Jahr: 2016

Freude am Arbeiten

Von vielerlei Werten ist die Rede in Unternehmen. Auf Verantwortung, Offenheit und Transparenz können sich die meisten noch einigen. Oft bleiben diese Werte schöne Sonntagsreden, ohne Wirkung beim Montagsmeeting. Zu dominant ist die Angstkultur vielerorts. Entsprechend selten liest man das Glück der Mitarbeiter oder auch nur die Freude am Arbeiten als grundlegenden Wert. Genau hierin unterscheiden sich aber menschliche von mechanistischen Organisationen. Und genau dieser Unterschied wird künftig immer mehr einen Unterschied machen.

Wertschöpfung durch Wertschätzung

Henry Ford beklagte sich einst, dass es die dringend benötigten Hände immer nur in Verbindung mit einem Gehirn gäbe: „Why is it every time I ask for a pair of hands, they come with a brain attached?“ Damit beschrieb er zugleich das wesentliche Prinzip des Taylorismus, nämlich die Reduktion des Menschen auf den ihm zugeteilten Arbeitsschritt und seine Rolle im Prozess. Was damals zwar auch unmenschlich, aber höchst erfolgreich war, ist in unserer heutigen VUCA-Welt weder wertschätzend noch wertschöpfend.

Endlich agil!

Wir leben in einer Zeit, in der es „normal ist, dass vieles anders ist und immer schneller anders wird“, wie der Zeitforscher Karl-Heinz Geißler treffend feststellte. Für dieses Phänomen der Beschleunigung, der Komplexität und der damit einhergehenden Unsicherheit hat sich in letzter Zeit das Akronym VUCA (kurz für volatility, uncertainty, complexity und ambiguity) etabliert. An die Stelle von Stabilität und Effizienz treten Agilität und Effektivität. Veränderung wird die Regel. Projekte, als Konstrukt zur Überführung eines stabilen Zustands in den nächsten, haben ausgedient.

Individuen und Interaktionen

Individuen und Interaktionen mehr als Prozesse und Werkzeuge. Dieser erste Satz des Agilen Manifests beschreibt die agile Kultur ohne allerdings konkret zu werden, wie die Zusammenarbeit der Individuen aussehen und auf welchen Werten sie basieren könnte – nur weniger prozessgetrieben und werkzeuglastig soll sie sein. Umso wichtiger ist es für Unternehmen, die sich auf den Weg einer agilen Transition machen oder sich schon befinden, sich mit dieser Frage der Kultur auseinanderzusetzen: Wie wollen wir hier künftig zusammenarbeiten?

Auf Augenhöhe

Wenn von der Veränderung der Arbeitswelt insbesondere im Zuge der Digitalisierung die Rede ist (nicht zuletzt auch hier im Blog) darf der Begriff der Augenhöhe nicht fehlen. Einerseits wegen des gleichnamigen, sehr sehenswerten Films und andererseits, weil Augenhöhe tatsächlich kurz und prägnant das Ideal der Zusammenarbeit im Zeitalter der Wissensarbeit beschreibt. Grund genug den Gedanken der Zusammenarbeit auf Augenhöhe, der so neu gar nicht ist wie die beinahe inflationäre Verwendung des Begriffs in letzter Zeit glauben lässt, ein wenig genauer zu betrachten.