Alle Artikel in: Kommunikation

Dankbarkeit zeigen

Der Chef nervt, die Arbeit nur sinnlose Bürokratie und die Kollegen unfähig. Kommt Ihnen das bekannt vor? In Kaffeeküchen und auf den Gängen beherrscht diese destruktive Tonlage die meisten Gespräche. Es scheint ein ungeschriebenes Gesetz für die Zusammenarbeit im Unternehmen zu sein, dass wir immer ganz genau darauf achten, was bei anderen schlecht läuft, um uns gierig darauf zu stürzen und uns an den Defiziten weiden. Dabei läuft ja auch einiges gut, aber dafür haben wir weder Zeit noch ein Auge. Schade eigentlich. Die Stimmung und damit die Leistung wäre eine bessere, würden wir wenigstens einmal täglich auch sehen was gut läuft und uns dafür bei einem anderen Menschen bedanken.

Wehret den Anfängen!

Ein Projektbüro mit vielen Wänden zum Bekleben ist eine feine Sache, aber muss das dann gleich „war-room“ genannt werden? Ich würde diese martialische Bezeichnung für ein Projektbüro tunlichst vermeiden, weil sie mir einerseits zu sehr nach Auseinandersetzung klingt und andererseits im Sinne einer Kommandozentrale zu sehr die tayloristische Teilung von Denken und Handeln widerspiegelt.

Wahl der Waffen

Gestern erschien in der Welt der Artikel »Deutsche Firmen entdecken Alternative zur E-Mail« über die Veränderung der Kommunikation innerhalb von Unternehmen am Beispiel des (im Übrigen nicht wirklich deutschen) Unternehmens Atos. Das Zauberwort heißt »ZeroMail«. Gern zitiert wurde der Satz: »Oft ist es einfach besser, zum Telefon zu greifen, statt eine E-Mail zu schreiben.« So verkürzt ist das gefährlicher, rückwärts gewandter Unsinn. Dabei enthält der Artikel und damit die lobenswerte Initiative bei Atos viel brauchbare Ansätze.

Betroffene zu Beteiligten machen? Von wegen!

Wenn es so etwas wie die goldene Regel des Umgangs mit Stakeholdern gibt, dann ist das „Betroffene zu Beteiligten machen.“ Die von einem Projekt direkt oder indirekt betroffen Menschen sollen in geeigneter Weise eingebunden werden. Die Form der Einbindung ist je Gruppe unterschiedlich und entsprechend der jeweiligen Bedürfnisse auszugestalten: den einen reicht ein monatlicher Newsletter, die anderen brauchen eine Hotline und wieder andere entscheiden sogar mit. Nur wenig Bereiche des Projektmanagements lassen sich auf eine so griffige Kurzformel reduzieren. Dennoch oder gerade deswegen wird Stakeholdermanagement oft sträflich vernachlässigt. Kann ja auch leicht passieren, dass man im Dickicht des Projektumfelds die eine oder andere Interessengruppe vergisst, aber wenigstens die Auftraggeber und Geldgeber sollte man doch geeignet einbinden. Dachte ich jedenfalls bevor wir unser Haus von einem – im übrigen sehr guten und renommierten – Bauträger bauen ließen.

Klartext reden!

Die Fertigkeit klar und deutlich zu kommunizieren ist meiner Meinung nach ein Zeichen von hoher Professionalität jedes Wissensarbeiters und ein wesentlicher Erfolgfaktor in Projekten. Viel zu oft sehe ich bis zur Unkenntlichkeit weichgespülte Konzepte, Prozessdefinitionen, Anforderungen, Präsentationen und dergleichen. Das Unwichtige wird unnötig breitgetreten, weil gut verstanden. Das Wichtige, aber noch nicht ausreichend verstandene, wird in leeren, hochtrabenden Worthülsen versteckt, um ja nicht anzuecken. Ein Plädoyer für professionellen Klartext.