Alle Artikel mit dem Schlagwort: Kommunikation

Wehret den Anfängen!

Ein Projektbüro mit vielen Wänden zum Bekleben ist eine feine Sache, aber muss das dann gleich „war-room“ genannt werden? Ich würde diese martialische Bezeichnung für ein Projektbüro tunlichst vermeiden, weil sie mir einerseits zu sehr nach Auseinandersetzung klingt und andererseits im Sinne einer Kommandozentrale zu sehr die tayloristische Teilung von Denken und Handeln widerspiegelt.

Ständig erreichbar und doch immer abwesend

Neulich erreichte mich in Zusammenhang mit einer Einladung zu einer eintägigen Veranstaltung der Hinweis, man solle am besten für diesen Tag eine Abwesenheitsnotiz aktivieren. Nun frage ich mich zweierlei: ist es erstens wirklich ein Problem, wenn E-Mails nicht innerhalb von 24 Stunden beantwortet werden und ist der Hinweis zweitens heute wirklich notwendig, damit ungeteilte Aufmerksamkeit herrscht während der Veranstaltung.

Wenn Werte kollidieren

Wo immer Menschen zusammen leben und arbeiten, spielen Wertvorstellungen eine wichtige aber oft sträflich unterschätzte Rolle. Obwohl sie das Fundament unseres Zusammenlebens bilden, reden wir über unsere Werte nur selten explizit, sondern lassen eher unterschwellig durchblicken, was uns gefällt oder missfällt. Erst wenn Konflikte zu Tage treten, werden verletzte Wertvorstellungen zum Thema. Hinzu kommt, dass wir häufig unsere Werte gar nicht klar benennen können und schon unser eigenes Wertesystem nicht widerspruchsfrei ist. Vor diesem Hintergrund der schlecht zugänglichen und widersprüchlichen Werte eines einzelnen Menschen, stellt die Zusammenarbeit vieler unterschiedlich sozialisierter Menschen eine ganz besondere Herausforderung dar. Insbesondere in Projektteams, denen selten die nötige Zeit zum Aushandeln und Ausbilden gemeinsamer Werte bleibt.

Das erste Projekt

An meine erste Projektmanagement-Aufgabe erinnere ich mich noch wie gestern. Frisch zertifiziert nach fünf Mal drei Tagen Kurs und ähnlich intensiver Arbeit am Transfernachweis hatte ich es endlich geschafft, ich war Projektleiter und trug die Verantwortung für mein erstes Projekt. Ich brannte darauf das Gelernte in die Praxis umzusetzen. Also zog ich mich zurück und plante, optimierte die Auslastung der Mitarbeiter, analysierte Umfeld und Stakeholder und nicht zuletzt die Risiken, ausführlich und mustergültig. Als ich meiner Meinung nach fertig war, schrieb ich allen Beteiligten in einer längeren E-Mail meine Erkenntnisse und natürlich meinen detaillierten Plan. Jetzt wussten alle was zu tun war, ich fühlte mich klasse und lehnte mich entspannt zurück.

Wahl der Waffen

Gestern erschien in der Welt der Artikel »Deutsche Firmen entdecken Alternative zur E-Mail« über die Veränderung der Kommunikation innerhalb von Unternehmen am Beispiel des (im Übrigen nicht wirklich deutschen) Unternehmens Atos. Das Zauberwort heißt »ZeroMail«. Gern zitiert wurde der Satz: »Oft ist es einfach besser, zum Telefon zu greifen, statt eine E-Mail zu schreiben.« So verkürzt ist das gefährlicher, rückwärts gewandter Unsinn. Dabei enthält der Artikel und damit die lobenswerte Initiative bei Atos viel brauchbare Ansätze.