Monate: März 2017

Verantwortung statt Ausreden

Die Kernaussage des Dramas „Geschlossene Gesellschaft“ des französischen Philosophen und Schriftsteller Jean-Paul Sartre lautet: „L’enfer c’est les autres“ („Die Hölle, das sind die anderen“). Das beschreibt auch die erste und sehr typische Reaktion, wenn Dinge nicht so laufen wie wir es uns vorstellen oder wenn wir nicht haben oder bekommen, was wir wollen. Dadurch schreiben wir die Ursache für unser Problem anderen zu und begeben uns damit in eine unproduktive Opferhaltung. Wie wäre es, wenn wir stattdessen wirklich Verantwortung übernehmen würden und uns klar werden, dass wir als Individuum oder als Team immer die Fähigkeit und Macht haben Dinge zum Besseren zu verändern.

Lob der Faulheit

Müßiggang sei aller Laster Anfang, heißt es sprichwörtlich. In unserer hochvernetzten und stets arbeitsbereiten Industriegesellschaft mehr denn je. Nomen est omen: Nicht ohne Grund leitet sich Industrie von industria ab, dem lateinischen Wort für Fleiß. Müßiggang, Leerlauf oder gar Faulheit darf es nicht geben, höchstens Erholung oder Wellness – freilich nicht zum Selbstzweck, sondern nur um danach wieder fleißig oder sogar noch fleißiger arbeiten zu können. Andererseits hatte der Müßiggang seit der Antike immer wieder prominente Fürsprecher, Sokrates etwa sah in der Muße die „Schwester der Freiheit“.

Organisierte Verantwortungslosigkeit

So geht das aber nicht! Jedes Spiel verläuft völlig anders. Diese Fußballmannschaft braucht dringend mehr Ordnung für reproduzierbare Erfolge. Ab sofort gibt es klare Rollen mit Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortung für jede Position auf dem Spielfeld. So schwierig ist das doch nicht. Und auf Basis einer umfangreichen Analyse unserer besten Spielzüge und denen der Gegner definieren wir saubere Angriffs- und Verteidigungsprozesse. Klingt komisch? Richtig, aber warum glauben wir dann immer noch, dass sich deutlich komplexere Mannschaftsleistungen in unseren Unternehmen derart zum Erfolg führen lassen?

Wissen ist Macht – Geteiltes Wissen ist Schnelligkeit

Sie kennen das: „Wer hat Ihnen befohlen zu denken?! Ich gebe Ihnen garnicht genug Informationen, daß es sich lohnt zu denken. Sie werden nur das tun, was man Ihnen befiehlt!“ Dieses Zitat aus dem Film Total Recall beschreibt etwas überspitzt aber dennoch prinzipiell recht treffend die Informations- und die damit korrelierende Machtverteilung in vielen hierarchischen Organisationen. Je höher in der Hierarchie, desto mehr Wissen steht zur Verfügung. Dazu wandern Informationen von unten nach oben und reichern das verfügbare Wissen je Stufe an. Entscheidungen werden dann auf der niedrigsten Ebene getroffen, die dafür über ausreichend breites Kontextwissen verfügt. Diese Entscheidungen wandern dann von oben nach unten, werden dabei in Handlungsanweisungen übersetzt und ausgeführt. So weit, so gewohnt.