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Angst

Angst und Agilität: Eine schlechte Kombination

Agilität geht per Definition einher mit einem gewissen Maß an Unsicherheit. Agil bedeutet wendig. Wendig zu bleiben ist aber nur dort sinnvoll, wo das Ziel nicht exakt genug bestimmt werden kann. Es geht der Agilität also in erster Linie um Effektivität und erst danach um Effizienz. Agil vorgehen heißt öffentlich Fehler machen und diese zu nutzen um den Kurs zu korrigieren. Eine von Angst vor Fehlern geprägte Unternehmenskultur und Agilität passen daher nicht gut zusammen.

Vertrauen Kontrolle

Vertrauen und Kontrolle

Wissensarbeit basiert auf Vertrauen in die Menschen, ihre Fähigkeiten und ihre Leistungsbereitschaft. In den Prinzipien hinter dem Agilen Manifest heißt es deshalb: „Build projects around motivated individuals. Give them the environment and support they need, and trust them to get the job done.“ Damit gemeint ist aber eher die notwendige Grundhaltung als eine konkrete Aufforderung zum blinden Vertrauen. Vertrauen und Kontrolle schließen sich keineswegs so kategorisch aus, wie das auf den ersten Blick scheinen mag.

Das zwölfte Prinzip

Elf der zwölf Prinzipien hinter dem Agilen Manifests sind eher operativer Natur: Eng mit dem Kunden zusammenarbeiten, kontinuierlich ausliefern, regelmäßig den Prozess reflektieren, um nur einige zu nennen. Nur ein Prinzip beschäftigt sich mit der Kultur und der Umgebung, in der die Menschen arbeiten. Dieses zwölfte Prinzip ist aber die entscheidende Voraussetzung für Agilität im Speziellen und ein wichtiger Baustein für die Organisation von Wissensarbeit im Allgemeinen.

Kontinuierliches Ausliefern: Mittel oder Zweck?

Müsste man agiles Vorgehen auf ein Merkmal reduzieren, wäre das für meisten Menschen wohl das kontinuierliche Ausliefern von wertvollen Zwischenergebnissen. Freilich um dann im nächsten Atemzug zu erklären, warum das in ihrem jeweiligen Umfeld unmöglich oder jedenfalls sehr schwierig wäre und sie darum doch leider beim Wasserfallmodell bleiben müssen. Diese Ausrede Begründung klingt schlüssig solange man das kontinuierliche Ausliefern als condicio sine qua non betrachtet, was es aber nicht sein sollte.

Scheitern zum Erfolg

Was Projekte und insbesondere große IT-Projekte betrifft, gibt man sich allzu oft der Illusion der Planbarkeit hin. Die inhärente Komplexität von Vorhaben will man durch genaue Planung in den Griff bekkommen. Genaue Planung setzt aber voraus, dass die Zusammenhänge genau verstanden werden können, was gerade bei komplexen Vorhaben per Definition nicht der Fall ist. Was aber prinzipiell im Detail nicht planbar ist, wird sich nicht auf geradem Wege erreichen lassen. Fehlversuche oder wenigstens Abweichungen sind also kein Makel, sondern haben Methode.