Alle Artikel mit dem Schlagwort: Kommunikation

Auf Augenhöhe

Wenn von der Veränderung der Arbeitswelt insbesondere im Zuge der Digitalisierung die Rede ist (nicht zuletzt auch hier im Blog) darf der Begriff der Augenhöhe nicht fehlen. Einerseits wegen des gleichnamigen, sehr sehenswerten Films und andererseits, weil Augenhöhe tatsächlich kurz und prägnant das Ideal der Zusammenarbeit im Zeitalter der Wissensarbeit beschreibt. Grund genug den Gedanken der Zusammenarbeit auf Augenhöhe, der so neu gar nicht ist wie die beinahe inflationäre Verwendung des Begriffs in letzter Zeit glauben lässt, ein wenig genauer zu betrachten.

Social Intranet: Eine Frage der Kultur

Social Intranets sind leider in vielen Fällen ein Paradebeispiel für einen Cargo-Kult. Irgendjemand hat gesehen oder gehört, dass in Startups ganz viel Austausch und Vernetzung im Stile von Facebook und Twitter im Social Intranet stattfindet. Ganz ohne oder jedenfalls quer zu klassischen hierarchischen Kommunikationswegen und langsamen Gremien bilden sich dort Meinungen und entstehen spontan neue und manchmal sogar revolutionäre Ideen. Brauchen wir auch! Also (mehr oder weniger) schnell eines der bestehenden Tools für Social Intranets auswählen, ausrollen und schulen. Fertig! Jetzt vernetzt euch! Seid kreativ!

Divide et impera!

Zur Unterdrückung von Völkern und Volksgruppen hat sich seit antiken Zeiten der Grundsatz „divide et impera“, also „teile und herrsche“, bewährt. Zur Organisation eines Projekts oder eines Unternehmens taugt dieses menschenfeindliche, auf Hass und Abneigung oder wenigstens Konkurrenz beruhende Prinzip eher nicht, findet sich in mehr oder weniger abgeschwächter Form aber dennoch immer wieder.

Wissen ist Macht

Hierarchische Organisationsformen neigen automatisch zu einem Ungleichgewicht an Wissen. Je höher der Rang, desto mehr strategisches Wissen über den Zustand des Unternehmens, die zukünftige Ausrichtung und geplante Veränderungen. Informationen zu heiklen Themen wie beispielsweise einer Umorganisation tröpfeln nur sehr zögerlich nach unten und gelangen erst im letzten Moment nach mehrfacher Filterung zu den Betroffenen. Für dieses Ungleichgewicht an Wissen gibt es im Zeitalter der Wissensarbeit keinen logischen Grund außer eben dem Erhalt der mühsam erkämpften formalen Macht. Ein Schema das sich im Unternehmen nicht auf die Schnelle verändern wird und das sich vielleicht auch gar nicht evolutionär verändern lässt, das jeder in seinem Einflussbereich und insbesondere in seinen Projekten aber nicht auch noch fördern muss.

Organisierte Verdummung

Das Highlander-Prinzip in seiner unseligen Auslegung als Allmächtigkeit und Allwissenheit eines einzigen Verantwortlichen steht für mich an zentraler Stelle im (noch zu schreibenden) kleinen Handbuch für den „Project Manager from Hell“. Eng einher mit diesem heldenhaften Selbstverständnis geht das sogenannte Need-to-know-Prinzip, also die Leitlinie, dass jeder Mitarbeiter nur Zugriff auf solche Informationen haben soll, welche für die unmittelbare Erfüllung seiner Aufgaben notwendig sind. Die Folgen dieser organisierten Verdummung sind Silodenken und Abgrenzung, wo Kreativität und Kooperation dringend gebraucht würden.