Niemals ohne Vision

Agil bedeu­tet wen­dig. Ohne eine Visi­on wird aus wen­dig aber schnell belie­big; anstatt sich ziel­ge­rich­tet vor­wärts zu bewe­gen dreht sich das Team im Kreis. Eine kraft­vol­le Visi­on beschreibt einen attrak­ti­ven Ide­al­zu­stand, den alle Betei­lig­ten als sinn­voll anse­hen. Die Not­wen­dig­keit einer sol­chen Visi­on wird lei­der oft unter­schätzt oder aus Angst vor Miss­erfolg durch zu rea­lis­ti­sche und kraft­lo­se Zie­le ersetzt.

Die Risi­ko beim schwer­ge­wich­ti­gen und pla­nungs­las­ti­gen Was­ser­fall­vor­ge­hen ist es zu spät fest­zu­stel­len, dass die Lei­ter an der fal­schen Wand lehn­te. Dann ist zwar die Soft­ware wie spe­zi­fi­ziert fer­tig und das Pro­jekt in time und in bud­get, das Ergeb­nis aber trotz­dem kein wirk­li­cher Erfolg. Wer die Nut­zer nur wäh­rend der Anfor­de­rungs­ana­ly­se und da nur in Form von Kon­zept­ar­beit ein­bin­det, hat am Ende Miss­ver­ständ­nis­se, Akzep­tanz­pro­ble­me und Über­pro­duk­ti­on: ein signi­fi­kan­ter Anteil von Funk­tio­nen in Soft­ware­sys­te­men wird näm­lich nie oder sel­ten genutzt.

Wer nicht genau weiß, wohin er will, der darf sich nicht wun­dern, wenn er ganz woan­ders ankommt.
Mark Twain

Ande­rer­seits hat die­se Starr­heit des Was­ser­fall­vor­ge­hens aber auch den Vor­teil, dass sie Ori­en­tie­rung bie­tet und nicht leicht belie­big wird. Agi­les Vor­ge­hen ver­mei­det Über­pro­duk­ti­on indem in kur­zen Abstän­den Ergeb­nis­se gelie­fert und Rück­mel­dung dazu ein­ge­holt wer­den um die Rich­tung gleich zu kor­ri­gie­ren. Die Gefahr dabei ist aller­dings, sich mehr oder weni­ger im Kreis zu dre­hen anstatt ech­te Fort­schrit­te zu machen. Dar­um braucht es im agi­len Vor­ge­hen ganz beson­ders eine kraft­vol­le Visi­on, die eine gro­be Rich­tung vorgibt.

If you are working on some­thing exci­ting that you real­ly care about, you don’t have to be pushed. The visi­on pulls you.
Ste­ve Jobs

Eine Visi­on beschreibt den Ide­al­zu­stand: sie muss ambi­tio­niert bis uto­pisch sein. Ziel muss es sein die­se Visi­on im Rah­men des Vor­ha­bens best­mög­lich zu rea­li­sie­ren. Eine Visi­on muss attrak­tiv sein: sie muss die Men­schen, die an ihrer Rea­li­sie­rung arbei­ten, anzie­hen und mit­rei­ßen. Inso­fern muss sie für die Betei­lig­ten sinn­voll sein. Die übli­chen mess­ba­ren Zie­le eines Pro­jekt­auf­trags müs­sen sich an der Visi­on ori­en­tie­ren, kön­nen sie aber nicht erset­zen. Dafür sind die­se Zie­le zu rea­lis­tisch (=ängst­lich) und kraft­los, weil dar­an der Erfolg des Pro­jekts und nicht sel­ten der Betei­lig­ten gemes­sen wird.

The most suc­cess­ful stra­te­gies are visi­ons, not plans.
Hen­ry Mintzberg

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Von Marcus Raitner

Hi, ich bin Marcus. Ich bin der festen Überzeugung, dass Elefanten tanzen können. Daher begleite ich Organisationen auf ihrem Weg zu mehr Agilität. Über die Themen Führung, Digitalisierung, Neue Arbeit, Agilität und vieles mehr schreibe ich seit 2010 in diesem Blog. Mehr über mich.

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