Alle Artikel mit dem Schlagwort: Führung

Lob der Faulheit

Müßiggang sei aller Laster Anfang, heißt es sprichwörtlich. In unserer hochvernetzten und stets arbeitsbereiten Industriegesellschaft mehr denn je. Nomen est omen: Nicht ohne Grund leitet sich Industrie von industria ab, dem lateinischen Wort für Fleiß. Müßiggang, Leerlauf oder gar Faulheit darf es nicht geben, höchstens Erholung oder Wellness – freilich nicht zum Selbstzweck, sondern nur um danach wieder fleißig oder sogar noch fleißiger arbeiten zu können. Andererseits hatte der Müßiggang seit der Antike immer wieder prominente Fürsprecher, Sokrates etwa sah in der Muße die „Schwester der Freiheit“.

Führung heißt, andere erfolgreich machen

Führungsphilosophien gibt es mehr als genug, auch hier im Blog. Manche sind klar und verständlich, andere eher eine lose Aneinanderreihung von gängigen Schlagworten. Da Führung mit Menschen zu tun hat, geben Führungsphilosophien immer auch Aufschluss über das jeweilige Menschenbild. Sundar Pichai, der CEO von Google, hat für sich und Google eine sehr prägnante und positive Philosophie gefunden, die auf dem Weg zu Neuer Arbeit viele inspirieren sollte: Führung heißt, andere erfolgreich machen.

Von tayloristischer Unmündigkeit zu agiler Selbstorganisation

In der überwiegend tayloristisch geprägten Arbeitswelt wird immer noch recht strikt getrennt zwischen Denken und Handeln. Das Management definiert Ziele, Organisation und Prozesse und die einfachen Mitarbeiter arbeiten innerhalb dieser für sie geschaffenen Strukturen. Umorganisation und Prozessveränderungen sind nach diesem Paradigma ureigenste Managementaufgabe. Im Gegensatz zu anderen Organisationsveränderungen kann eine agile Transformation so aber prinzipiell nicht gelingen. Genau diese tayloristische Trennung zwischen Denken und Handeln löst sich nämlich in einer agilen Organisation auf zugunsten des neuen Paradigmas der Selbstorganisation und geteilter Verantwortung für Produkt und Prozess.

Autonomie und Orientierung

Agilität braucht Führung. Je mehr Autonomie, desto mehr Führung ist notwendig. Im Kleinen auf der Ebene des einzelnen Teams genauso wie im Großen auf Ebene der gesamten Organisation. Die erste Aufgabe von Führung ist Orientierung. In zweierlei Hinsicht: Erstens als die strategische Ausrichtung auf eine gemeinsame Vision und zweitens als die Einbettung der Arbeit in einem gemeinsamen normativen Rahmen von Leitlinien und Rahmenbedingungen.

Bitte entscheiden Sie sich!

Projekte scheitern zu Beginn. Spätestens. Viele Projekte scheitern schon im Moment ihrer Genehmigung. Projekte gibt es stets mehr als verfügbare Ressourcen. Ein Auftraggeber muss sich also entscheiden. Weil das gleichzeitig heißt sich gegen andere Projekte zu entscheiden, werden zu viele Projekte mit nur halbherziger Unterstützung des Auftraggebers begonnen mit verheerenden Folgen für das ganze Projektportfolio.