Monate: August 2016

Social Intranet: Eine Frage der Kultur

Social Intranets sind leider in vielen Fällen ein Paradebeispiel für einen Cargo-Kult. Irgendjemand hat gesehen oder gehört, dass in Startups ganz viel Austausch und Vernetzung im Stile von Facebook und Twitter im Social Intranet stattfindet. Ganz ohne oder jedenfalls quer zu klassischen hierarchischen Kommunikationswegen und langsamen Gremien bilden sich dort Meinungen und entstehen spontan neue und manchmal sogar revolutionäre Ideen. Brauchen wir auch! Also (mehr oder weniger) schnell eines der bestehenden Tools für Social Intranets auswählen, ausrollen und schulen. Fertig! Jetzt vernetzt euch! Seid kreativ!

Führung zur Selbstführung

Ein wesentliches Prinzip im agilen Manifest im Speziellen und in fortschrittlichen (türkisen, in der Terminologie von Frederic Laloux) Organisationen im Allgemeinen ist die Selbstorganisation. In eher traditionell-hierarchischen Kommando- und Kontrollstrukturen führt dieses Prinzip neben der Erkenntnis, dass tayloristisches Management offensichtlich überholt ist zu der interessanten Frage, ob und wie Führung im Kontext von Agilität aussehen sollte. Dabei ist diese Frage eigentlich gar nicht neu, sondern von Peter F. Drucker schon vor längerer Zeit im allgemeineren Kontext der Wissensarbeit und der Führung von Wissensarbeitern beantwortet worden: „One does not ‚manage‘ people. The task is to lead people.“

Vergiftetes Lob

In vielen Organisationen sind Anerkennung und Wertschätzung auch heute noch Mangelware. Die Organisationen werden immer noch als Maschinen gesehen, in der die Mitarbeiter die ihnen zugewiesene Aufgabe auszufüllen haben. In diesem Modell gibt es nur funktionieren oder nicht (ausreichend) funktionieren und insofern viel mehr Tadel als Lob. Und das wenige Lob ist meistens vergiftet, weil es nicht bedingungslos genutzt wird, sondern als Mittel zu einem mehr oder weniger hintergründigen Zweck.

Kult der Dringlichkeit

Mein neuer Lieblingsausdruck im Manager-Bullshit-Bingo ist eindeutig „sense of urgency“. Nicht im eigentlichen und berechtigten Sinne von John Kotter, sondern als einseitige Huldigung der Dringlichkeit. Gemacht wird was dringend ist. Wer langfristig und nachhaltig vorgeht muss sich dann eben den Vorwurf eines fehlenden „sense of urgency“ gefallen lassen. Im permanenten Feuerwehreinsatz dreht man sich immer schneller im Kreis. Man hat sich verlaufen, aber trotzdem das Gefühl gut voranzukommen.