Monate: Oktober 2016

Neue Führung missverstanden

Das Bonmot von Peter F. Drucker, dass Kultur jede Strategie zum Frühstück verspeist, gilt auch und ganz besonders für diejenigen, die neue Führung auf Augenhöhe in einer andersdenkenden Umgebung wagen. Wo Führung normalerweise durch Micromanagement und Überbehütung gekennzeichnet ist, wird Führung zur Selbstführung irgendwo zwischen Faulheit, Unfähigkeit und Vernachlässigung der Fürsorgepflicht interpretiert.

Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit statt Busyness

Ein ganz wesentliches Prinzip hinter dem Agilen Manifest ist das der Nachhaltigkeit. Gemeint ist damit das richtige Maß an Arbeitslast, so dass alle Beteiligten theoretisch in der Lage wären diese Geschwindigkeit auf unbestimmte Zeit beizubehalten. Ein treffendes Kriterium für ein gesundes Wirtschaften, wie ich finde. In der Praxis ist in vielen Unternehmen schon ganz allgemein jedes Maß abhanden gekommen, wie der einfache Blick in die übervollen Terminkalender zeigt. Im Hinblick auf Agilität ist dieser Aufruf zur sinnvollen Mäßigung aber besonders angebracht, ist doch der Wunsch schneller zu werden und Zeit aufzuholen die weitaus am meisten gehörte fatale Begründung für ein agiles Vorgehen.

Freude am Arbeiten

Von vielerlei Werten ist die Rede in Unternehmen. Auf Verantwortung, Offenheit und Transparenz können sich die meisten noch einigen. Oft bleiben diese Werte schöne Sonntagsreden, ohne Wirkung beim Montagsmeeting. Zu dominant ist die Angstkultur vielerorts. Entsprechend selten liest man das Glück der Mitarbeiter oder auch nur die Freude am Arbeiten als grundlegenden Wert. Genau hierin unterscheiden sich aber menschliche von mechanistischen Organisationen. Und genau dieser Unterschied wird künftig immer mehr einen Unterschied machen.

Wertschöpfung durch Wertschätzung

Henry Ford beklagte sich einst, dass es die dringend benötigten Hände immer nur in Verbindung mit einem Gehirn gäbe: „Why is it every time I ask for a pair of hands, they come with a brain attached?“ Damit beschrieb er zugleich das wesentliche Prinzip des Taylorismus, nämlich die Reduktion des Menschen auf den ihm zugeteilten Arbeitsschritt und seine Rolle im Prozess. Was damals zwar auch unmenschlich, aber höchst erfolgreich war, ist in unserer heutigen VUCA-Welt weder wertschätzend noch wertschöpfend.

Endlich agil!

Wir leben in einer Zeit, in der es „normal ist, dass vieles anders ist und immer schneller anders wird“, wie der Zeitforscher Karl-Heinz Geißler treffend feststellte. Für dieses Phänomen der Beschleunigung, der Komplexität und der damit einhergehenden Unsicherheit hat sich in letzter Zeit das Akronym VUCA (kurz für volatility, uncertainty, complexity und ambiguity) etabliert. An die Stelle von Stabilität und Effizienz treten Agilität und Effektivität. Veränderung wird die Regel. Projekte, als Konstrukt zur Überführung eines stabilen Zustands in den nächsten, haben ausgedient.