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Projektaudits richtig einsetzen

Mit Projektaudits ist das so eine Sache. In regelmäßigen Abständen eine Überprüfung des Projekts durch eine neutrale Instanz vorzunehmen ist an sich eine gute Idee. Wie bei so vielen guten Ideen hapert es in der Praxis leider bei der Umsetzung. Nicht selten wird aus einer sinnvollen Standortbestimmung mit wertvollen Hinweisen zur Verbesserung ein wertloses und formales Abhaken von Checklisten ohne Berücksichtigung der speziellen Projektsituation mit einem starkem Beigeschmack der Kontrolle und Überwachung.

Vorsicht bei der Vermischung von Rollen

Am Rande der Diskussion zum letzten Artikel über die Rolle des Chefarchitekten beschrieb Thilo Niewöhner eine nützliche Leitlinie für die Besetzung von Projektrollen, die nicht in den Kommentaren untergehen sollte: Besser dieselbe Expertenrolle in verschiedenen Projekten ausüben als mehrere verschiedene Rollen im selben Projekt. Insbesondere wenn es um die Vermischung von Rollen auf Führungs- mit Rollen auf Arbeitsebene geht, möchte ich diese Leitlinie dick unterstreichen.

Qualität im Projekt

Drei wesentliche Dimensionen gibt es bekanntlich im Projektmanagement: Termine, Kosten und Ergebnisse. Sie bilden als das sogenannte magische Dreieck des Projektmanagements die Randbedingungen des Projekts: bis wann soll mit welchen Mitteleinsatz was genau in welcher Qualität erreicht werden. Während Termin und Kosten einfach messbar sind, brauchen die Ergebnisse zusätzlich eine Definition der angestrebten Qualität. In vielen Projekten wird genau das aber gerne vergessen oder implizit angenommen, dass die Erreichung der Ergebnisse genauso offensichtlich und leicht messbar ist wie Termine und Kosten. Ein folgenschwerer Fehler.

Handwerkszeug: Notwendig, aber nicht hinreichend

Von verschiedenen Seiten wird gerne suggeriert, dass erfolgreiches Projektmanagement hauptsächlich eine Frage des richtigen Gebrauchs von Methoden und Werkzeugen sei. Hinter solchen Behauptungen steckt dann praktischerweise gleich ein konkretes Angebot für Training und Zertifizierung. Professionelle Beherrschung der eingesetzten Methoden und Werkzeuge ist ohne Frage notwendig. Aber eben nur notwendig und nicht hinreichend. Ein kurzer Exkurs in die Abgründe der praktischen Aussagenlogik.