Alle Artikel mit dem Schlagwort: Disruption

Eine kurze Geschichte der Digitalisierung

Die Digitalisierung: Kaum ein Schlagwort wurde in den letzten Jahren so inflationär gebraucht. Und wie so oft bei Schlagwörtern steht der Gebrauch in umgekehrt proportionalem Verhältnis zum Verständnis. Alles hängt nun irgendwie mit der Digitalisierung zusammen, ohne dass klar ist, was diese Digitalisierung sein soll. Natürlich hat sie etwas mit Computern und Rechenleistung zu tun. Das alleine kann es aber nicht sein, dazu gibt es Computer schon zu lange. Ein entscheidender Aspekt der Digitalisierung ist vielmehr die Vernetzung. Smartphones machten das Digitale alltagsfähig und die Vernetzung zum Normalzustand. Und dieses immer dichtere Netzwerk aus immer leistungsfähigeren und allgegenwärtigen Computern ist der Nährboden für Plattformen, die dann altbewährte und eher analoge Geschäftsmodelle ruinieren.

Agilität oder Stabilität? Beides!

Durch die disruptive Kraft der Digitalisierung sehen sich immer mehr etablierte Unternehmen mit neuen Konkurrenten konfrontiert. Völlig unbelastet von zu Silos erstarrter funktionaler Teilung und der damit einhergehenden Bürokratie ändern diese Startups blitzschnell die Richtung und erfinden sich ständig neu. Und so scheint es manchem, als wäre die Agilität der Neuen und die Stabilität der Alten ein Gegensatz wie warm und kalt. Tatsächlich sind Agilität im Sinne von Wendigkeit und Effektivität und Stabilität im Sinne von Verlässlichkeit und Effizienz zwei unabhängige Qualitäten einer Organisation. Beides ist notwendig im jeweils richtigen Maß.

Digitalisierung: Eine Frage des Blickwinkels

Die Durchschlagskraft der Digitalisierung kann kaum überschätzt werden. In unserem stark industriell geprägten Land verharmlosen wir das allerdings im Moment indem wir von Industrie 4.0 reden. Aus der digitalen Revolution wurde ein reiner Evolutionsschritt, eine irgendwie digitalere Fortsetzung der Industrie 3.0. Tatsächlich bedeutet Digitalisierung aber in erster Linie eine oftmals radikale Veränderung bestehender Geschäftsmodelle. Eine Digitalisierung der Produktion und anderer Kernprozesse ist dann eher der zweite Schritt und Mittel zum Zweck.

Vom Besitzen zum Benutzen

Die weitaus meiste Zeit stehen Autos ungenutzt herum. Dennoch besitzen die meisten Haushalte eines oder mehrere dieser Stehzeuge. Das Bedürfnis nach uneingeschränkt flexibler individueller Mobilität lässt sich heute nicht anders befriedigen. Entsprechend basieren die Geschäftsmodelle der Autoindustrie darauf, dass jeder ein möglichst großes und möglichst neues Auto besitzen will. Wenn nun aber Autos autonom fahren können, wird individuelle Mobilität zum Dienst, abgerufen nach Bedarf und bedient von einer Flotte autonom fahrender Elektroautos. Eine disruptive Veränderung, die in Deutschland, wo besonders viel vom Auto abhängt, nicht ohne Folgen bleiben wird.