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Jahresrückblick 2017: Agile by nature, Rebel without a pause, working out loud

Ein sehr intensives und spannendes Jahr neigt sich dem Ende. Es stand im Zeichen der Agilen Transformation der BMW Group IT. Meine Rolle als Agile Transformation Agent lässt sich am besten irgendwo zwischen Agile Evangelist, Agile Coach, Hofnarr und Organisationsrebell beschreiben. Wie so eine agile Transformation dann aussieht zeigt das folgende Symbolbild (danke der Nachfrage, es geht mir gut) oder erkläre ich ganz frisch im Firmenfunk-Podcast

Agile Transformation (Symbolbild)
Agile Transformation (Symbolbild)

Es ging in den 52 Artikeln hier im Blog – die neben Arbeit und Familie nicht immer leicht zu schreiben waren – entsprechend viel um Agilität, Führung im Kontext der Agilität und um Neue Arbeit, aber auch um Rebellentum, Working Out Loud, die Macht der Vernetzung und vieles mehr.

Die Top-10 Artikel 2017

Diese Themen scheinen anzukommen und viele zu beschäftigen, denn gemessen an den Zugriffszahlen war 2017 das erfolgreichste Jahr für mein Blog mit über 80.000 Seitenaufrufe von über 45.000 Besuchern. Ganz besonders gut kamen die folgenden Artikel an, die ich in dieser Top-10 nochmal kurz zusammengefasst habe.

  1. Führung heißt, andere erfolgreich machen
    Da Führung mit Menschen zu tun hat, geben Führungsphilosophien immer auch Aufschluss über das jeweilige Menschenbild. Sundar Pichai hat für sich und Google eine sehr prägnante und positive Philosophie gefunden, die auf dem Weg zu Neuer Arbeit viele inspirieren sollte: Führung heißt, andere erfolgreich machen.
  2. Social Intranet – Die unterschätzte Macht der Vernetzung
    In vielen Organisationen gibt es inzwischen ein Social Intranet. Weil man das so macht und weil gerade die jüngeren Mitarbeiter mit Social Media vertraut sind und diese Kommunikation schätzen und verlangen. Die wenigsten Mitarbeiter und noch weniger Manager aber haben verstanden, welche Machtverschiebung ein Social Intranet bedeuten kann und welches kreative Potential in der Vernetzung steckt.
  3. Objectives and Key Results – Agil Ziele setzen
    Auch Agilität braucht Führung. Agile Unternehmen ähneln mehr einem Fischschwarm als einem Supertanker. Damit das funktioniert und der Schwarm auch ein Schwarm bleibt, braucht es Führung im Sinne von gemeinsamer Orientierung. Objectives and Key Results, kurz OKR, ist eine bei Google, Facebook, Twitter und vielen anderen Firmen gut erprobte Methode, um sich agil Ziele zu setzen und so der Anstrengung eine gemeinsame Richtung zu geben.
  4. Agile Leadership: Von Verwaltung zu Führung
    Die agile Transformation bedeutet im Kern den Wandel von tayloristischer Unmündigkeit hin zu agiler Selbstorganisation. Damit dies gelingt, braucht es Führung. Und Führungskräfte, die bereit sind, ihre heutige tayloristische Managementrolle zu verlassen und sie in eine dieser Selbstorganisation angemessene Führungsrolle zu transformieren.
  5. Von tayloristischer Unmündigkeit zu agiler Selbstorganisation
    Umorganisation und Prozessveränderungen sind nach dem tayloristischen Paradigma ureigenste Managementaufgabe. Im Gegensatz zu anderen Organisationsveränderungen kann eine agile Transformation so aber prinzipiell nicht gelingen. Genau diese tayloristische Trennung zwischen Denken und Handeln löst sich nämlich in einer agilen Organisation auf zugunsten des neuen Paradigmas der Selbstorganisation und geteilter Verantwortung für Produkt und Prozess.
  6. Social Change Management: Veränderung durch Vernetzung
    Change-Management scheint eine der letzen Bastionen des Taylorismus in Reinform zu sein. Insbesondere größere organisatorische und kulturelle Veränderungen werden an der Spitze im Geheimen vorgedacht und dann mit allerlei Zutaten des Change-Managements garniert den Betroffenen schmackhaft gemacht. Genau das kann für die agile Transformation nicht funktionieren, weil sie als Ziel die Autonomie der Betroffenen haben muss.
  7. Mein Working Out Loud Moment
    Working Out Loud, kurz WOL, ist in aller Munde. Ob bei Bosch, Daimler, ZF und nicht zuletzt bei BMW. Überall finden sich engagierte Mitarbeiter, die mittels WOL in ihren Konzernen eine kooperative Lernkultur schaffen, Silos aufbrechen und so die oftmals erstarrten Konzernstrukturen ein Stück in Richtung einer hochvernetzten agilen Organisation bewegen wollen. Aus den zarten Anfängen an der Graswurzel wird schnell eine kraftvolle Bewegung wenigstens mit Billigung und immer öfter auch mit tatkräftiger Unterstützung des Top-Managements.
  8. Die sieben Todsünden neuer Führung
    Wer Agilität fordert, kommt nicht umhin Führung und Führungsphilosophie zu hinterfragen. Dank diesem Trend, Organisationen anpassungsfähiger zu machen, kommen Führungsfragen wieder in den Fokus, die mindestens seit dem Aufkommen der Wissensarbeit ein Thema hätten sein sollen. Auch für mich als einen eher religiös unmusikalischen Menschen, wie es Max Weber ausdrückte, bietet die Religion doch einen großen Fundus an Weisheit. Die sieben Hauptsünden oder Todsünden der katholischen Theologie geben beispielsweise einen guten Rahmen, zur Auseinandersetzung mit Führungsverhalten und Führungslastern.
  9. Organisationsrebellen führen, fordern, coachen
    Veränderung braucht Störung. Jede Organisation braucht Menschen, die den Status quo hinterfragen. Als Hofnarren oder als Organisationsrebellen sorgen sie für konstruktive Irritation und verhindern so gefährlichen Stillstand. Nach den an die Organisationsrebellen selbst gerichteten zehn Prinzipien stellt sich nun natürlich die Frage, wie man als Führungskraft eine Umgebung für konstruktives Rebellentum schafft und Rebellen führt, fordert und coacht.
  10. 10 Prinzipien für Organisationsrebellen
    Der Veränderungsdruck steigt in den Unternehmen. Beidhängigkeit, organisationale Ambidextrie, ist gefragt: Ausnutzung von Bestehendem und gleichzeitig Erkundung von Neuem. Wie aber kommt das Neue ins Unternehmen? Und wie kommt es dann an? Die übliche tayloristisch-hierarchische Struktur und Arbeitsweise ist einseitig auf die effiziente Ausnutzung bestehender Geschäftsmodelle und Produkte ausgerichtet. Wirklich Neues, das nicht nur eine inkrementelle Verbesserung des Bestehenden ist, gedeiht in solchem Rahmen leider nicht sehr gut.

Bei meinen zahlreichen Lesern bedanke ich mich für die Treue und die wertvollen Diskussionen hier im Blog, auf Twitter und zunehmend auf LinkedIn. Ich wünsche allen frohe Weihnachten und einen guten Start in ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2018. Es bleibt spannend und sehr agil, so viel ist sicher!

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