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Richtig abwägen im magischen Dreieck

Zeit, Budget und Inhalt, diese drei Größen gelten seit jeher als Maßstab für den Erfolg eines Projekts. Sie sind das magische Dreieck des Projektmanagements. Ein Projekt gilt als umso erfolgreicher je besser die Zielvorgaben hinsichtlich Zeit, Budget und Inhalt eingehalten werden. Das Dreieck als Symbol ist gut gewählt, beschreibt es doch die Abhängigkeiten der drei Dimensionen Zeit, Budget und Inhalt zutreffend: Jeder dieser Parameter hängt von den anderen beiden ab. Als so starres Korsett ist das magische Dreieck allerdings unbrauchbar, weil praktisch nie alle drei Vorgaben eingehalten werden können. Vielmehr muss in jedem Projekt und jeder Projektsituation entschieden werden, welche der drei Dimensionen geopfert werden soll, um die anderen beiden einigermaßen einzuhalten.

Projektmanagement und agiles Vorgehen

In einem vieldiskutierten Artikel stellte Stefan Hagen diese Woche folgende These auf: „Projektmanagement und Agile (als Sammelbegriff für agile Frameworks wie Scrum) sind zwei unterschiedliche Disziplinen.“ Dieser These würde ich grundsätzlich zustimmen. Schwierigkeiten habe ich mit Stefans Argumentation, die im Wesentlichen die Projekte klassifiziert in klassische Projektaufgaben mit klassischem Projektmanagement einerseits und Pionieraufgaben mit agilem Vorgehen andererseits. Diese Gegenüberstellung von Projektmanagement einerseits und agilem Vorgehen andererseits halte ich für einen grundsätzlichen Fehler, weil Äpfel mit Birnen verglichen werden.

Qualität im Projekt

Drei wesentliche Dimensionen gibt es bekanntlich im Projektmanagement: Termine, Kosten und Ergebnisse. Sie bilden als das sogenannte magische Dreieck des Projektmanagements die Randbedingungen des Projekts: bis wann soll mit welchen Mitteleinsatz was genau in welcher Qualität erreicht werden. Während Termin und Kosten einfach messbar sind, brauchen die Ergebnisse zusätzlich eine Definition der angestrebten Qualität. In vielen Projekten wird genau das aber gerne vergessen oder implizit angenommen, dass die Erreichung der Ergebnisse genauso offensichtlich und leicht messbar ist wie Termine und Kosten. Ein folgenschwerer Fehler.

Ein bisschen agiler, bitte

Mehr als ein Jahrzehnt nach dem agilen Manifest ist agiles Vorgehen im Mainstream angekommen. Bei den kleinen Softwareunternehmen sowieso, aber zunehmend auch bei großen Konzernen. Wo bisher strikt nach Wasserfall vorgegangen werden musste, finden immer mehr agile Ansätze Einzug in die Projekte. Meist aber ausschließlich für die Phase der Programmierung der vorab im Detail spezifizierten Anforderungen. Ein Anfang immerhin, der allerdings nur einen Bruchteil des wahren Potential agilen Vorgehens hebt.

ScrumBut: Ein bisschen agil

Ganz sicher gibt es glühendere Anhänger der reinen agilen Lehre als mich. Die Vorgehensweise im Projekt muss passend sein und nicht standardisiert. Was da aber unter dem Schlagwort Scrum oder agiles Vorgehen in der Praxis verstanden und vor allem missverstanden wird, ist vorsichtig ausgedrückt abenteuerlich. Ein Gutteil der schlechten Erfahrungen mit Scrum liegt definitiv in der mutlosen Umsetzung und einer damit einhergehenden Verstümmelung der Methodik bis zur Unbrauchbarkeit.