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Work-Life-Balance: Unterscheide ohne zu trennen

Noch nie war ich ein großer Fan des Begriffs der Work-Life-Balance. Er suggeriert eine Trennung, die ich so nicht bereit bin zu akzeptieren. Wenn etwas die Balance verloren hat, dann doch wohl unser Wirtschaften, wo Arbeit so gestaltet ist, dass sie nur mit entsprechendem Gegengewicht erträglich wird. Lasst uns also nicht nach mehr Work-Life-Balance streben, sondern nach nach einer lebenswerten Arbeitswelt, in der Menschen ihr ganzes Potential zur Entfaltung bringen können anstatt nur Humanresource zu sein. Lasst uns die verschiedenen Lebensbereiche unterscheiden ohne zu trennen.

Am Handlauf in den Entscheiderkreis – Netzwerke und Gefährten

Was meinte Mark bloß mit dieser Frage? Wieso wollte er wissen welchen „Auftrag“ T. hatte? Es sollte doch nur ein kleiner Erfahrungsaustausch sein. T. ging es einfach darum, ein Netzwerk von Gleichgesinnten knüpfen und sich regelmäßig mit Kollegen auszutauschen, die wie er keine Lust mehr auf schwergewichtige Softwareentwicklung im Wasserfallmodell hatten. Menschen, die hier oder woanders schon das Potential agiler Softwarentwicklung erfahren hatten. Oder auch nur Menschen, die die Defizite des bisherigen Vorgehens in der heutigen schnelllebigen Zeit verstanden hatten. Fünfzehn Jahre nach Veröffentlichung des agilen Manifests kann man sich das auch mal als Konzern trauen. Darüber wollte er reden. Und nicht über die Legitimation dieses Ansinnens durch einen offiziellen Auftrag von höherer Stelle.

Die Krux mit den Besprechungen

So wie T., dem Protagonisten des letzte Woche erschienenen Fragments des Romans „Am Handlauf in den Entscheiderkreis“, geht es vielen mehrmals täglich: Sie verbringen einen nicht unwesentlichen Teil ihres Arbeitstages in Besprechungen, deren Nutzen – vorsichtig ausgedrückt – fraglich ist. Und obwohl diese Besprechungen erhebliche Kosten verursachen, die freilich in die Kategorie „eh-da“ (vgl. Wikipedia) fallen, machen sich nur wenige die Mühe, die Besprechungskultur (und damit einhergehend den Präsenzkult) kritisch zu hinterfragen. Es gibt aber auch einige inspirierende Beispiele, wie diese allgegenwärtigen Besprechungsorgien eingedämmt werden können.

Am Handlauf in den Entscheiderkreis – Die Bewerbung

Nun also doch eine Stelle im Konzern? Die erste richtige Bewerbung überhaupt war das für ihn. Er hatte sich bisher noch nie formal bewerben müssen, es ergab sich ja einfach immer so. Man kannte sich eben. Er brauchte unbedingt ein Anschreiben, das ist wichtig für die Personaler, sagt das Internet. Damit man heraussticht aus der Masse und nicht gleich aussortiert wird.