Alle Artikel mit dem Schlagwort: Fokus

Wer Ja sagt, muss auch Nein sagen

Wenn Historiker in ein paar Jahrhunderten auf unsere Zeit zurückblicken, werden sie vermutlich nicht das Internet oder Technologie im Allgemeinen als die wichtigstes Veränderung betrachten, sondern die Tatsache, dass erstmals in der Geschichte eine große Zahl von Menschen Wahlmöglichkeiten hatten. Peter F. Drucker schließt diese Einsicht mit der etwas ernüchternden Feststellung, dass die meisten von uns diese Herausforderung völlig unvorbereitet trifft. Je mehr Möglichkeiten es gibt, desto schwerer wird die Entscheidung, weil jedes ‚Ja‘ automatisch viele ‚Nein‘ bedeutet. Darum ist ‚Nein‘ nicht nur das schwierigste, sondern auch das wichtigste Wort unserer Zeit, um den Fokus zu behalten auf persönlicher Ebene genauso wie in Organisationen.

Führungsaufgabe Fokus – Stop starting, start finishing!

An Chancen und Wahlmöglichkeiten mangelt es uns wirklich nicht. Es gibt immer mehr Ideen als tatsächlich umgesetzt werden können. Dies gilt auf der Ebene des Individuums genauso wie für Teams und Organisationen. Dass unsere Welt sich technologisch getrieben immer schneller dreht und immer volatiler, unsicherer, komplexer und vieldeutiger wird, also immer mehr in Richtung VUCA tendiert, führt zu einer unerhörten Fülle an Chancen und Ideen. Umso wichtiger wird es in dieser Welt, sich zu fokussieren. Führung ist verantwortlich für Fokus. Und Fokus beginnt mit der vergessenen Kunst, Nein zu sagen.

Vorsätze 2018: Mehr Achtsamkeit, Muße und Fokussierung

Das fast vergangene Jahr 2017 war ohne Frage herausfordernd. Obwohl mein neuer Wahlspruch „Rebel without a pause“ nur als Anspielung auf den James Dean Klassiker „Rebel without a cause“ gedacht war, ist er doch eine gute Zusammenfassung des vergangenen Jahres. Pausenlos (und gelegentlich atemlos) im Einsatz für die Familie mit unseren zwei zum Glück sehr lebhaften Mädchen einerseits und der agilen Transformation der BMW Group IT andererseits, kurz unterbrochen vom Schreiben hier im Blog (ja, das geht auch auf dem Smartphone während man darauf wartet, dass die Tochter einschläft) und den Diskussionen auf Twitter, LinkedIn (auch das geht nebenbei) und unserem internen Enterprise Social Network (auch nebenbei natürlich). Rainer Janssen merkte neulich auf LinkedIn an, dass ihn „without a pause“ nachdenklich stimme, weil „es Muße braucht, um den eigenen Geist agil, kreativ, empathisch zu halten.“ Dem kann ich nur zustimmen und ich werde mir für 2018 mehr Achtsamkeit, Muße und Fokussierung vornehmen.

Effektivität statt Hamsterrad

Seine Führungsphilosophie hat Peter F. Drucker selbst am besten zusammengefasst: „Management bedeutet, die Dinge richtig zu tun, Führung bedeutet, die richtigen Dinge zu tun.“ In vielen seiner Bücher und Interviews stellt Drucker immer wieder heraus, dass Führung in erster Linie bedeutet, sich selbst und seine Stärken und kennen und entsprechend seine Kräfte zu fokussieren.

Fokus: oder die vergessene Kunst, Nein zu sagen

Alles hat seine Zeit, nur ich habe keine. So lautet der treffende Titel eines Buches von Karlheinz Geißler (Amazon Affiliate-Link). Er beschreibt damit das Phänomen der zunehmenden Zeitverdichtung: „Wir machen die Dinge nun nicht mehr schneller, sondern wir machen mehr in der gleichen Zeit.“ Kaum eine Besprechung in der die Teilnehmer nicht gleichzeitig am Laptop oder am Smartphone „arbeiten“ oder an beidem. Fast scheint es so, als wäre der Hauptzweck der Besprechung „ungestört“ E-Mails beantworten zu können. Wir sind ständig erreichbar und doch immer irgendwie abwesend. Die Busyness hat uns fest im Griff. Der randvolle Kalender und der überquellende Eingangskorb sind gleichzeitig quälende Plage und stolze Insignien der eigenen Wichtigkeit und in dieser Ambivalenz ein Garant für Überlastung und Burnout. Ganz sicher sind sie aber kein Zeichen für Produktivität, denn „Multitasking heißt, viele Dinge auf einmal zu vermasseln.“ (Erwin Koch) Allerhöchste Zeit also, innezuhalten, sich zu besinnen auf das Wesentliche und mit sich und seiner Zeit achtsam umzugehen.  Ein Schüler fragte einmal seinen Meister, warum dieser immer so ruhig und gelassen sein könne. Der Meister …