Alle Artikel mit dem Schlagwort: Angst

Wider die Angstkultur

Der römischen Kaiser Caligula wurde mit seinem Motto oderint, dum metuant (zu dt.: Sollen sie mich doch hassen, solange sie mich fürchten) zum Inbegriff des autokratischen Gewaltherrschers. Von dieser radikalen Sorte gibt es heute glücklicherweise nicht mehr so viele in Politik (obwohl nationalistische und rechtsradikale Tendenzen nichts Gutes verheißen) und Wirtschaft. Dennoch ist Angst in mehr oder weniger subtiler Form das unausgesprochene Leitmotiv in den hierarchischen Strukturen vieler Organisationen mit der absolutistischen Machtfülle ihrer Protagonisten. Und das wider besseren Wissens um die Schädlichkeit dieser Angst für Kreativität und Produktivität.

Anzeichen einer Angstkultur

Jede Organisation bildet automatisch eine spezifische Organisationskultur. Explizit und implizit regelt diese Kultur das Zusammenleben durch Werte, Norme und Paradigme. Jenseits der beschriebenen Werte einer Organisation, in denen die üblichen Verdächtigen Vertrauen, Respekt und Wertschätzung sich wie ein Mantra wiederholen, gibt es undokumentierte, dafür aber umso mächtigere Leitmotive. Nicht selten ist Angst das dominierende Leitmotiv, erkennbar an untrüglichen Anzeichen wie Abschottung, Misserfolgsvermeidung und Schuldzuweisungen.

Führen mit Angst

Sie haben das Gerede von Augenhöhe und dienender Führung auch satt? Dann befinden Sie sich in guter Gesellschaft. Schon der große römische Kaiser Caligula hatte den Wahlspruch „Oderint, dum metuant“ was soviel heißt wie „Sollen sie mich hassen, solange sie mich fürchten.“ Und hat Ludwig XIV. („L’État, c’est moi!“) nicht Großartiges vollbracht ganz ohne Kuschelkurs? Es kann nur einen geben und das sind Sie als Führungskraft und Ihr wichtigstes Machtinstrument ist die Angst. Lesen Sie ruhig weiter, dieser Ausschnitt aus dem Handbuch für den kleinen Konzernautokraten ist genau das richtige für Sie!

Blinder Optimismus

Optimismus ist sicher unerlässlich für Führungskräfte, aber wie bei allem gilt auch hier die Regel von Paracelsus: „Die Dosis macht das Gift.“ Blinder und somit unrealistischer Optimismus trivialisiert die zu bewältigenden Aufgaben, negiert die Möglichkeit des Scheiterns und demotiviert die Mitarbeiter.