Alle Artikel mit dem Schlagwort: Leadership

Führen mit Auftrag: Warum statt Wie!

Nicht zuletzt Reinhard K. Sprenger attestiert vielen Unternehmen eine fatale Tendenz zur Entmündigung und Infantilisierung der Mitarbeiter. Diese Kultur äußert sich insbesondere in Form von Mikromanagement. Dieser Hang das Wie eines Auftrag nicht dem Ausführenden zu überlassen, sondern als Manager vorzugeben, ist Gift für die Motivation und Produktivität der Wissensarbeiter. Von der Produktivität, Motivation und Kreativität der Wissensarbeiter wird aber das Überleben vieler Unternehmen angesichts der komplexen Herausforderungen des digitalen Wandels in einer global vernetzten Welt abhängen. Wie Führung in komplexen Situationen ohne Mirkomanagement geht, macht das Militär schon seit langem vor mit dem Prinzip des Führens mit Auftrag: Warum statt Wie.

Selbstorganisation

Selbstorganisation: Wissensarbeiter artgerecht halten

Albert Einsteins Antwort auf die stochastische Theorie der Quantenmechnik lässt sich auf das Bonmot „Gott würfelt nicht!“ verdichten. Ob unsere Welt nun Ergebnis eines (fortwährenden) Schaffungs- und Gestaltungsprozesses oder Ergebnis von Evolution ist, darüber lässt sich freilich trefflich streiten. Vielleicht beschränkte sich Gott ja im der Akt der Schöpfung auch einfach auf die Gestaltung der Evolutionsprozesse. In unseren Unternehmen wird jedenfalls nicht gewürfelt. Vielmehr sind diese in den allermeisten Fällen das klägliche Ergebnis des fortwährenden Versuchs einer bewussten Gestaltung im Gottmodus. Unsere Organisationen ähneln Pyramiden und sind auch geauso wendig. Diese Starrheit ist lebensbedrohlich für die Unternehmen und wenig artgerecht für die heutigen Wissensarbeiter.

Vertrauen Kontrolle

Vertrauen und Kontrolle

Wissensarbeit basiert auf Vertrauen in die Menschen, ihre Fähigkeiten und ihre Leistungsbereitschaft. In den Prinzipien hinter dem Agilen Manifest heißt es deshalb: „Build projects around motivated individuals. Give them the environment and support they need, and trust them to get the job done.“ Damit gemeint ist aber eher die notwendige Grundhaltung als eine konkrete Aufforderung zum blinden Vertrauen. Vertrauen und Kontrolle schließen sich keineswegs so kategorisch aus, wie das auf den ersten Blick scheinen mag.

Das zwölfte Prinzip

Elf der zwölf Prinzipien hinter dem Agilen Manifests sind eher operativer Natur: Eng mit dem Kunden zusammenarbeiten, kontinuierlich ausliefern, regelmäßig den Prozess reflektieren, um nur einige zu nennen. Nur ein Prinzip beschäftigt sich mit der Kultur und der Umgebung, in der die Menschen arbeiten. Dieses zwölfte Prinzip ist aber die entscheidende Voraussetzung für Agilität im Speziellen und ein wichtiger Baustein für die Organisation von Wissensarbeit im Allgemeinen.

Modernes Projektmanagement: Eine Frage der Haltung

Was ist die richtige Methodik im Projektmanagement, das richtige Vorgehen? Diese Frage wird mir immer wieder gestellt. Zuletzt im Interview bei ununi.tv. So sehr wir absolute Wahrheiten lieben, eine allgemein gültige Antwort kann es auf diese Frage nicht geben. Es kommt darauf an. Jedes Projekt in seinem jeweiligen Umfeld ist einmalig. Jeder Mitarbeiter, jeder Projektmanager, jeder Scrum-Master, jeder Product-Owner, jeder Auftraggeber: alles einmalige Individuen. Es kommt darauf an, das zur jeweiligen Situation passende Vorgehen flexibel zu gestalten und dynamisch anzupassen. Ich glaube daher nicht an Patentrezepte und misstraue allen Heilsversprechen mit dogmatischem Absolutheitsanspruch (wie auch mein Blogger-Kollege Bernhard Schloss). Viel entscheidender ist für mich die Frage nach dem zugrunde liegenden Menschenbild und der Führungsphilosophie. Eine Frage der Haltung.