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Engagement durch Autonomie

Das Ausmaß der Erniedrigungsbürokratie (Reinhard K. Sprenger) ist in vielen Unternehmen erschreckend. Erwachsene Menschen werden entmündigt und infantilisiert. Die Motive dafür reichen von Kontrolle bis Fürsorge. Andererseits konstatierte schon Peter F. Drucker, dass sich Wissensarbeiter selbst managen müssen. Diese Autonomie hat maßgeblichen Einfluss auf die Motivation von Menschen. Und umgekehrt erklärt das Fehlen dieser Autonomie einen Gutteil der katastrophalen Ergebnisse des jährlichen Gallup Engagement Index, wonach 70% der Arbeitnehmer in Deutschland nur Dienst nach Vorschrift machen und 15% sogar schon innerlich gekündigt haben. Jede Reise beginnt mit einem kleinen Schritt, heißt eine chinesische Weisheit. Die Reise zu mehr Autonomie und Mündigkeit beginnt mit weniger Auslastung, freier Wahl von Arbeitsmitteln, Arbeitsort und -zeit sowie freier Wahl von persönlicher Weiterbildung.

Ganztags und Vollzeit

Unter den Hashtags #muttertagswunsch und #vatertagswunsch findet man auf Twitter derzeit einen guten Überblick über die Themen die Mütter und Väter heute bewegen. Nicht wenige davon handeln von der Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder besser gesagt von ihrer Unvereinbarbkeit. Trotz Elternzeit, Elterngeld und flächendeckendem Ausbau der Kindertagesstätten, fühlen viele Eltern immer noch zerrissen zwischen den beiden Polen ihres Lebens. Oder vielleicht gerade deswegen?

Führen mit Auftrag: Warum statt Wie!

Nicht zuletzt Reinhard K. Sprenger attestiert vielen Unternehmen eine fatale Tendenz zur Entmündigung und Infantilisierung der Mitarbeiter. Diese Kultur äußert sich insbesondere in Form von Mikromanagement. Dieser Hang das Wie eines Auftrag nicht dem Ausführenden zu überlassen, sondern als Manager vorzugeben, ist Gift für die Motivation und Produktivität der Wissensarbeiter. Von der Produktivität, Motivation und Kreativität der Wissensarbeiter wird aber das Überleben vieler Unternehmen angesichts der komplexen Herausforderungen des digitalen Wandels in einer global vernetzten Welt abhängen. Wie Führung in komplexen Situationen ohne Mirkomanagement geht, macht das Militär schon seit langem vor mit dem Prinzip des Führens mit Auftrag: Warum statt Wie.

Selbstorganisation

Selbstorganisation: Wissensarbeiter artgerecht halten

Albert Einsteins Antwort auf die stochastische Theorie der Quantenmechnik lässt sich auf das Bonmot „Gott würfelt nicht!“ verdichten. Ob unsere Welt nun Ergebnis eines (fortwährenden) Schaffungs- und Gestaltungsprozesses oder Ergebnis von Evolution ist, darüber lässt sich freilich trefflich streiten. Vielleicht beschränkte sich Gott ja im der Akt der Schöpfung auch einfach auf die Gestaltung der Evolutionsprozesse. In unseren Unternehmen wird jedenfalls nicht gewürfelt. Vielmehr sind diese in den allermeisten Fällen das klägliche Ergebnis des fortwährenden Versuchs einer bewussten Gestaltung im Gottmodus. Unsere Organisationen ähneln Pyramiden und sind auch geauso wendig. Diese Starrheit ist lebensbedrohlich für die Unternehmen und wenig artgerecht für die heutigen Wissensarbeiter.