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Modernes Projektmanagement: Eine Frage des Nutzens

»Cui bono?« (lateinisch für »Wem zum Vorteil?«) findet in der Aufklärung von Verbrechen oft Anwendung in dem Sinn, dass der Verdacht auf denjenigen fällt, der den größten Nutzen aus einen Verbrechen zieht. Diese Frage nach dem Nutzen muss man sich auch im modernen Projektmanagement in zweifacher Weise stellen. Einerseits hinsichtlich des Projektmanagements und seiner konkreten Methoden und andererseits hinsichtlich der Orientierung der Vorgehensweise am Nutzwert der Projektergebnisse.

Modernes Projektmanagement: Eine Frage der Flexibilität

Neben der Haltung, Führungsphilosophie und des Menschenbilds ist modernes Projektmanagement in erster Linie eine Frage der Flexibilität. „Responding to change over following a plan“ heißt es dazu im Agilen Manifest. Projekte waren definitionsgemäß noch nie vollständig planbar, das Management von Änderungen gehörte schon immer zum Geschäft. Mittlerweile leben wir in Zeiten in denen es »normal ist, dass vieles anders ist und immer schneller anders wird« (Karl-Heinz Geißler). Vorbei sind die Zeiten in denen man gemächlich für träge Massenmärkte produzierte. Mit anderen Worten das Umfeld der Projekte ist nun so instabil und komplex, dass die Änderung, die einst als Ausnahmefall gedacht war, mittlerweile der Regelfall ist.

Stabilität und Veränderung

Die Kunst des Projektmanagements besteht zu einem maßgeblichen Teil darin, Vorgehensweise, Methoden und Werkzeuge auf die jeweilige Projektsituation zuzuschneiden und kontinuierlich zu optimieren. Die Frage wie agil es sein darf und sein muss ist dabei eine ganz zentrale und hängt nicht zuletzt von der erwarteten Stabilität der Anforderungen ab. Meist darf es aber dann doch nicht so agil sein, wie es bei ehrlicher Betrachtung dieser erwarteten Stabilität sein müsste.