Monate: November 2016

Agilität: Eine Frage der Verantwortung

Ist die Rede von Agilität, sind meist Effekte gemeint wie eine bessere Anpassungsfähigkeit und ein geringeres Risiko durch die evolutionäre Entwicklung von Produkten in kurzen Zyklen. Übersehen wird dabei gerne, dass Agilität auch eine Frage der Verantwortung ist. Verantwortung des Teams für ihr Produkt, aber eben auch für die Arbeitsweise und die Zusammenarbeit im Team. Was zählt ist das Produkt, nicht die Einhaltung eines vorgegebenen Prozesses.

Veränderung braucht Offenheit

Veränderung von Organisationen scheitert nicht an starrköpfigen, trägen und unwilligen Mitarbeitern. Die Widerstände der Menschen sind vielmehr eine verständliche Abwehrreaktion auf einen zutiefst tayloristischen Veränderungsprozess: ein elitärer Zirkel an Managern denkt die Veränderung im Geheimen und den Betroffenen soll sie dann durch Maßnahmen des Changemanagements schmackhaft gemacht werden.

Kultur ist kein Schicksal

Jedes Unternehmen hat die Kultur die es verdient. Nicht im fatalistischen Sinne auferlegt, sondern im aktiven Sinne, dass jedes Unternehmen sich seine Kultur selbst geschaffen hat. Kultur als die Summe der Regeln und Normen, Werte und Prinzipien und erwünschter und unerwünschter Verhaltensweisen, kurz dafür wie es hier eben ist sind oder zu sein hat, ist von Menschen geformt. Schuld sind wir also alle an der Kultur in unseren Organisationen, nur bewusst machen sich das die wenigsten und noch weniger handeln aus diesem Bewusstsein heraus, reflektieren die Kultur und ihr Verhalten und arbeiten aktiv an der Veränderung der Kultur.

Das Produkt bin ich!

Im Scrum erfüllt der Product-Owner eine entscheidende Funktion: er maximiert den Wert seines Produkts. Ausgehend von einer kraftvollen Vision priorisiert er die Funktionen nach dem angenommenen Nutzen und überprüft diese Annahme regelmäßig anhand der Rückmeldung der Kunden. In hierarchischen Organisationen, die auf Kommando und Kontrolle basieren, ist allerdings immer wieder zu beobachten, dass der eine oder andere Product-Owner zum absolutistischen Fürsten wird: „Das Produkt bin ich!“ Gemäß diesem abgewandelten Leitspruch des Absolutismus regiert er selbstherrlich über das Team und betreibt nach Gutdünken Micromanagement.