Monate: Januar 2018

Agil? Schön ordentlich bitte!

Von Lenin stammt die leider nicht ganz von der Hand zu weisende Feststellung: „Revolution in Deutschland? Das wird nie etwas, wenn diese Deutschen einen Bahnhof stürmen wollen, kaufen die sich noch eine Bahnsteigkarte!“ Wir sind bekannt und geschätzt für Tugenden wie Fleiß, Gewissenhaftigkeit und Ordnungssinn. Auch wenn wir es manchmal damit übertreiben, die Überregulierung und Entmündigung beklagen und dann Entbürokratisierung fordern, unser Verhältnis zu kreativer Vielfalt ist eher angespannt. Schön ordentlich ist uns lieber. Ohne es wissenschaftlich überprüft zu haben, würde ich vermuten, dass die meisten Rasenkanten in Deutschland verkauft und verlegt werden. Es muss eben alles seine Ordnung haben. Auch das Streben nach Agilität, was dann aber in die Kategorie „Wasch‘ mich, aber mach mich nicht nass!“ fällt.

Social Media Icons on a Smartphone

Employee Advocacy: Mundpropaganda im digitalen Zeitalter

Der konstruktive Umgang mit Social Media fällt vielen Organisationen schwer. Nach innen liegt viel Potential der Vernetzung in einem Enterprise Social Network noch brach und nach außen beschränkt sich die Nutzung in vielen Fällen auf das Verteilen von Pressemitteilungen über die offiziellen Social-Media-Kanäle. Die Mitarbeiter sind da meistens schon deutlich weiter als ihr Arbeitgeber. Gerade Digital Natives bewegen sich als Privatpersonen ganz selbstverständlich im virtuellen öffentlichen Raum und engagieren sich auf Facebook, Twitter, Instagram, LinkedIn. Das ist so und lässt sich auch nicht vermeiden und verbieten. Wie sollen also Organisation damit umgehen?

Planlos agil?

Planung ersetzt Zufall durch Irrtum. Albert Einstein wird dieses Bonmot zugeschrieben. Es ist nicht das erste Mal, dass ich es hier im Blog verwende. Schon der zweite Artikel trug 2010 genau diesen Titel. Das richtige Maß an Planung und der Sinn von Plänen beschäftigte mich seither immer wieder und beschäftigt mich im Zuge der Agilen Transformation immer mehr. Schließlich steht im agilen Manifests: „Responding to change over following a plan.“ Und nicht wenige schließen daraus, dass bei Scrum und Co. nicht mehr geplant werden muss und darf. Tatsächlich ist aber das Gegenteil der Fall, es wird sogar mehr und häufiger geplant mit unterschiedlichem Horizont. Aber eben nicht um des Plans willen, sondern für das gemeinsame Verständnis des Vorhabens.