Alle Artikel mit dem Schlagwort: Kontrolle

Die lebendige Unordnung agiler Organisationen

Die größte Hürde für Unternehmen in der agilen Transformation ist der gefühlte Verlust an Kontrolle. Agilität bedeutet im Kern Selbstorganisation. Je dezentraler Entscheidungen getroffen werden, desto flexibler kann auf Neues reagiert werden und desto anpassungsfähiger ist die Organisation folglich. So weit, so gut. Aber je dezentraler entschieden wird, desto unordentlicher wirkt das auch auf das bisherige Management und insbesondere auf das Management in Unternehmen mit einem hohen Anteil an Ingenieuren, wie das in Deutschland oft der Fall ist. Diese Unordnung ist aber kein Makel, sondern Ausdruck von Kreativität und Lebendigkeit. Nur wer das akzeptieren kann und erkennt, dass sich diese lebendige Unordnung mit der richtigen Führung doch zu einem stimmigen Ganzen fügen lässt, kann diese erste Hürde in der agilen Transformation nehmen.

Vertrauen Kontrolle

Vertrauen und Kontrolle

Wissensarbeit basiert auf Vertrauen in die Menschen, ihre Fähigkeiten und ihre Leistungsbereitschaft. In den Prinzipien hinter dem Agilen Manifest heißt es deshalb: „Build projects around motivated individuals. Give them the environment and support they need, and trust them to get the job done.“ Damit gemeint ist aber eher die notwendige Grundhaltung als eine konkrete Aufforderung zum blinden Vertrauen. Vertrauen und Kontrolle schließen sich keineswegs so kategorisch aus, wie das auf den ersten Blick scheinen mag.

Helikopter-Manager

Bei der Erziehung von Kindern ist in den letzten Jahren immer öfter die Rede von Helikopter-Eltern. Gemeint sind damit „Eltern, bei denen das Bedürfnis, ihr Kind zu beschützen und zu versorgen, übermäßig ausgeprägt ist“ (Quelle: Wikipedia). Eine ähnliche Tendenz der Überbehütung findet sich aber auch bei vielen Führungskräften in Bezug auf ihre Mitarbeiter. Sobald ein Mitarbeiter auch nur den Anschein eines Problemchens äußert oder dem Schützling Ungemach zu drohen scheint, fühlt sich die Führungskraft verantwortlich und greift beherzt ein. Wie die Helikopter-Eltern beim Streit um das Schäufelchen im Sandkasten.

Werkzeug oder Waffe?

Jede Methode, jede Technik oder jedes Werkzeug ist nicht an sich gut oder schlecht, sondern wird es erst durch die Art und Weise des Gebrauchs. Ein Hammer kann hilfreiches Werkzeug sein genauso wie zerstörerische Waffe. Was in der physischen Welt aufgrund unserer Erfahrung sofort klar ist, gilt aber für weniger greifbare Werkzeuge ebenso: Auch ein scheinbar harmloses Burndown-Chart im Scrum birgt in den falschen Händen mit zweifelhaften Absichten viel Sprengkraft.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist schlechter

Ein wesentlicher Faktor für Motivation von Wissensarbeitern ist die Möglichkeit Arbeitsinhalte und Arbeitsweise möglichst frei bestimmen zu können. (Eine sehr sehenswerte Darstellung weiterer Motivationsfaktoren findet sich hier.) Jede Form von Kontrolle engt diese Unabhängigkeit ein und schmälert damit unweigerlich die Motivation. Wenn ich aber als Führungskraft und insbesondere als Projektleiter für die Ergebnisse eines Teams verantwortlich bin, dann muss ich kontrollieren. Oder etwa nicht? Ein Plädoyer für mehr Vertrauen.