Alle Artikel in: Agilität

Irrwege der agilen Transformation

Nicht überall, wo Transformation in Leuchtbuchstaben draufsteht, ist auch Transformation drin. Es beginnt mit irrigen Annahme, mit Agilität ließe sich die Mitarbeiterleistung wie mit Kraftfutter steigern. Fehlgeleitet von diesem Versprechen von mehr Effizienz, wird die Transformation dann aber umso überzeugter von oben angeordnet und bewährte Blaupausen (Spotify und Co.) ausgerollt. Das führt schließlich dazu, dass die bestehenden verkrusteten Strukturen und Abläufe „agilisiert“ werden ohne sie konsequent zu hinterfragen. Am Ende bleibt kaum Transformation sondern nur agiler Etikettenschwindel: Same same but different.

Gute Entscheidungen treffen zwischen Konsens und Konsent

Wer entscheidet hier und wie lassen sich gute Entscheidungen treffen? Diese Frage stellte sich in vielen hierarchischen Organisationen lange Zeit gar nicht, denn im Zweifel entscheidet der Chef oder ein kleiner hochrangiger Führungszirkel der im besten Fall ein großes Maß an Diversität aufweist und den Dissens schätzt im schlechtesten Fall aber nur aus Claqueuren besteht. Im Zuge der Veränderung hin zu agileren Organisationsformen sind neue Antworten auf die Frage wer entscheidet und wie entschieden wird aber von zentraler Bedeutung. Schließlich ist Agilität ja gerade dadurch gekennzeichnet, dass Entscheidungen im Sinne der Subsidiarität möglichst dezentral in selbstorganisierten Teams fallen müssen. Nur wie? Demokratische Mehrheitsentscheidung Demokratie ist ein Mechanismus, der sicherstellt, dass wir genau so regiert werden, wie wir es verdienen. George Bernhard Shaw Die Zeiten der Autokratie, in der ein Alleinherrscher nach Gutdünken entscheidet, sind zum Glück in den meisten Staaten seit der Aufklärung vorbei. An ihre Stelle trat die (parlamentarische) Demokratie, in welcher die Entscheidungshoheit bei einer (möglichst repräsentativen) Gruppe liegt. Das Mittel der Wahl zur Entscheidungsfindung in dieser Gruppe ist der Mehrheitsentscheid, d.h. die …

Agile Organisationen: Entkalken vor Skalieren

Agile Organisationen sind schlank, flexibel und anpassungsfähig. Das geschieht aber weniger durch die „Agilisierung“ bestehender Strukturen und Abläufe, sondern durch konsequentes Hinterfragen eben dieser. Anstatt im Stile der kognitiven Verzerrung von Maslows Hammer in allem einen Nagel zu sehen und mit schönen neuen agilen Methoden draufzuhauen, lautet die Devise „Entkalken vor Skalieren“ oder im Englischen noch schöner: „Don’t scale agile – descale your organization!“

Agiles Kraftfutter zur Steigerung der Mitarbeiterleistung

Es gibt viele gute Gründe, sich mit Agilität zu beschäftigen. Man könnte an die weitgehend ungenutzte Kreativität, Motivation und Eigenverantwortung der Mitarbeiter glauben. Oder man könnte erkennen, dass bei komplexen Problemstellungen ein plangetriebenes Vorgehen weniger geeignet ist als ein empirisches. Und natürlich könnte man den Wunsch haben, sich radikal auf den Kundennutzen auszurichten und den Wertstrom dafür optimieren. Wenn man aber lieber in den alten Mustern denkt, kommt man an diesen Überlegungen freilich gar nicht vorbei. Buchtitel wie „Scrum: The Art of Doing Twice the Work in Half the Time“ von Jeff Sutherland (ein im Übrigen lesenswertes und hilfreiches Buch) verleiten den geneigten Manager dann zu einem fatalen Trugschluss: Agile Methoden steigern die Leistung seiner Mitarbeiter. Also her mit dem agilen Kraftfutter!