen. Mit unserer so sehr geliebten Rationalität kommen wir in einer komplexen Situation nicht weiter. Das darf aber nicht sein und darum muss man diese böse Komplexität bekämpfen, reduzieren oder wenigstens beherrschen. Wirklich? Ein Beitrag zur Blogparade anlässlich des diesjährigen PM Camps Berlin.

Divide et impera!

Zur Unterdrückung von Völkern und Volksgruppen hat sich seit antiken Zeiten der Grundsatz „divide et impera“, also „teile und herrsche“, bewährt. Zur Organisation eines Projekts oder eines Unternehmens taugt dieses menschenfeindliche, auf Hass und Abneigung oder wenigstens Konkurrenz beruhende Prinzip eher nicht, findet sich in mehr oder weniger abgeschwächter Form aber dennoch immer wieder.

Wissen ist Macht

Hierarchische Organisationsformen neigen automatisch zu einem Ungleichgewicht an Wissen. Je höher der Rang, desto mehr strategisches Wissen über den Zustand des Unternehmens, die zukünftige Ausrichtung und geplante Veränderungen. Informationen zu heiklen Themen wie beispielsweise einer Umorganisation tröpfeln nur sehr zögerlich nach unten und gelangen erst im letzten Moment nach mehrfacher Filterung zu den Betroffenen. Für dieses Ungleichgewicht an Wissen gibt es im Zeitalter der Wissensarbeit keinen logischen Grund außer eben dem Erhalt der mühsam erkämpften formalen Macht. Ein Schema das sich im Unternehmen nicht auf die Schnelle verändern wird und das sich vielleicht auch gar nicht evolutionär verändern lässt, das jeder in seinem Einflussbereich und insbesondere in seinen Projekten aber nicht auch noch fördern muss.

Helikopter-Manager

Bei der Erziehung von Kindern ist in den letzten Jahren immer öfter die Rede von Helikopter-Eltern. Gemeint sind damit „Eltern, bei denen das Bedürfnis, ihr Kind zu beschützen und zu versorgen, übermäßig ausgeprägt ist“ (Quelle: Wikipedia). Eine ähnliche Tendenz der Überbehütung findet sich aber auch bei vielen Führungskräften in Bezug auf ihre Mitarbeiter. Sobald ein Mitarbeiter auch nur den Anschein eines Problemchens äußert oder dem Schützling Ungemach zu drohen scheint, fühlt sich die Führungskraft verantwortlich und greift beherzt ein. Wie die Helikopter-Eltern beim Streit um das Schäufelchen im Sandkasten.