Monate: Juli 2017

Die Ästhetik des Scheiterns

In Japan gibt die Kunst des Kintsugi. Bei dieser traditionellen Reparaturmethode wird zerbrochene Keramik mit einem Lack geklebt in den Gold-, Silber oder Platinpulver gemischt wurde. Anstatt die Bruchstellen bestmöglich zu kaschieren, werden diese hervorgehoben. Der Makel wird als wichtiger Teil der Historie des Objekts betrachtet und genau in dieser einzigartigen Unvollkommenheit wird die eigentliche Schönheit gesehen. In dieser kunstvollen Reparatur zeigt sich deutlich das Prinzip des Wabi-Sabi, das von buddhistischen Autor Taro Gold treffend als „the wisdom and beauty of imperfection“ beschrieben wird. I have not failed. I’ve just found 10,000 ways that won’t work. Thomas A. Edison Es ist alles eine Frage der Ästhetik im ursprünglichen Wortsinn, der nichts mit Schönheit zu tun hat sondern lediglich Wahrnehmung bedeutet. Eine zerbrochene Teeschale kann einerseits als Katastrophe und als Ende der Schale wahrgenommen werden oder andererseits als Übergang zu einem anderen und noch schöneren Zustand gesehen werden. Die zerbrochene Teeschale bleibt immer gleich, nur unsere Sicht darauf und unser Umgang damit ändert sich. Success is not final, failure is not fatal: it is the courage …

Das Ende der Karriereleiter

Bitte nicht anrufen. Es geht nicht um das Ende meiner persönlichen Karriereleiter. Nicht direkt jedenfalls. Gemeint ist das Ende des üblichen eindimensionalen Aufstiegsmodell vom einfachen Mitarbeiter zum immer mächtigeren Manager, das wir üblicherweise Karriere nennen – und mit einem gelungenen Berufsleben gleichsetzen.

Schachmeister oder Gärtner?

Gerne wird das Militär als Beispiel und Blaupause für hierarchische Organisationen angeführt. Zu Recht da sich im Zuge der Industrialisierung tatsächlich viele Unternehmen sich von der Organisation des Militärs inspirieren ließen, so dass nicht selten heute noch manches Unternehmen mit Command and Order geführt wird. Dabei wird gerne vergessen, dass das Militär gerade in komplexen und undurchsichtigen Situationen – und die werden immer mehr – schon länger auf die Geschwindigkeit und Effektivität von Autonomie und Selbstorganisation setzt.

Vielfalt: Der Wert der konstruktiven Störung

Anpassungsfähigkeit wird immer mehr zum Paradigma für Organisationen im zunehmend volatilen, unsicheren, komplexen und mehrdeutigen Wissenzeitalter. Es ersetzt – oder besser: ergänzt – das bisher vorherrschende Paradigma des Industriezeitalters der Effizienz durch Standardisierung. Diese Anpassungsfähigkeit von Organisationen beruht nicht zuletzt auf der Kreativität ihrer Mitarbeiter. Wer Anpassungsfähigkeit will, tut also gut daran, Kreativität und Innovation zu fördern. Und das bedeutet, Abweichung und Störung nicht nur zu tolerieren, sondern durch Vielfalt und Dissens bewusst zu fördern als Gegengewicht zur selbstgefälligen Konformität. Ein Beitrag zur Blogparade anlässlich des fünften PM-Camps in Berlin, das ganz im Zeichen des „V“ steht: V wie Vielfalt.