Führung auf Distanz – Gärtner schlägt Schachmeister

Die Krise beschleunigt die Digitalisierung. Verteilte Zusammenarbeit aus dem Homeoffice statt gemeinsam im Großraumbüro ist plötzlich der Standard. Doch wie gelingt Führung auf Distanz? Einige Anstiftungen zum Umdenken aus dem Manifest für menschliche Führung.

Die Coro­na-Pan­de­mie ver­setzt Staa­ten, Unter­neh­men und jeden ein­zel­nen von uns in einen Kri­sen­mo­dus. Die­se Kri­se ist aber auch eine Chan­ce. Sie beschleu­nigt Ent­wick­lun­gen und deckt Miss­stän­de auf. Die Digi­ta­li­sie­rung wird der­zeit nicht so sehr von den drei tra­di­tio­nel­len Cs, CDO, CIO oder CEO vor­an­ge­trie­ben, son­dern von COVID-19. Um die Aus­brei­tung des Coro­na­vi­rus ein­zu­däm­men ler­nen wir not­ge­drun­gen in vor­her nicht vor­stell­ba­rer Geschwin­dig­keit die ver­teil­te digi­ta­le Zusam­men­ar­beit im – glück­li­cher­wei­se keim­frei­en – vir­tu­el­len Raum.

Alt­hough we intui­tively know the world has chan­ged, most lea­ders reflect a model and lea­der deve­lo­p­ment pro­cess that are sorely out of date. We often demand unrea­listic levels of know­ledge in lea­ders and for­ce them into inef­fec­ti­ve attempts to micromanage.

Stan­ley McChrys­tal, 2015. Team of Teams (Ama­zon Affi­lia­te-Link)

Weni­ger schnell ändert sich lei­der die Grund­hal­tung von Füh­rungs­kräf­ten. Die immer wie­der gestell­te Fra­ge „Wie kon­trol­lie­re ich, ob mei­ne Mit­ar­bei­ter im Home­of­fice ihre Arbeit ver­rich­ten?“ ist eigent­lich ein Offen­ba­rungs­eid. Sie ist Aus­druck eines Füh­rungs­ver­sa­gens auf Basis eines bedau­er­li­chen Men­schen­bilds. Der Mikro­ma­na­ger war schon län­ger ein Aus­lauf­mo­dell, aber jetzt ist er end­gül­tig bank­rott. Die Kri­se beschleu­nigt auch das.

The tempt­ati­on to lead as a chess mas­ter, con­trol­ling each move of the orga­niz­a­ti­on, must give way to an approach as a gar­de­ner, enab­ling rather than directing.

Stan­ley McChrys­tal, 2015. Team of Teams (Ama­zon Affi­lia­te-Link)

Füh­rung auf Distanz braucht Kon­text statt Kon­trol­le. Der Schach­meis­ter bekommt spä­tes­tens jetzt ein Pro­blem. Wer aber schon vor­her als Gärt­ner in ers­ter Linie für gute Rah­men­be­din­gun­gen zur Selbst­füh­rung der Mit­ar­bei­ter sorg­te, ist nun auch bes­tens gerüs­tet für die ver­teil­te Zusammenarbeit. 

Anführer hervorbringen mehr als Anhänger anführen. Die fünfte These des Manifests für menschliche Führung.
Die fünf­te The­se des Mani­fests für mensch­li­che Füh­rung.

Die wesent­li­che Füh­rungs­auf­ga­be war es schon län­ger nicht mehr und ist es jetzt noch weni­ger, selbst Ent­schei­dun­gen zu tref­fen, son­dern Rah­men­be­din­gun­gen zu gestal­ten, dass Mit­ar­bei­ter eigen­stän­dig ent­schei­den kön­nen. Füh­rung ist nur noch legi­tim, wenn sie die Selbst­füh­rung der ihr anver­trau­ten Mit­ar­bei­ter zum Ziel hat, wie der dm-Grün­der Götz W. Wer­ner das tref­fend formuliert. 

If you want peop­le to think, give them intent, not instruction.

David Mar­quet

Reed Has­tings trifft des­halb bei Net­flix mög­lichst wenig Ent­schei­dun­gen und auch David Mar­quet gab des­halb kei­ne Befeh­le mehr auf sei­nem Atom-U-Boot. Und im Mani­fest für mensch­li­che Füh­rung heißt es des­halb „Anfüh­rer her­vor­brin­gen mehr als Anhän­ger anfüh­ren“, denn auf die­se Füh­rungs­kul­tur kommt es bei Füh­rung auf Distanz jetzt an.

Die erste These des Manifest für menschliche Führung: Entfaltung menschlichen Potentials mehr als Einsatz menschlicher Ressourcen.
Die ers­te The­se des Mani­fest für mensch­li­che Füh­rung.

Vie­les funk­tio­niert jetzt anders, man­ches schlech­ter und eini­ges viel­leicht sogar bes­ser. Statt sich jetzt zu fra­gen, ob Mit­ar­bei­ter ihren Job im Home­of­fice auch rich­tig machen und wie das kon­trol­liert wer­den kann, ein­fach mal dar­auf ach­ten, wel­che bis­her unent­deck­ten oder unbe­ach­te­ten Talen­te sie zur Bewäl­ti­gung die­ser Aus­nah­me­si­tua­ti­on ent­wi­ckeln und ein­set­zen. Die­ses mensch­li­che Poten­ti­al gilt es jetzt zu erken­nen und die­se Stär­ken gilt es lang­fris­tig zu stär­ken. Wozu der Gärt­ner auch deut­lich mehr Zeit hat als der mikro­ma­na­gen­de Schach­meis­ter und des­halb die Kri­se bes­ser als Chan­ce nut­zen kann.

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2 Kommentare

Sebastian Zwingmann 4. April 2020 Antworten

Ich lie­be die Bild­spra­che. Toll das Du es immer wie­der schaffst tol­le Bil­der zu verwenden,um kla­re Aus­sa­gen zu treffen.

Marcus Raitner 21. April 2020 Antworten

Vie­len Dank!

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