Das war 2018: Ein Rückblick in Worten und Bildern

Wir leben in Zei­ten, in denen „vie­les anders ist und immer schnel­ler anders wird“, wie das der Zeit­for­scher Karl-Heinz Geiß­ler das so tref­fend for­mu­liert hat. Ein span­nen­des Jahr 2018 ging rasend schnell vor­bei. Aller­höchs­te Zeit also für ein gro­ßes Dan­ke­schön an mei­ne Leser und mei­ne Weg­ge­fähr­ten ana­log wie digi­tal für den regen Aus­tausch und die inspi­rie­ren­de Dis­kus­si­on. Und Zeit für einen klei­nen Rück­blick auf die The­men die­ses Jah­res, die mehr oder weni­ger um die bei­den Schwer­punk­te Agi­li­tät und agi­le Trans­for­ma­ti­on einer­seits und mensch­li­che – oder bes­ser: men­schen­wür­di­geFüh­rung ande­rer­seits kreisten.

Seit ich mit dem Schrei­ben die­ses Blogs 2010 begann, spie­geln sich in mei­nen Arti­keln immer die The­men, die mich gera­de beschäf­ti­gen. Frei nach Kleist betrei­be ich hier seit­her also in über 500 Arti­keln (seit die­sem Jahr in Deutsch und Eng­lisch) mit mitt­ler­wei­le ca. 120.000 Sei­ten­auf­ru­fen pro Jahr die all­mäh­li­che Ver­fer­ti­gung der Gedan­ken beim Schreiben.

Agile Transformation

Gra­phic Record­ing mei­nes Vor­trags bei der Agi­le Lea­ders­hip Kon­fe­renz in Nürn­berg im Novem­ber 2018 von Juli­an Kück­lich

Die­ses Jahr war ein­deu­tig geprägt von mei­ner Haupt­auf­ga­be als Agi­le Trans­for­ma­ti­on Agent. Gemeint ist mit die­ser, für mei­nen Geschmack etwas zu hel­den­haft gera­te­nen, Bezeich­nung mei­ne Tätig­keit als Coach, Hof­narr und Rei­se­lei­ter für die agi­le Trans­for­ma­ti­on für eine Haupt­ab­tei­lung der BMW Group IT.

Um was es dabei kon­kret geht, was mich und was uns auf die­ser Rei­se beschäf­tigt und wo wir ste­hen, habe ich die­ses Jahr in vie­len Vor­trä­gen vor­ge­stellt, u.a. beim Digi­tal Lea­ders­hip Day in Bre­genz, wo das fol­gen­de Video ent­stand (die gezeig­ten Foli­en gibt es bei Sli­desha­re).

Game Chan­ger 100% Agi­le: Über die Rei­se der BMW Group IT zu einer agi­len Produktorganisation. 

Menschliche Führung für das digitale Zeitalter

Im Zuge der agi­len Trans­for­ma­ti­on muss auch Füh­rung neu gedacht wer­den. Ein ganz wesent­li­ches Prin­zip der Agi­li­tät ist die Selbst­or­ga­ni­sa­ti­on. In agi­len Orga­ni­sa­tio­nen fal­len Ent­schei­dun­gen mög­lichst dezen­tral und sub­si­di­är. Und mit der Agi­li­tät hält die Auf­klä­rung end­lich Ein­zug in die Orga­ni­sa­tio­nen und ersetzt abso­lu­tis­ti­sche Macht­fül­le eines Vor­ge­setz­ten durch kon­se­quen­te Gewal­ten­tei­lung.

Die­se Fra­gen nach Füh­rung für agi­le Orga­ni­sa­tio­nen im digi­ta­len Zeit­al­ter beschäf­tig­ten mich die­ses Jahr inten­siv – auch und gera­de vor dem Hin­ter­grund unse­rer agi­len Trans­for­ma­ti­on. Aus dem Ver­such, Ant­wor­ten dar­auf zu fin­den ent­stan­den die sechs The­sen des Mani­fests für mensch­li­che Füh­rung, das mitt­ler­wei­le schon über 500 Unter­stüt­zer unter­zeich­net haben.

Die fünf beliebtesten Beiträge 2018

Die agile Transformation in der Sackgasse

Wer Spo­ti­fy kopiert oder irgend­ei­ne ande­re Blau­pau­se einer agi­len Orga­ni­sa­ti­on ein­fach umsetzt macht einen grund­sätz­li­chen Feh­ler. So ver­lo­ckend Blau­pau­sen auch erschei­nen und so schön aktio­nis­tisch ihre Ein­füh­rung im gro­ßen Stil auch aus­se­hen mag, so sicher führt genau das die agi­le Trans­for­ma­ti­on in eine Sackgasse.

Drei todsichere Wege, um jede Innovation im Keim zu ersticken

Ideen gibt es vie­le. Und wer Visio­nen hat, soll­te bes­ser zum Arzt gehen, das sag­te schon Hel­mut Schmidt. Das wich­tigs­te ist doch, dass der Laden effi­zi­ent läuft und da stö­ren wil­de Ideen nur. Soll­ten sie den­noch durch Ihre Orga­ni­sa­ti­on geis­tern, hier drei tod­si­che­re Wege, um jede Inno­va­ti­on im Keim zu ersticken. 

Die Säulen nachhaltiger Veränderung: Empathie, Vertrauen und Geduld

Chan­ge und Chan­ge-Manage­ment war ges­tern. Heu­te wird trans­for­miert. Lei­der hat sich oft nur die Bezeich­nung geän­dert und wo groß Trans­for­ma­ti­on drauf steht ist eigent­lich ganz klas­si­sches – und sehr tay­lo­ris­ti­sches – Chan­ge-Man­ge­ment drin. Eine erfolg­rei­che Trans­for­ma­ti­on aber ist ein orga­ni­scher Wachs­tums­pro­zess, der auf Visio­nen basiert. 

Die unbequeme Wahrheit über Großraumbüros

Kol­la­bo­ra­ti­on und Team­ar­beit in Ehren, aber irgend­wo muss doch auch mal in Ruhe gear­bei­tet wer­den. Die Stu­di­en von Ethan Bern­stein und Ste­phen Tur­ban zei­gen, dass Groß­raum­bü­ros ent­ge­gen der gän­gi­gen Annah­me die per­sön­li­chen Inter­ak­tio­nen zwi­schen Kol­le­gen nicht för­dern, son­dern sie sogar behindern.

Führen heißt, Fragen stellen statt Antworten geben

Füh­rung heißt, ande­re erfolg­reich machen. So lau­tet die Füh­rungs­phi­lo­so­phie von Sundar Pic­hai, dem CEO von Goog­le. Im Gegen­satz zum tay­lo­ris­ti­schen Manage­ment, heißt Füh­rung daher in ers­ter Linie (die rich­ti­gen) Fra­gen zu stel­len anstatt (die rich­ti­gen) Ant­wor­ten zu geben.


Das Titel­bild wur­de beim rad°hub 2018 in Rot­ter­dam aufgenommen.

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Von Marcus Raitner

Hi, ich bin Marcus. Ich bin der festen Überzeugung, dass Elefanten tanzen können. Daher begleite ich Organisationen auf ihrem Weg zu mehr Agilität. Über die Themen Führung, Digitalisierung, Neue Arbeit, Agilität und vieles mehr schreibe ich seit 2010 in diesem Blog. Mehr über mich.

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