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Ich habe einen Traum!

Die Sehnsucht einer neuen und besseren Form der wertschätzenden und dadurch wertschöpfenden Zusammenarbeit von Menschen ist größer denn je. Die Industrialisierung und der Taylorismus haben den Mensch zum Mittel gemacht. Gefragt war anfangs nur die Arbeitskraft des ungelernten Arbeiters und Henry Ford beschwerte sich noch, dass er zu jedem Paar Hände auch immer ein Gehirn bekäme. Heute mitten im Zeitalter der Wissensarbeit haben sich die Ansprüche und Rollen des Wissensarbeiters freilich in vielfältiger Weise differenziert. Unverändert blieb meist aber das Grundprinzip, Organisationen als Maschinen zu betrachten und Mitarbeiter als Zahnrädchen darin einzusetzen. Der Mensch ist immer noch Mittel. Punkt. Ich habe einen Traum, dass der Mensch mit all seinem Potential künftig wirklich im Mittelpunkt steht. Und dass genau das den entscheidenden Unterschied macht in der Digitalisierung.

Wu Wei: Handeln ohne Erzwingen

Nur wer sich selbst führen kann, kann andere führen. Pater Anselm Grün bringt damit die wichtige Herausforderung der Selbstführung auf den Punkt. Wer dem Leben dienen und das menschliche Potential wie im Manifest für menschliche Führung beschrieben entfalten will, braucht zuallererst Klarheit über die Natur des Lebens und insbesondere über sein Leben. Nur wer hat die schon? Und wer nimmt sich heute überhaupt die Zeit über das Lebens nachzudenken? Ein kurzer Exkurs in den Daoismus am praktischen Beispiel der Entstehung des Manifests für menschliche Führung.

Der Workshop zum Manifest für menschliche Führung

Das Manifest für menschliche Führung eignet sich einerseits als Denkimpuls zur persönlichen Reflexion des eigenen Führungsverhaltens insbesondere in Form des zuletzt erschienenen Taschenbuchs (auch als Kindle-Variante erhältlich). Andererseits spannen die Thesen auch einen schönen Rahmen für einen interaktiven Workshop, in dem Führungskräfte gemeinsam die Thesen und ihre Haltung reflektieren und diskutieren können. Exklusiv für meine Leser biete ich ein neues Workshopformat inklusive aller Materialien zur freien Verfügung.

Gleichwürdige Teilhabe als Schlüssel zur erfolgreichen Transformation

Alle reden von Transformation, denn der digitale Wandel verlangt anpassungsfähige und kundenorientierte Organisationen. Unverrückbar erscheinende Organisationsprinzipien und über lange Jahre erfolgreiche Verhaltensweisen stehen in Frage: Weg vom lokalen Effizienzoptimum im funktionalen Silo hin zur interdisziplinären Zusammenarbeit entlang des Wertstroms, weg von langfristiger Planung in relativ stabilem Umfeld hin zu Segeln auf Sicht im VUCA-Sturm und weg von der Pyramide als Organisationsprinzip hin zum Netzwerk. Ein Umbruch in dieser Dimension gelingt aber nur, wenn die betroffenen Menschen nicht bloß als passive Objekte irgendwie „mitgenommen“ werden, sondern gleichwürdig an der Gestaltung teilhaben dürfen.

Eigenständigkeit im Sinne des Ganzen

Die Digitalisierung ersetzt nicht den Menschen und sie kommt auch nicht ohne ihn aus. Im Gegenteil, gerade wegen der Digitalisierung ist das typisch Menschliche mehr denn je gefragt. Gemeint ist insbesondere unsere Fähigkeit, als eigenständige Individuen gemeinsam kreative Lösungen zu finden und effektiv und effizient in Teams und Organisationen zusammenzuarbeiten. Diese Zusammenarbeit war in der Vergangenheit lange geprägt von zentraler Steuerung einerseits und gehorsamer Pflichterfüllung andererseits. Was für ungelernte Arbeitskräfte zu Beginn der Industrialisierung schon wenig menschlich, aber wenigstens produktiv war, ist heute mitten im Informationszeitalter endgültig zur entwürdigenden Zumutung geworden. Zeitgemäße Führung zielt heute auf eine Zusammenarbeit, welche Eigenständigkeit im Sinne des Ganzen ermöglicht.