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Digitale Massengräber des Wissens

Fast ein halbes Jahrhundert ist vergangen seit Ray Tomlinson 1971 die erste E-Mail versandte. Aus einer Technologie für wenige Nerds wurde nach und nach und spätestens seit den 1990er Jahren – man erinnere sich an Boris Becker’s legendäres „Bin ich schon drin?“ im AOL Werbespot 1999 – ein Massenphänomen. Heute empfängt oder verschickt der durchschnittliche Mitarbeiter mehr als 100 E-Mails pro Tag(!). Kein Wunder also, dass viele die E-Mail als Belastung empfinden und sogar große Konzerne wie Atos mittlerweile so weit gehen, interne E-Mails komplett zu verbannen und damit bessere Ergebnisse erzielen. Für einen solchen Ansatz spricht vieles: Die konstante Ablenkung durch E-Mails, ein immer ungünstiger werdendes Signal-Rausch-Verhältnis der damit übermittelten Informationen, aber auch der oft sträflich vernachlässigte Bereich des Wissensmanagements. Und so werden die Postfächer zu digitalen Massengräbern des Wissens.

Wahl der Waffen

Gestern erschien in der Welt der Artikel »Deutsche Firmen entdecken Alternative zur E-Mail« über die Veränderung der Kommunikation innerhalb von Unternehmen am Beispiel des (im Übrigen nicht wirklich deutschen) Unternehmens Atos. Das Zauberwort heißt »ZeroMail«. Gern zitiert wurde der Satz: »Oft ist es einfach besser, zum Telefon zu greifen, statt eine E-Mail zu schreiben.« So verkürzt ist das gefährlicher, rückwärts gewandter Unsinn. Dabei enthält der Artikel und damit die lobenswerte Initiative bei Atos viel brauchbare Ansätze.