Alle Artikel mit dem Schlagwort: Kreativität

Weniger ist mehr: Wissensarbeit braucht (auch) Leerlauf

Weniger Arbeitszeit führt zu mehr und besseren Ergebnissen. Was paradox klingt, hat jüngst Microsoft in Japan eindrucksvoll bewiesen. Im August hatten alle 2.300 Mitarbeiter fünf Freitage frei – bei gleichem Gehalt wohlgemerkt. Das Ergebnis dieses Experiments waren glücklichere Mitarbeiter und satte 40% mehr Produktivität. Mehr Einsatz von Arbeitszeit führt also in der Wissensarbeit nicht automatisch zu mehr oder besseren Ergebnissen. Dennoch ist die Kultur in vielen Organisationen geprägt von der einfachen Formel „mehr Präsenz = mehr Arbeit = mehr Leistung = mehr Karriere“, wie das Cawa Younosi, Head of Human Resources und Mitglied der Geschäftsführung von SAP Deutschland, in einem Interview zum Wertewandel in Bezug auf Arbeitszeit ausdrückte. Allerhöchste Zeit also, diese Formel in unseren Köpfen zu korrigieren und das kreative Potential der Menschen zur Entfaltung zu bringen durch eine bessere Balance zwischen Konzentration und Leerlauf.

Vielfalt: Der Wert der konstruktiven Störung

Anpassungsfähigkeit wird immer mehr zum Paradigma für Organisationen im zunehmend volatilen, unsicheren, komplexen und mehrdeutigen Wissenzeitalter. Es ersetzt – oder besser: ergänzt – das bisher vorherrschende Paradigma des Industriezeitalters der Effizienz durch Standardisierung. Diese Anpassungsfähigkeit von Organisationen beruht nicht zuletzt auf der Kreativität ihrer Mitarbeiter. Wer Anpassungsfähigkeit will, tut also gut daran, Kreativität und Innovation zu fördern. Und das bedeutet, Abweichung und Störung nicht nur zu tolerieren, sondern durch Vielfalt und Dissens bewusst zu fördern als Gegengewicht zur selbstgefälligen Konformität. Ein Beitrag zur Blogparade anlässlich des fünften PM-Camps in Berlin, das ganz im Zeichen des „V“ steht: V wie Vielfalt.

Drei Zutaten einer Innovationskultur: Vielfalt, Offenheit und Vernetzung

Menschen sind grundsätzlich kreativ und innovativ und das als soziale Wesen gerne im Austausch mit anderen. Die meisten Organisationen nutzen aber nur einen Bruchteil dieses enormen kreativen Potentials. Ein wesentlicher Grund dafür ist die Reduktion von Menschen auf Rollen und Funktionen im Getriebe einer Organisation, die sich selbst als Maschine begreift. Innovation entsteht aber immer jenseits klarer Rollen, dadurch dass begeisterte Menschen in einer Haltung der Großzügigkeit und Offenheit die Möglichkeiten der Vernetzung ausschöpfen und ihre zugestandenen Kompetenzen bewusst übertreten.

Wertschöpfung durch Wertschätzung

Henry Ford beklagte sich einst, dass es die dringend benötigten Hände immer nur in Verbindung mit einem Gehirn gäbe: „Why is it every time I ask for a pair of hands, they come with a brain attached?“ Damit beschrieb er zugleich das wesentliche Prinzip des Taylorismus, nämlich die Reduktion des Menschen auf den ihm zugeteilten Arbeitsschritt und seine Rolle im Prozess. Was damals zwar auch unmenschlich, aber höchst erfolgreich war, ist in unserer heutigen VUCA-Welt weder wertschätzend noch wertschöpfend.

Kreativität ist kein Talent

Jeder spricht davon. Jeder will sie. Für sein Unternehmen, seine Abteilung, sein Projekt. In unseren schnelllebigen Zeiten großer Veränderung mehr denn je. Die Rede ist von Kreativität. Wir brauchen kreative Lösungen für unsere drängenden Probleme, heißt es dann. Ob nun für das nächste Produkt, Projekt, Kampagne, für was auch immer. Kreativität befohlen. Nur funktioniert das genauso wenig wie ein »Sei spontan!«. Was also ist Kreativität? Was fördert sie und was verhindert sie? Eine Schulstunde über Kreativität mit John Cleese.