Monate: Februar 2016

Experimente statt Einheitsbrei

Wo viele Projekte durchgeführt werden, entsteht schnell ein gewisser Drang zur Vereinheitlichung der Methodik. Der Wunsch nach wiederholbar guten Projekten ist auch verständlich, Standardisierung und Patentrezepte garantieren aber maximal Mittelmäßigkeit. Aus Tütensuppe wird eben kein Fünf-Sterne-Menü. Das reicht vielleicht für das kleine Projekt zwischendurch, aber nicht für die komplexen Herausforderungen unserer Zeit. Projektmanagement braucht Freiraum für Experimente, Adaption und Variation statt iso-zertifiziertem Einheitsbrei.

Es gibt kein größeres Glück

So wie ich nicht nur Projektmanager, Berater und Führungskraft bin, sondern eben auch Ehemann, Vater und Mensch, trenne ich auch hier in meinem Blog nicht streng zwischen Beruf und Leben. Sprachlos staune ich immer noch über die Geburt unserer zweiten Tochter Ella am 22.02.2016 um 17:31 Uhr. Voller Stolz und Dankbarkeit bewundere ich unsere kleine Ella und sage einfach nur: Kathrin, ich liebe Dich! Es ist ein Risiko – sagt die Vernunft. Es ist eine Belastung – sagt die Erfahrung. Es ist eine große Verantwortung – sagt die Vorsicht. Es ist nichts als Sorge und Leid – sagt die Angst. Es gibt kein größeres Glück – sagt die Liebe. Joseph Rudyard Kipling

Miteinander statt Nebeneinander

Die Prozesse und die Strukturen zur Weiterentwicklung der IT-Systemlandschaften sind in vielen großen Industrieunternehmen quasi der geronnene Wasserfall. Fachbereiche formulieren ihre Anforderungen an die IT, wo sie dann von der ersten Stelle priorisiert, von der nächsten spezifiziert, von einer weiteren mit Hilfe von Dienstleistern in den Systemen umgesetzt, getestet und schließlich an den Betrieb übergeben werden. Zwischen diesen Silos gibt es klare Vereinbarungen, wie Vorleistungen und Ergebnisse auszusehen haben. Agilität ersetzt dieses sequentielle Nacheinander durch ein interdisziplinäres Miteinander. Nun sollen Menschen verschiedener, klar abgegrenzter Abteilungen permanent an einem gemeinsamen Produkt arbeiten. Diese gewohnte Abgrenzung und Absicherung aufzugeben zugunsten einer konstruktiven Zusammenarbeit in gemeinsamer Verantwortung ist eine nicht zu unterschätzende Kulturveränderung.

Führen mit Auftrag: Warum statt Wie!

Nicht zuletzt Reinhard K. Sprenger attestiert vielen Unternehmen eine fatale Tendenz zur Entmündigung und Infantilisierung der Mitarbeiter. Diese Kultur äußert sich insbesondere in Form von Mikromanagement. Dieser Hang das Wie eines Auftrag nicht dem Ausführenden zu überlassen, sondern als Manager vorzugeben, ist Gift für die Motivation und Produktivität der Wissensarbeiter. Von der Produktivität, Motivation und Kreativität der Wissensarbeiter wird aber das Überleben vieler Unternehmen angesichts der komplexen Herausforderungen des digitalen Wandels in einer global vernetzten Welt abhängen. Wie Führung in komplexen Situationen ohne Mirkomanagement geht, macht das Militär schon seit langem vor mit dem Prinzip des Führens mit Auftrag: Warum statt Wie.

Angst

Angst und Agilität: Eine schlechte Kombination

Agilität geht per Definition einher mit einem gewissen Maß an Unsicherheit. Agil bedeutet wendig. Wendig zu bleiben ist aber nur dort sinnvoll, wo das Ziel nicht exakt genug bestimmt werden kann. Es geht der Agilität also in erster Linie um Effektivität und erst danach um Effizienz. Agil vorgehen heißt öffentlich Fehler machen und diese zu nutzen um den Kurs zu korrigieren. Eine von Angst vor Fehlern geprägte Unternehmenskultur und Agilität passen daher nicht gut zusammen.