Monate: Dezember 2016

Das war 2016: Quirlige Mäuse und tanzende Elefanten

Das Jahr neigt sich dem Ende. Es war ein sehr spannendes und herausforderndes Jahr, privat noch mehr als beruflich. Die Geburt unserer zweiten Tochter nur 19 Monate nach unserer ersten Tochter brachte nochmals gehörig Leben in die ohnehin noch junge Familie. Eine unglaublich intensive, aber auch sehr schöne Zeit liegt hinter uns und jeder Tag mit unseren beiden Mäusen ist eine neue Herausforderung, aber auch eine wundervolle Erfahrung, für die wir sehr dankbar sind.

Verantwortung ohne Verantwortliche

Im Zentrum agilen Vorgehens steht ein interdisziplinäres Team. Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Wissen arbeiten selbstorganisiert zusammen. Sie übernehmen gemeinsam Verantwortung für ihr Produkt und ihre regelmäßigen Lieferungen, um dieses Produkt ständig zu verbessern. Geleitet werden sie dabei von einer Produktvision und dem Feedback von Nutzern des Produkts zu den einzelnen Lieferungen. Das Team reflektiert die Zusammenarbeit regelmäßig und verbessert sich dadurch ständig. Weder notwendig noch hilfreich ist ein Leiter dieses Teams. Genau damit haben aber viele hierarchische Organisationen ein Problem, weil es nach den unhinterfragten Glaubenssatz immer einen und genau einen Verantwortlichen geben muss. The best architectures, requirements, and designs emerge from self-organizing teams. Principles behind the Agile Manifesto Der Wunsch nach einem und genau einem Verantwortlichen hat immer etwas mit Problemen zu tun. Nach gängiger Meinung braucht es einen Verantwortlichen, weil sich sonst niemand um Probleme kümmert. Wenn alles richtig läuft, braucht man keinen Verantwortlichen. Erst wenn etwas schief läuft, will man genau einen anschauen können, der sich dann um alles kümmert. Die Erfahrung in solchen Organisationen lehrt offenbar, dass Teams eher lose …

Autonomie und Orientierung

Agilität braucht Führung. Je mehr Autonomie, desto mehr Führung ist notwendig. Im Kleinen auf der Ebene des einzelnen Teams genauso wie im Großen auf Ebene der gesamten Organisation. Die erste Aufgabe von Führung ist Orientierung. In zweierlei Hinsicht: Erstens als die strategische Ausrichtung auf eine gemeinsame Vision und zweitens als die Einbettung der Arbeit in einem gemeinsamen normativen Rahmen von Leitlinien und Rahmenbedingungen.

Denkt schneller!

Menschen unter Druck zu setzen ist eine weit verbreitete und akzeptierte Praxis in vielen Organisationen. Insbesondere wenn die Zeit drängt. Also eigentlich immer. In diesem selbstverständlichen Gebrauch von Druck zeigt sich deutlich das Menschenbild der Theorie X, der zufolge Menschen prinzipiell faul sind und erst zur Arbeit gezwungen werden müssen. Anreize, Motivation oder gar Druck bleiben im Kontext von Wissensarbeit nicht nur wirkungslos, sie führen sogar nachweislich zu schlechteren Ergebnissen. Oder mit den Worten von Tim Lister: „People under time pressure don’t think faster“.