Alle Artikel mit dem Schlagwort: Cargo-Kult

Irrwege der agilen Transformation

Nicht überall, wo Transformation in Leuchtbuchstaben draufsteht, ist auch Transformation drin. Es beginnt mit irrigen Annahme, mit Agilität ließe sich die Mitarbeiterleistung wie mit Kraftfutter steigern. Fehlgeleitet von diesem Versprechen von mehr Effizienz, wird die Transformation dann aber umso überzeugter von oben angeordnet und bewährte Blaupausen (Spotify und Co.) ausgerollt. Das führt schließlich dazu, dass die bestehenden verkrusteten Strukturen und Abläufe „agilisiert“ werden ohne sie konsequent zu hinterfragen. Am Ende bleibt kaum Transformation sondern nur agiler Etikettenschwindel: Same same but different.

Agile Organisationen: Entkalken vor Skalieren

Agile Organisationen sind schlank, flexibel und anpassungsfähig. Das geschieht aber weniger durch die „Agilisierung“ bestehender Strukturen und Abläufe, sondern durch konsequentes Hinterfragen eben dieser. Anstatt im Stile der kognitiven Verzerrung von Maslows Hammer in allem einen Nagel zu sehen und mit schönen neuen agilen Methoden draufzuhauen, lautet die Devise „Entkalken vor Skalieren“ oder im Englischen noch schöner: „Don’t scale agile – descale your organization!“

Social Intranet: Eine Frage der Kultur

Social Intranets sind leider in vielen Fällen ein Paradebeispiel für einen Cargo-Kult. Irgendjemand hat gesehen oder gehört, dass in Startups ganz viel Austausch und Vernetzung im Stile von Facebook und Twitter im Social Intranet stattfindet. Ganz ohne oder jedenfalls quer zu klassischen hierarchischen Kommunikationswegen und langsamen Gremien bilden sich dort Meinungen und entstehen spontan neue und manchmal sogar revolutionäre Ideen. Brauchen wir auch! Also (mehr oder weniger) schnell eines der bestehenden Tools für Social Intranets auswählen, ausrollen und schulen. Fertig! Jetzt vernetzt euch! Seid kreativ!

Kulturwandel und Cargo-Kulte

Viele über lange Jahre erfolgreiche Unternehmen spüren plötzlich großen Veränderungsdruck. Von Disruption ist die Rede. So viel, dass manche „Disruption“ schon zum Unwort des Jahres erklären. Disruptive Technologien mischen die Karten neu. In unserem hochvernetzten Zeitalter zudem in nie dagewesener Geschwindigkeit. Und so schielen die etablierten Unternehmen ein wenig neidisch auf ihre neuen und historisch unbelasteten Herausforderer. Um dann festzustellen, dass diese neuen Unternehmen ganz anders ticken, dass sie ganz anders arbeiten und dass sie eine völlig andere Unternehmenskultur haben. Und dann beginnt das ganze Theater des Changemanagements zu laufen: Neue Werte werden ausgelobt und die neue Kultur schmackhaft gemacht. Freilich ohne die Strukturen und Arbeitsweisen, die die alte Kultur hervorgebracht haben, anzutasten und damit letztlich ohne nachhaltige Wirkung.