Alle Artikel mit dem Schlagwort: Cargo-Kult

Die agilen Falschmünzer auf dem Weg in die Cargo-Kult-Hölle

Wer Spotify nachmacht oder SAFe einführt oder nachgemachte oder verfälschte agile Frameworks sich verschafft und als best practice in den Verkehr bringt, wird mit sinnlosen kultischen Handlungen nicht unter 20 Stunden pro Woche und Mitarbeiter bestraft. Der Weg in die agilen Cargo-Kult-Hölle ist gut gepflastert mit best practices, Blaupausen und Frameworks und wird gesäumt von Werbeplakaten mit der Aufschrift: „Erfinde das Rad nicht neu!“ Agilität ist aber weniger eine Frage der Methode, sondern eine Frage von Prinzipien und Haltung.

Irrwege der agilen Transformation

Nicht überall, wo Transformation in Leuchtbuchstaben draufsteht, ist auch Transformation drin. Es beginnt mit irrigen Annahme, mit Agilität ließe sich die Mitarbeiterleistung wie mit Kraftfutter steigern. Fehlgeleitet von diesem Versprechen von mehr Effizienz, wird die Transformation dann aber umso überzeugter von oben angeordnet und bewährte Blaupausen (Spotify und Co.) ausgerollt. Das führt schließlich dazu, dass die bestehenden verkrusteten Strukturen und Abläufe „agilisiert“ werden ohne sie konsequent zu hinterfragen. Am Ende bleibt kaum Transformation sondern nur agiler Etikettenschwindel: Same same but different.

Agile Organisationen: Entkalken vor Skalieren

Agile Organisationen sind schlank, flexibel und anpassungsfähig. Das geschieht aber weniger durch die „Agilisierung“ bestehender Strukturen und Abläufe, sondern durch konsequentes Hinterfragen eben dieser. Anstatt im Stile der kognitiven Verzerrung von Maslows Hammer in allem einen Nagel zu sehen und mit schönen neuen agilen Methoden draufzuhauen, lautet die Devise „Entkalken vor Skalieren“ oder im Englischen noch schöner: „Don’t scale agile – descale your organization!“

Social Intranet: Eine Frage der Kultur

Social Intranets sind leider in vielen Fällen ein Paradebeispiel für einen Cargo-Kult. Irgendjemand hat gesehen oder gehört, dass in Startups ganz viel Austausch und Vernetzung im Stile von Facebook und Twitter im Social Intranet stattfindet. Ganz ohne oder jedenfalls quer zu klassischen hierarchischen Kommunikationswegen und langsamen Gremien bilden sich dort Meinungen und entstehen spontan neue und manchmal sogar revolutionäre Ideen. Brauchen wir auch! Also (mehr oder weniger) schnell eines der bestehenden Tools für Social Intranets auswählen, ausrollen und schulen. Fertig! Jetzt vernetzt euch! Seid kreativ!