Alle Artikel in: Neue Arbeit

Geschichten erzählen statt Stichpunkte aufzählen

Im achten Jahr blogge ich nun. Ich schreibe gerne. Schreiben hilft mir, meine Gedanken auf den Punkt zu bringen. Und damit meine ich, wirklich auf den Punkt und nicht nur in Stichpunkte auf eine Folie PowerPoint. Gedanken so zu formulieren, dass sie den Leser ansprechen und die Botschaft beim Leser ankommt, ist verdammt harte Arbeit, erfordert Disziplin und Konzentration. Bei jedem Artikel, jede Woche wieder. Umso erstaunlicher ist es, dass Jeff Bezos PowerPoint komplett verbannt hat und stattdessen mit sechs-seitigen Berichten in Erzählform besteht, die dann zu Beginn einer Sitzung in Ruhe (sic!) von allen studiert werden. Wenn Jeff Bezos und sein Team sich diese Zeit gönnt in den extrem schnelllebigen Geschäftsfeldern, in denen er mit Amazon extrem erfolgreich ist, darf das gern als Inspiration für uns alle verstanden werden, mehr und bessere Geschichten zu erzählen anstatt genauso rast- wie emotionslos Stichpunkte aufzuzählen.

Organisationsrebellen: Veränderung braucht Störung

Aristoteles meinte einst: „Ein guter Mensch ist nicht immer ein guter Bürger.“ Entsprechend ist ein guter Mitarbeiter nicht immer ein angepasster Mitarbeiter. Organisationsrebellen sorgen deshalb für Störung und halten die Organisationen lebendig. Anlässlich der Blogparade #Organisationsrebellen gibt dieser Beitrag einen Überblick über das gepflegte Rebellentum beginnend mit einer Herleitung aus dem zivilen Ungehorsam über die Prinzipien für Organisationsrebellen bis zur Frage, wie man solche Rebellen fördert, fordert und coacht.

Mein Working Out Loud Moment

Working Out Loud (WOL) ist in aller Munde. Ob bei Bosch, Daimler, ZF und nicht zuletzt bei BMW, wo ich gestern die Freude hatte John Stepper, den Erfinder der Methode und den Autor des gleichnamigen Buchs, persönlich kennenzulernen. Überall finden sich engagierte Mitarbeiter, die mit Working Out Loud in ihren Konzernen eine kooperative Lernkultur schaffen, Silos aufbrechen und so die oftmals erstarrten Konzernstrukturen ein Stück in Richtung einer hochvernetzten agilen Organisation bewegen wollen. Aus den zarten Anfängen an der Graswurzel wird schnell eine kraftvolle Bewegung wenigstens mit Billigung und immer öfter auch mit tatkräftiger Unterstützung des Top-Managements.

Growth Mindset: Auf dem Weg zur Lernkultur

Es regiert das Expertentum. Geschätzt wird Perfektion. First time right, heißt das dann. Fehler sind böse, gescheitert wird heimlich. Typische deutsche Spaltmaßfixierung hat Sascha Lobo das mal genannt. Darin lag der Erfolg unseres Wirtschaftswunders begründet. Und in diesem Erfolg von gestern liegt unser Problem von heute. Darum reisen Heerscharen von deutschen Managern ins Silicon Valley und bewundern den Mut und die Geschwindigkeit dort. Es folgt der Ruf nach einer neuen Kultur des Scheiterns. Vergessen wird dabei gerne, dass es nicht um das Scheitern an sich geht, sondern um das Lernen. Was wir mehr denn je brauchen, ist eine Lernkultur in unseren Unternehmen.