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Niemals ohne Vision

Agil bedeutet wendig. Ohne eine Vision wird aus wendig aber schnell beliebig; anstatt sich zielgerichtet vorwärts zu bewegen dreht sich das Team im Kreis. Eine kraftvolle Vision beschreibt einen attraktiven Idealzustand, den alle Beteiligten als sinnvoll ansehen. Die Notwendigkeit einer solchen Vision wird leider oft unterschätzt oder aus Angst vor Misserfolg durch zu realistische und kraftlose Ziele ersetzt.

Agil ist eine Einstellung, keine Methode!

Viele Unternehmen sehen Agilität nur als eine Alternative zu ihrem etablierten Wasserfall; einfach eine bessere Methode um Projekte durchzuführen. Also wird eine geeignetes agiles Rahmenwerk ausgewählt, angepasst, umgesetzt und geschult. Am Ende dieser Umstellung gibt dann eben auch agil als Methode, bis auf weiteres festgeschrieben und laminiert und nur durch wichtige Gremien von zentraler Governance-Stelle veränderbar. Agil ist kann aber nie eine fertige Methode sein, sondern lebt von der fortwährenden Verbesserung durch die Anwender selbst.

Miteinander statt Nebeneinander

Die Prozesse und die Strukturen zur Weiterentwicklung der IT-Systemlandschaften sind in vielen großen Industrieunternehmen quasi der geronnene Wasserfall. Fachbereiche formulieren ihre Anforderungen an die IT, wo sie dann von der ersten Stelle priorisiert, von der nächsten spezifiziert, von einer weiteren mit Hilfe von Dienstleistern in den Systemen umgesetzt, getestet und schließlich an den Betrieb übergeben werden. Zwischen diesen Silos gibt es klare Vereinbarungen, wie Vorleistungen und Ergebnisse auszusehen haben. Agilität ersetzt dieses sequentielle Nacheinander durch ein interdisziplinäres Miteinander. Nun sollen Menschen verschiedener, klar abgegrenzter Abteilungen permanent an einem gemeinsamen Produkt arbeiten. Diese gewohnte Abgrenzung und Absicherung aufzugeben zugunsten einer konstruktiven Zusammenarbeit in gemeinsamer Verantwortung ist eine nicht zu unterschätzende Kulturveränderung.

Angst

Angst und Agilität: Eine schlechte Kombination

Agilität geht per Definition einher mit einem gewissen Maß an Unsicherheit. Agil bedeutet wendig. Wendig zu bleiben ist aber nur dort sinnvoll, wo das Ziel nicht exakt genug bestimmt werden kann. Es geht der Agilität also in erster Linie um Effektivität und erst danach um Effizienz. Agil vorgehen heißt öffentlich Fehler machen und diese zu nutzen um den Kurs zu korrigieren. Eine von Angst vor Fehlern geprägte Unternehmenskultur und Agilität passen daher nicht gut zusammen.

Vertrauen Kontrolle

Vertrauen und Kontrolle

Wissensarbeit basiert auf Vertrauen in die Menschen, ihre Fähigkeiten und ihre Leistungsbereitschaft. In den Prinzipien hinter dem Agilen Manifest heißt es deshalb: „Build projects around motivated individuals. Give them the environment and support they need, and trust them to get the job done.“ Damit gemeint ist aber eher die notwendige Grundhaltung als eine konkrete Aufforderung zum blinden Vertrauen. Vertrauen und Kontrolle schließen sich keineswegs so kategorisch aus, wie das auf den ersten Blick scheinen mag.