Alle Artikel mit dem Schlagwort: Dienende Führung

Gute Führung macht sich überflüssig

Führung bedeutet schon lange nicht mehr Kommando und Kontrolle. Sie ist kein Privileg, sondern Dienstleistung. Die Dienstleistung besteht darin, Menschen zur Selbstführung und zur Eigenständigkeit im Sinne des Ganzen zu ermächtigen und zu befähigen und sie dadurch erfolgreich zu machen. Der Wandel zu neuer Führung beginnt notwendigerweise beim Einzelnen und seinem Menschenbild. Dieser Wandel ist aber auch immer eine Irritation der Organisation und ihrer Kultur. Das neue Führungsverständnis, wie es das Manifest für menschliche Führung beschreibt, wird als Faulheit, Unfähigkeit oder Verantwortungslosigkeit abgetan werden, denn gute Führung macht sich letztlich überflüssig und stellt damit den zupackenden und bisweilen hektischen Aktionismus traditionellen Managements in Frage.

Ich habe einen Traum!

Die Sehnsucht einer neuen und besseren Form der wertschätzenden und dadurch wertschöpfenden Zusammenarbeit von Menschen ist größer denn je. Die Industrialisierung und der Taylorismus haben den Mensch zum Mittel gemacht. Gefragt war anfangs nur die Arbeitskraft des ungelernten Arbeiters und Henry Ford beschwerte sich noch, dass er zu jedem Paar Hände auch immer ein Gehirn bekäme. Heute mitten im Zeitalter der Wissensarbeit haben sich die Ansprüche und Rollen des Wissensarbeiters freilich in vielfältiger Weise differenziert. Unverändert blieb meist aber das Grundprinzip, Organisationen als Maschinen zu betrachten und Mitarbeiter als Zahnrädchen darin einzusetzen. Der Mensch ist immer noch Mittel. Punkt. Ich habe einen Traum, dass der Mensch mit all seinem Potential künftig wirklich im Mittelpunkt steht. Und dass genau das den entscheidenden Unterschied macht in der Digitalisierung.

Führung durch Vorbild

Wahre Autorität ist keine Frage der Position, sondern des vorbildlichen Verhaltens, denn Führung beruht mehr auf Nachahmung als auf Unterordnung. Wir könnten uns viel Widerstand, Kampf und Leid im täglichen Miteinander in Organisationen und Familie ersparen, wenn wir selbst authentisch den Wandel verkörperten, den wir uns für unser Umfeld wünschen. Nur wer sich selbst derart aufrichtig führen kann, kann andere durch sein Vorbild führen.

Führung ist Dienstleistung, kein Privileg

Führung macht einen entscheidenden Unterschied. Menschen kommen wegen des Unternehmens und verlassen es wegen der Führungskraft! Zeit zum Umdenken, befand jedenfalls Bodo Janssen 2010 als er sich mit dem ernüchternden Ergebnis einer Mitarbeiterumfrage konfrontiert sah. Er begann bei sich, zog sich zeitweise ins Kloster zurück und überdachte seine Rolle als Führungskraft radikal. Führung war nicht länger ein Privileg, sondern eine Dienstleistung für die Mitarbeiter. Seither wird bei seiner Hotelkette Upstalsboom Corporate Happiness groß geschrieben und es gilt: Humanpotential statt Humanressource und Potentialentfaltung statt Ressourcenausnutzung. Und das mit beachtlichem wirtschaftlichem Erfolg. Wertschöpfung durch Wertschätzung funktioniert.

Modernes Projektmanagement: Eine Frage der Haltung

Was ist die richtige Methodik im Projektmanagement, das richtige Vorgehen? Diese Frage wird mir immer wieder gestellt. Zuletzt im Interview bei ununi.tv. So sehr wir absolute Wahrheiten lieben, eine allgemein gültige Antwort kann es auf diese Frage nicht geben. Es kommt darauf an. Jedes Projekt in seinem jeweiligen Umfeld ist einmalig. Jeder Mitarbeiter, jeder Projektmanager, jeder Scrum-Master, jeder Product-Owner, jeder Auftraggeber: alles einmalige Individuen. Es kommt darauf an, das zur jeweiligen Situation passende Vorgehen flexibel zu gestalten und dynamisch anzupassen. Ich glaube daher nicht an Patentrezepte und misstraue allen Heilsversprechen mit dogmatischem Absolutheitsanspruch (wie auch mein Blogger-Kollege Bernhard Schloss). Viel entscheidender ist für mich die Frage nach dem zugrunde liegenden Menschenbild und der Führungsphilosophie. Eine Frage der Haltung.